Politik

Drogenkonsum ist Jahrzehnte herVaroufakis wird nach Ecstasy-Geständnis zur Polizei zitiert

17.01.2026, 14:16 Uhr
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Varoufakis ist mittlerweile Vorsitzender der linken MeRA25-Partei in Griechenland. (Foto: picture alliance / NurPhoto)

Junge Menschen befragen Yanis Varoufakis in einem Podcast zu dessen Drogenkonsum. Griechenlands ehemaliger Finanzminister nutzt eine Anekdote für eine Warnung vor Sucht und Abhängigkeit. Das ruft die griechischen Behörden auf den Plan.

Der frühere griechische Finanzminister Yanis Varoufakis hat Ärger mit der Polizei, nachdem er in einem Podcast von einem Drogenkonsum von vor 36 Jahren erzählt hatte. Varoufakis berichtet auf X, dass zwei Beamte ihn für eine Befragung durch Drogenermittler im Hauptquartier der Polizei in Athen vorgeladen hätten.

"Ja, die griechische Polizei hat eine Ermittlung gegen mich eingeleitet unter dem Vorwurf der Beihilfe für die Drogenmafia", schreibt der Politiker, und fügt scherzhaft hinzu: "Tut mir einen Gefallen, Leute, erzählt das nicht Trump, okay?" (Die USA hatten Anfang des Jahres den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro aus seinem Land entführt, um ihn in New York wegen "Drogenterrorismus" anzuklagen.)

Nach eigener Darstellung war Varoufakis kurz nach Neujahr von jungen Leuten in einem Podcast gefragt worden, ob er jemals Drogen genommen habe. Er erzählte, dass er neben Gras auch eine Erfahrung mit Ecstasy gemacht habe - "in Sydney vor 36 Jahren". Demnach tanzte der heute 64-Jährige damals mühelos für 16 Stunden am Stück, bekam dann aber eine Migräne, die tagelang anhielt. Deswegen habe er die Droge nie wieder genommen.

"Das war meine Einleitung [im Podcast] zu dem Punkt, dass Drogenkonsum seinen Preis hat", schreibt Varoufakis. "Und dass der ultimative Preis Abhängigkeit, Sucht ist - das Ende der Freiheit." Die griechischen Behörden nahmen die Ausführungen im Podcast offenbar zum Anlass, gegen den linken Politiker vorzugehen. Laut "Kathimerini" ordnete ein Athener Staatsanwalt eine Vorprüfung an. Untersucht werde, ob Varoufakis mit seinen Aussagen den Konsum von Betäubungsmitteln gefördert oder dazu angestiftet habe.

Es wäre "urkomisch, wenn es nicht so beängstigend wäre", sagte Varoufakis zu dem Vorgang. In Zeiten von Krieg und Völkermord sei sein "kleines Problem mit der dümmlichen griechischen Polizei" eigentlich eine Lappalie, zugleich sei das Vorgehen der griechischen Behörden aber ein alarmierendes Signal für den Zustand von Freiheit und Autonomie in Europa. "Seid auf der Hut, Leute", schreibt Varoufakis.

Der frühere griechische Finanzminister ist seit der Finanzkrise im vergangenen Jahrzehnt weltbekannt. Inzwischen ist er bei der von ihm mitgegründeten europäischen Bewegung Democracy in Europe Movement 2025 (Diem25) aktiv. Zuletzt machte Varoufakis vor allem mit seiner Kritik am Vorgehen des israelischen Militärs im Gazastreifen auf sich aufmerksam.

Quelle: ntv.de, dsc

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