Politik

"Es wird wieder kühler werden" Vom Klimawandel will Trump nichts wissen

Selbst im Angesicht der Zerstörung, die die verheerenden Waldbrände im Westen der USA anrichten, ändert Präsident Trump seine Meinung nicht. Vor allem das Forstmanagement sei schuld an der Misere und nicht der Klimawandel. Denn Letzteren gebe es gar nicht.

US-Präsident Donald Trump hat bei einem Besuch in den Waldbrandgebieten in Kalifornien erneut den Klimawandel geleugnet. Das Weltklima werde sich bald wieder abkühlen, sagte Trump in Sacramento. "Es wird wieder kühler werden. Sie werden schon sehen", sagte er zum Leiter der kalifornischen Behörde für natürliche Ressourcen, Wade Crowfoot. Crowfoot erwiderte: "Ich wünschte, die Wissenschaft würde Ihnen zustimmen." Trump sagte: "Nun, ich denke nicht, dass die Wissenschaft es wirklich weiß."

Für die riesigen Waldbrände im Westen der USA machte Trump bei der Besprechung mit Einsatzkräften und Behördenvertretern erneut eine unzureichende Pflege der Wälder verantwortlich. "Es muss starke Waldbewirtschaftung geben", forderte Trump. Umgestürzte Bäume würden schon nach kurzer Zeit sehr trocken. "Sie werden wirklich wie ein Streichholz. Sie explodieren einfach", sagte Trump. Das angeblich mangelhafte Forstmanagement hatte er bereits in den vergangenen Jahren als Ursache für die Feuer genannt.

Kaliforniens Gouverneur Gavon Newsom erinnerte Trump daran, dass der Großteil der Waldfläche in Kalifornien unter Bundesverwaltung stehe und der Bundesstaat nur drei Prozent davon besitze. Er räumte Verbesserungsbedarf bei der Waldpflege ein, brachte die Brände aber mit dem Klimawandel in Verbindung: "Die Hitzewellen werden immer heißer, die Dürren immer trockener", sagte der Politiker der oppositionellen Demokraten. Der Klimawandel sei "real" und verschärfe die Krise. Trump war in die Katastrophenregion gereist, um sich persönlich über die riesigen Brände unterrichten zu lassen.

Schon vor seinem Besuch war ein heftiger politischer Streit über die Ursache der Feuer ausgebrochen. Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden bezeichnete Trump als "Klima-Brandstifter". Weil Trump den Klimawandel leugne, obwohl der "Westen im wahrsten Sinne des Wortes in Flammen steht", trage er auch eine Mitverantwortung für die Waldbrände, sagte Biden unmittelbar vor Trumps Ankunft in Kalifornien. Der Präsidentschaftskandidat der oppositionellen Demokraten warf Trump vor, keine Verantwortung für die Waldbrände zu übernehmen. "Wir brauchen einen Präsidenten, der die Wissenschaft respektiert, der versteht, dass die Zerstörung durch den Klimawandel schon da ist", forderte der frühere Vizepräsident.

Biden: Höllische Ereignisse noch häufiger, wenn Trump gewinnt

Durch die verheerenden Brände, die seit Tagen in westlichen Bundesstaaten wie Kalifornien, Oregon und Washington wüten, sind schon mindestens 35 Menschen ums Leben gekommen, davon allein 27 in der vergangenen Woche. Dutzende weitere Menschen werden vermisst. Mehr als 30.000 Feuerwehrleute kämpfen gegen die Flammen, die bereits rund zwei Millionen Hektar Land verwüstet und Tausende Häuser zerstört haben.

Bundesstaaten im Süden des Landes bereiteten sich unterdessen auf die Ankunft eines weiteren Hurrikans und damit verbundene Überschwemmungen vor. "Donald Trumps Leugnen des Klimawandels hat diese Feuer und Rekordfluten und Rekord-Hurrikans wohl nicht verursacht, aber falls er eine zweite Amtszeit bekommt, werden diese höllischen Ereignisse noch häufiger, zerstörerischer und tödlicher werden", warnte Biden.

Trump hat den Klimawandel und dessen Folgen in der Vergangenheit immer wieder infrage gestellt. Seine Regierung hat viele Vorschriften im Bereich des Umweltschutzes aufgeweicht und setzt sich unter anderem auch mit Nachdruck für die Förderung von Kohle und Öl ein. Über Windräder hingegen macht Trump sich immer wieder lustig. Biden verspricht vor der US-Präsidentschaftswahl am 3. November einen entschlossenen und auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhenden Kampf gegen den Klimawandel. Durch gezielte Förderung umweltfreundlicher Technologien will er Hunderttausende neue Arbeitsplätze schaffen.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/AFP