Politik

Krisenbewältigung mangelhaft Umfrage: Mehrheit für härteren Lockdown

Intensivmediziner fordern einen härteren Lockdown und die Deutschen sind mehrheitlich einverstanden - das geht aus einer aktuellen Umfrage hervor.

Intensivmediziner fordern einen härteren Lockdown und die Deutschen sind mehrheitlich einverstanden - das geht aus einer aktuellen Umfrage hervor.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Mehr als zwei Drittel der Bundesbürger wollen einen härteren Lockdown angesichts steigender Infektionszahlen, wie eine Umfrage zeigt. Gleichzeitig kassieren Bund und Länder ein ziemlich mieses Zeugnis für ihre Corona-Politik.

Die Mehrheit der Deutschen unterstützt die Forderung nach einem härteren Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Zwei Drittel (67 Prozent) der Bundesbürger stimmen angesichts steigender Infektionszahlen einem entsprechenden Appell von Intensivmedizinern zu, wie aus einer repräsentativen Umfrage von infratest dimap für den ARD-Deutschlandtrend hervorgeht.

Die Mediziner fordern, das gesellschaftliche Leben in Deutschland für zwei bis drei Wochen herunterzufahren, um eine Überlastung der Krankenhäuser zu verhindern. Die derzeitigen Maßnahmen gehen etwa der Hälfte der Befragten (48 Prozent) nicht weit genug. Dies sind 16 Prozentpunkte mehr als noch Mitte März. Gut ein Viertel der Befragten sagte jeweils, dass die derzeitigen Maßnahmen ausreichend (24 Prozent) oder zu streng (24 Prozent) seien.

Eine große Mehrheit gibt Bund und Ländern ein schlechtes Zeugnis für die Krisenbewältigung. Etwa vier Fünftel (79 Prozent) sehen deren Arbeit deutlich kritischer als noch Anfang Februar (56 Prozent). Nur 19 Prozent sehen den Kurs der Regierung in der Krise positiv. Dies zeigt sich vor allem beim Urteil über die schleppende Impfstrategie. 83 Prozent der Befragten sind derzeit weniger oder gar nicht zufrieden mit dem Verlauf der Impfkampagne gegen das Coronavirus

Umstritten ist die sogenannte "Notbremse": Die eine Hälfte der Deutschen (49 Prozent) spricht sich für eine verbindliche Umsetzung der Regelung aus, mit der gemäß einer Anfang März geschlossenen Vereinbarung von Bund und Ländern auf schnell steigende Infektionsraten durch eine Rücknahme von Lockerungen reagiert werden soll. Die andere Hälfte (48 Prozent) fände es hingegen besser, die Situation regional zu prüfen und neu abzuwägen.

Für die Umfrage wurden 1348 Menschen befragt, und zwar im Zeitraum vom 29. bis zum 30. März 2021. Die Umfrage wurde mittels Online- und Telefonbefragung durchgeführt.

Quelle: ntv.de, ysc/dpa

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