Politik

Plädoyer im Prozess gegen Frank S. Verteidiger fordert Milde für Reker-Attentäter

354a945fa133df32becec8222027167e.jpg

Frank S. behauptet, die Beweise, die vor Gericht eingebracht wurden, seien "stümperhaft manipuliert".

(Foto: dpa)

Die Vorwürfe? Konstruiert, sagt Frank S. Die Beweise? Manipuliert. Für seinen Verteidiger muss sich die offensichtliche psychische Erkrankung des Reker-Attentäters strafmildernd auswirken. Die Bundesanwaltschaft fordert dagegen lebenslange Haft.

Im Prozess um das Attentat auf die heutige Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat der Verteidiger das Gericht gebeten, keine lebenslange Freiheitsstrafe zu verhängen. "Man muss seine schwere psychische Erkrankung strafmildernd berücksichtigen", sagte Rechtsanwalt Jasper Marten am Düsseldorfer Oberlandesgericht über seinen Mandanten Frank S. Eine befristete Freiheitsstrafe sei aber auch aus seiner Sicht angemessen.

Die Bundesanwaltschaft hatte lebenslange Haft wegen versuchten Mordes beantragt. Eine befristete Strafe wären höchstens 15 Jahre Haft. Marten sagte, er werde den Wunsch seines Mandanten berücksichtigen und zur Beweisaufnahme keine Stellung nehmen. Im Ergebnis, nicht im Strafmaß, stimme er aber mit der Bundesanwaltschaft überein.

Der Angeklagte bestritt erneut eine Tötungsabsicht: "Die Beweisaufnahme ist auf stümperhaft manipulierten Akten und Asservaten aufgebaut", sagte der 44-Jährige. Das Gericht will das Urteil am 1. Juli verkünden. Die Bundesanwaltschaft argumentiert, S. habe die parteilose Politikerin töten wollen. Bei seiner Attacke einen Tag vor der Oberbürgermeisterwahl im vergangenen Jahr wurden vier weitere Menschen verletzt.

Quelle: ntv.de, jog/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.