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Mehr Klimaschutz und Sicherheit Verbände bilden Allianz für Tempolimit

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Tempo 130 auf der Autobahn könnte nicht nur CO2 einsparen, sondern auch Unfallzahlen reduzieren.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ein breites Bündnis aus Umwelt- und Verkehrssicherheitsverbänden fordert ein Tempolimit auf Autobahnen. Der Geschäftsführer der DUH kritisiert den deutschen Rückstand: Eine generelle Geschwindigkeitsbeschränkung fehle ansonsten nur in Nordkorea, Somalia und Afghanistan.

Möglichst bald muss es ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen geben - das fordert ein Bündnis aus mehreren Umwelt- und Verkehrssicherheitsverbänden. Der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Jürgen Resch, sagte: "Deutschland muss sich endlich einreihen in den Kreis der auch auf den Straßen zivilisierten Staaten." Aktuell sei die Bundesrepublik mit Nordkorea, Somalia und Afghanistan der letzte Flächenstaat ohne generelle Geschwindigkeitsbeschränkung.

Dem Bündnis, das sich für ein Tempolimit einsetzt, gehören neben der DUH auch die Gewerkschaft der Polizei in Nordrhein-Westfalen, die Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, der ökologische Verkehrsclub und Greenpeace an.

Den Befürwortern geht es zum einen um den Klimaschutz: Mit einem Tempolimit von 120 Kilometern pro Stunde würden sich nach Berechnungen des Umweltbundesamts drei Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen lassen. Dadurch könne "kurzfristig, günstig und sozial verträglich" die Lücke bei den Klimaschutzzielen bis 2020 verringert werden, erklärte die DUH.

Polizeigewerkschaft hofft auf weniger Unfalltote

Zum anderen geht es dem Bündnis um Verkehrssicherheit. Die Polizeigewerkschaft geht davon aus, dass sich die Zahl der Unfalltoten und Schwerverletzten auf den Autobahnen durch ein Tempolimit deutlich reduzieren würde. Michael Mertens, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei in Nordrhein-Westfalen, sagte: "Rund 300 Menschen sterben jedes Jahr bei Unfällen auf Autobahnabschnitten ohne Geschwindigkeitsbegrenzung." Ein Tempolimit von 130 Kilometern pro Stunde auf Autobahnen könnte Leben retten und Schwerverletzte verhindern. "Eine Höchstgeschwindigkeit ist einfach einzuführen und wirkt sofort."

Auch die Evangelische Kirche hatte in einer Petition eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h auf Autobahnen gefordert und dafür kürzlich das notwendige Quorum von 50.000 Unterschriften erreicht. Nun muss der Bundestag das Thema behandeln. CSU-Verkehrsminister Andreas Scheuer lehnt den Vorschlag jedoch ab.

Die SPD-Umweltministerin Svenja Schulze fordert hingegen ein Tempolimit. Gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe bekräftigte sie: "Die Vorteile liegen auf der Hand. Der Verkehr wird sicherer und fließt besser. Außerdem gibt es weniger Abgas und CO2." Außerdem sieht Schulze in einem Tempolimit ein Signal an die Autoindustrie, mehr in leichte Fahrzeuge zu investieren.

Quelle: n-tv.de, aeh/dpa

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