Politik

Wenige Monate vor den WahlenUmfrage: Trump unbeliebter denn je bei US-Bürgern

03.05.2026, 17:09 Uhr
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Keine rosigen Aussichten für den 79-Jährigen. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Die Wähler in den USA sind nach den ersten anderthalb Jahren seiner Amtszeit sichtlich unzufrieden mit der Arbeit von Donald Trump. Dem Präsidenten stellen 62 Prozent der Befragten ein schlechtes Zeugnis aus. Beim Krieg gegen den Iran wird die Ablehnung in der Bevölkerung sehr deutlich.

US-Präsident Donald Trump hat rund sechs Monate vor den wichtigen Zwischenwahlen mit weiter sinkenden Zustimmungswerten zu kämpfen. 62 Prozent der US-Bürger sind grundsätzlich unzufrieden mit der Arbeit des Republikaners, so das Ergebnis einer Umfrage von "Washington Post", ABC und Ipsos. Unbeliebter war Trump weder während dieser noch zu einem anderen Zeitpunkt während seiner ersten vier Jahre im Weißen Haus. Entsprechend stellen aktuell nur noch 37 Prozent der Befragten dem Staatschef ein positives Zeugnis aus.

Während unter sich selbst als Republikaner einstufenden Personen noch 85 Prozent mit ihm zufrieden sind, sind es bei unabhängigen Wählern gerade noch 25 Prozent. Unter den als Demokraten registrierten Wählern liegt die Zustimmung erwartbar niedrig bei 5 Prozent.

In der Umfrage wurde auch die Zustimmung oder Ablehnung zur Arbeit Trumps in acht Themengebieten abgefragt. Bei keinem der abgefragten Politikbereiche kann der 79-Jährige jedoch eine Mehrheit hinter sich versammeln. Vergleichsweise beliebt ist der US-Staatschef noch bei zwei seiner Kernthemen, die miteinander verknüpft sind: Migration und die Sicherung der Grenze in Richtung Mexiko. Trumps Vorgehen auf diesen Gebieten befürworten 40 beziehungsweise 45 Prozent der Befragten.

Besonders bei ökonomischen Themen schneidet der Präsident schlecht ab. 76 Prozent der Befragten sind nicht zufrieden mit dem Umgang Trumps mit den steigenden Lebenshaltungskosten in den USA. Hier spielen auch die steigenden Spritpreise infolge des von den USA und Israel begonnenen Iran-Kriegs eine Rolle. Trump selbst hatte in seinem erfolgreichen Präsidentschaftswahlkampf 2024 besonders auf das Thema steigende Kosten gesetzt und damit gegen die Demokratin Kamala Harris gepunktet. Inzwischen haben die Demokraten dies selbst wieder verstärkt aufgegriffen und bei Wahlen in mehreren Bundesstaaten Erfolge erzielen können.

Zwei Drittel gegen Vorgehen im Iran-Krieg

Als Parteien werden Demokraten und Republikanern beim Thema Wirtschaft fast das gleiche Vertrauen entgegengebracht. Die Trump-Partei halten 34 Prozent der Befragten für kompetent in ökonomischen Fragen. Bei den Demokraten ist es nur ein Prozentpunkt weniger. Die restlichen 33 Prozent der Befragten sind jedoch mit dem Umgang beider Parteien mit der Wirtschaft unzufrieden.

Sein Umgang mit dem Iran halten 66 Prozent der Befragten für nicht gut. Für den Krieg hatte Trump auch aus dem konservativen Lager mitunter harte Kritik aushalten müssen. Ihm wurde unter anderem vorgeworfen, im Wahlkampf versprochen zu haben, die USA nicht in weitere militärische Konflikte zu führen, wie das nun der Fall ist. Kritik kam dabei unter anderem von dem früheren Fox-News-Moderator Tucker Carlson oder auch dem sehr einflussreichen Podcaster Joe Rogan.

Für die Trump-Partei sind die schlechten Umfragewerte angesichts der in einem halben Jahr anstehenden Zwischenwahlen keine gute Nachricht. Dann werden das komplette Repräsentantenhaus und ein Drittel der Senatoren neu gewählt. Im Haus halten die Republikaner derzeit noch eine knappe Mehrheit. Im Senat hat die Trump-Partei ebenfalls die Oberhand. Die Demokraten haben jedoch gute Chancen, zumindest im Repräsentantenhaus die Kontrolle zu übernehmen und hätten dann weitaus mehr Möglichkeiten, die Agenda des US-Präsidenten zu blockieren.

Wahlkreisreform beeinflusst Wahlausgang

Unter den registrierten Wählern haben die Demokraten einen Vorsprung von fünf Prozentpunkten bei der Frage, welche Partei sie bei den Wahlen zum Repräsentantenhaus bevorzugen. Allerdings ist die Aussagekraft dieser über die gesamten USA hinweg erhobenen Zahlen angesichts des Wahlsystems mit 435 Kongresswahlbezirken begrenzt.

Darüber hinaus gibt es auch in mehreren Bundesstaaten noch Pläne, die Wahlkreise neu zuzuschneiden, um jeweils einer Partei einen Vorteil zu verschaffen. Der US-Präsident hatte mit seiner Aufforderung an Texas im Sommer vergangenen Jahres, die Wahlkreise neu zuzuschneiden, eine Welle des "Gerrymandering" ausgelöst. Die Demokraten konterten in Kalifornien, um die wahrscheinlichen republikanischen Zugewinne auszugleichen. Später folgten unter anderem auch North Carolina und Virginia. Zudem wollen sich die Republikaner auch in Florida noch vier weitere Sitze über einen Neuzuschnitt sichern.

Am Mittwoch kippte der konservativ dominierte Oberste Gerichtshof des Landes zudem einen Wahlkreiszuschnitt im US-Bundesstaat Louisiana und damit Teile des "Voting Rights Act" aus den 1960er Jahren. Dieser ermöglichte, dass Minderheiten bei der Einteilung der Wahlkreise berücksichtigt werden. So soll traditionell diskriminierten Gruppen erleichtert werden, mit Kandidaten im Kongress vertreten zu sein. Das Urteil könnte bis zu den Zwischenwahlen zu weiteren Veränderungen bei den Wahlkreisen führen, mit entsprechenden Auswirkungen auf das Ergebnis des Urnengangs im November.

Quelle: ntv.de, lme

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