Politik

Grönland im Visier der USAWadephul und SPD-Fraktion fordern härteren Kurs gegen Trump

11.01.2026, 03:14 Uhr
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"Wir müssen gemeinsam bei Grönland ein Stoppschild setzen", fordert die SPD-Bundestagsfraktion. (Foto: picture alliance/dpa/XinHua)

Der arktische Raum werde sicherheitspolitisch relevanter, mahnt Außenminister Wadephul vor seiner USA-Reise. Europa dürfe sich im Kampf um Grönlands Souveränität von Trump "nicht einschüchtern lassen", sagt die SPD-Bundestagsfraktion und fordert Maßnahmen.

Bundesaußenminister Johann Wadephul hat sich laut einem Medienbericht den Drohungen von US-Präsident Donald Trump, Grönland notfalls auch mit militärischem Zwang unter Kontrolle der USA zu bringen, entgegengestellt. "Der arktische Raum hat eine neue sicherheitspolitische Bedeutung bekommen. Diese Bedeutung wird weiter zunehmen, gerade weil Russland und auch China dort Interessen haben, die unseren zuwiderlaufen", sagte er der "Bild am Sonntag".

Mit Blick auf seine Reise nach Washington kündigte Wadephul an, er wolle mit US-Außenminister Marco Rubio eine gemeinsame Nato-Strategie besprechen: "Dabei ist es klar, dass es allein Sache Grönlands und Dänemarks ist, über Fragen von Territorium und Souveränität von Grönland zu entscheiden."

Die SPD-Bundestagsfraktion drängt auf einen härteren Kurs der Europäer gegenüber Trump. "Europa darf sich von Trump nicht einschüchtern lassen. Wir müssen gemeinsam bei Grönland ein Stoppschild setzen. Trump braucht endlich Klartext", sagte der außenpolitische Sprecher der Fraktion, Adis Ahmetovic, der Zeitung. Als Vorbild nannte er den brasilianischen Präsidenten Lula. Der habe "Trump mit harten Gegenzöllen zum Einlenken gebracht".

Trump hatte Unruhe und Empörung bei den europäischen Verbündeten ausgelöst, weil er den Besitzanspruch der USA auf die Insel Grönland, die zum Nato-Land Dänemark gehört, kürzlich bekräftigte. Der US-Präsident schließt nach Angaben des Weißen Hauses notfalls auch militärische Gewalt nicht aus, um sich das rohstoffreiche Grönland anzueignen. Als Begründung für die Begehrlichkeiten hatte Trump die nationale Sicherheit der USA angegeben. Demnach seien rund um Grönland zu viele russische und chinesische Schiffe unterwegs.

Quelle: ntv.de, bho/AFP/dpa

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