Politik

Ölraffinerie in Tjumen im VisierUkrainische Drohnen erreichen Ziel 2000 Kilometer hinter der Grenze

20.06.2026, 17:28 Uhr
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Hinter Wohnhäusern in Tjmen ist eine schwarze Rauchsäule zu sehen. (Foto: Telegram / Supernova plus)

In ihrem Abwehrkampf gegen die russischen Besatzer setzen die Ukrainer zuletzt vermehrt auf Drohnenangriffe auf feindliche Ölindustrie. Kaum ist der massive Angriff auf Moskau verdaut, meldet schon eine sibirische Stadt Hunderte Kilometer vom Kriegsgeschehen entfernt ukrainische Drohnenangriffe.

Drohnen haben nach russischen Behördenangaben eine Ölraffinerie in der westsibirischen Region Tjumen angegriffen. Die Anlage sei nicht beschädigt worden, teilte der Gouverneur des Gebiets, Alexander Moor, mit. Die Mitarbeiter wurden demnach evakuiert. Einsatzkräfte seien am Ort des Absturzes von Trümmern. Tjumen liegt rund 2000 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, in der Nacht zum Samstag habe die Luftabwehr 187 ukrainische Drohnen abgeschossen. Sie seien unter anderem in der Region Moskau abgefangen worden.

Derweil wurde bei einem russischen Luftangriff auf die Stadt Charkiw im Nordosten der Ukraine Behördenangaben zufolge ein Mensch getötet. Unter den Trümmern eines zerstörten Wohngebäudes sei eine Leiche entdeckt worden, teilte Bürgermeister Ihor Terechow mit. Neun Menschen wurden nach Angaben von Regionalgouverneur Oleh Synehubow zudem verletzt.

In der Region Cherson im Süden der Ukraine wurde den örtlichen Behörden zufolge eine 72-jährige Frau bei einem Drohnenangriff verletzt. Bei einem weiteren Drohnenangriff in der Stadt Cherson wurden demnach drei Menschen verletzt.

Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion. Bei ihren Gegenangriffen auch im russischen Hinterland nimmt sie vor allem die russische Ölindustrie ins Visier. Damit will Kiew die Treibstoffversorgung der russischen Armee stören und die für Moskaus Kriegsfinanzierung wichtigen Einnahmen aus dem Ölgeschäft schmälern.

Zuletzt weitete die Ukraine ihre Gegenangriffe stark aus. Am Donnerstag hatte die ukrainische Armee ihren größten Angriff auf die russische Hauptstadt ausgeführt und dabei auch eine wichtige Ölraffinerie getroffen. Aus immer mehr russischen Regionen und aus den von Russland besetzten Gebieten gibt es Berichte über Benzinengpässe. Die Regierung in Moskau verhängte außerdem einen Ausfuhrstopp für Kerosin aus Russland.

Quelle: ntv.de, uzh/dpa/AFP

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