Politik

Bykow kollabierte in Flugzeug Vergifteten Nawalny-Täter weiteren Kremlkritiker?

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Schriftsteller Dmitri Bykow überlebte 2019 einen mutmaßlichen Giftanschlag.

(Foto: imago images/ITAR-TASS)

Im Jahr 2019 bricht ein bekannter russischer Schriftsteller in einem Flugzeug zusammen und liegt dann mehrere Tage im Koma. Ein Rechercheteam findet nun heraus: Der Autor wurde zuvor monatelang von Geheimdienstlern beschattet - denselben, die auch hinter dem Anschlag auf Alexej Nawalny stehen sollen.

Die russischen Geheimdienstler, die Kremlkritiker Alexej Nawalny für einen Giftanschlag auf sich verantwortlich macht, hatten es einer Recherche zufolge auch auf einen kremlkritischen Schriftsteller abgesehen. Dmitri Bykow könnte im Jahr 2019 ebenfalls Opfer eines Giftanschlags geworden sein, wie aus Berichten der Investigativplattformen "The Insider" und "Bellingcat" hervorgeht. Bereits ein Jahr zuvor hätten mehrere Agenten des russischen Inlandsgeheimdiensts FSB, die auch an der Vergiftung Nawalnys beteiligt gewesen sein sollen, begonnen, Bykow zu beschatten, heißt es. Die Journalisten berufen sich dabei auf Reisedaten der Männer.

Bykow, der unter anderem als Kolumnist für die regierungskritische Zeitung "Nowaja Gaseta" schreibt, war vor mehr als zwei Jahren an Bord eines Flugzeugs kollabiert und lag anschließend mehrere Tage im Koma. Einen abschließenden Grund für den Zusammenbruch des heute 53-Jährigen stellten die Ärzte damals nicht fest. Die Investigativjournalisten betonten nun, dass etwa Bykows erste Symptome - Erbrechen und starke Schweißausbrüche - denen Nawalnys geähnelt hätten.

"Davon gefriert einem buchstäblich das Blut"

Nawalnys Sprecherin Kira Jarmysch zeigte sich von den Rechercheergebnissen entsetzt: "Davon gefriert einem buchstäblich das Blut", schrieb sie auf Twitter. "Unser Land wird von Menschen regiert, die ihre Mitbürger töten." Jeder Andersdenkende könne in Russland zum Opfer eines solchen Anschlags werden - "ob Oppositionspolitiker oder Poet". Nawalny ist bereits seit Monaten in einem Straflager inhaftiert.

Nawalny, der im vergangenen August mit dem Nervenkampfstoff Nowitschok vergiftet worden war, hat mehrfach Präsident Wladimir Putin und den FSB für den Anschlag auf ihn verantwortlich gemacht. Kreml und FSB weisen das zurück. Investigativjournalisten berichteten in den vergangenen Monaten hingegen immer wieder über Attentate auf russische Oppositionelle, in die Geheimdienstler verwickelt gewesen sein sollen.

Quelle: ntv.de, uzh/dpa

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