Politik

47 Kilometer im Privatjet Von der Leyens 19-Minuten-Flug sorgt für Ärger

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Viel unterwegs: EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen.

(Foto: picture alliance / abaca)

Während in Deutschland und anderen Ländern darüber diskutiert wird, Kurzstreckenflüge zu verbieten, nutzt die EU-Kommissionspräsidentin für eine nicht einmal 50 Kilometer lange Strecke das Flugzeug. Selbst aus der eigenen Partei muss Ursula von der Leyen sich Kritik anhören.

Der Generalsekretär des Europäischen Steuerzahlerbundes, Michael Jäger, hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen für einen 19-minütigen Flug im Privatjet kritisiert. Von der Leyen war im Juni auf diesem Weg von Wien ins nahe gelegene Bratislava gereist. Jäger bezeichnete den Kurzstreckenflug im Gespräch mit der "Bild"-Zeitung als "ökologische Sünde". "Er kostete viel Steuergeld, viel Zeit für die Wege von und zu den Flughäfen und vor allem: viel Glaubwürdigkeit."

Auch die CDU-Bundestagsabgeordnete Jana Schimke ermahnte die frühere Verteidigungsministerin: "Wenn man Wandel will, dann muss man ihn auch vorleben. Ansonsten wird man unglaubwürdig." Die Flugdistanz von Wien nach Bratislava beträgt gerade einmal 47 Kilometer, weniger als beispielsweise von Hamburg nach Lübeck oder von Köln nach Wuppertal. Der Flug verursachte laut "Bild"-Zeitung einen CO2-Ausstoß von mehr als einer Tonne.

Ein Sprecher der EU-Kommission rechtfertigte den Flug gegenüber der Zeitung: "Mit Abflug und Ankunft in Belgien waren es bei dieser Reise der Präsidentin sieben Länder in zwei Tagen. Alternativen wurden geprüft, doch es gab logistisch keine andere Möglichkeit". Noch am selben Abend sei von der Leyen mit dem Privatflugzeug nach Riga geflogen. "Hinzu kommt, dass es wegen Corona Bedenken gab, Linienflüge oder Züge zu nutzen."

Quelle: ntv.de, mbo/AFP

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