Politik

"Reicht mit den Befehlen"Venezuelas Übergangspräsidentin geht auf Distanz zu den USA

26.01.2026, 11:43 Uhr
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In der Vergangenheit hat sich die US-Regierung bereit erklärt, mit Übergangspräsidentin Rodríguez zusammenzuarbeiten. (Foto: REUTERS)

Nach der Absetzung von Nicolás Maduro betont Delcy Rodríguez, Venezuela sei fertig "mit den ausländischen Mächten". Die Übergangspräsidentin will sich auf innere Angelegenheiten konzentrieren. Dutzende politische Gefangene kommen auf freien Fuß.

Venezuelas Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez hat die US-Regierung aufgefordert, sich aus den inneren Angelegenheiten des südamerikanischen Landes herauszuhalten. "Es reicht mit den Befehlen aus Washington an Politiker in Venezuela", sagte Rodríguez am Sonntag (Ortszeit) in einer Rede in Caracas. "Die venezolanische Politik sollte unsere Meinungsverschiedenheiten und inneren Konflikte lösen", sagte sie und forderte: "Schluss mit den ausländischen Mächten!"

US-Präsident Donald Trump hatte sich bereit erklärt, mit Rodríguez zusammenzuarbeiten, solange ihre Regierung sich an die Vorgaben Washingtons hält. Vor wenigen Tagen hatte das Weiße Haus erklärt, Rodríguez in die USA einladen zu wollen. Zuvor hatte sich Trump mehrfach lobend über sie geäußert.

Die venezolanische Führung setzt nach der gewaltsamen Absetzung von Staatschef Nicolás Maduro bei einem US-Militäreinsatz Anfang Januar auf eine Annäherung mit Washington. Rodríguez, Maduros Stellvertreterin, unterstützt etwa eine Öffnung des Ölsektors für ausländische Investoren, kündigte Gespräche mit der Opposition an und hat versprochen, eine "bedeutende Zahl" politischer Gefangener freizulassen.

Bereits am Sonntag fand die erneute Freilassung politischer Gefangener statt: Mindestens 104 Menschen sind freigekommen. Der Chef der Nichtregierungsorganisation Foro Penal, Alfredo Romero, teilte auf X mit, im ganzen Land habe es Haftentlassungen gegeben und die Identität von 104 Freigelassenen habe verifiziert werden können. Die venezolanische Opposition und Menschenrechtsorganisationen beklagen allerdings, die Freilassungen gingen zu langsam voran. Vor zahlreichen Gefängnissen in dem südamerikanischen Land haben sich Angehörige von politischen Gefangenen in der Hoffnung auf weitere Freilassungen versammelt.

Quelle: ntv.de, nab/AFP

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