Politik

Stadt ist vollständig vermintWaffenruhe in Oleschky in Kraft getreten

27.10.2026, 05:05 Uhr
00:00 / 03:17
image
Für die Dauer einer humanitären Operation soll die Feuerpause gelten.

Wo früher 24.000 Menschen wohnten, harren heute noch 2000 von einem russischen Minengürtel eingeschlossene Ukrainer aus. Nach Vermittlung von US-First Lady Melania Trump ist in Oleschky jetzt eine Feuerpause in Kraft getreten.

Die Streitkräfte Russlands und der Ukraine lassen die Waffen schweigen, um eine Hilfsaktion für die Frontstadt Oleschky im russisch kontrollierten Teil des ukrainischen Gebiets Cherson zu ermöglichen. Die russische Seite bestätigte in der Nacht, dass seit 3.00 Uhr (Ortszeit) und für die Dauer einer humanitären Operation eine Feuerpause rund um die seit Monaten abgeriegelte Ortschaft gelte. Währenddessen sollen Lebensmittel und Medikamente an die notleidenden Bewohner geliefert und Vorbereitungen getroffen werden, damit sich die Menschen dort wieder frei bewegen können. Auch der Generalstab in Kiew hatte dies zuvor bestätigt. 

Weil Oleschky vollständig vermint ist, setzten die ukrainischen Streitkräfte zeitweise Drohnen ein, um Hilfsgüter in die Stadt zu schaffen. Viele der unbemannten Fluggeräte wurden jedoch von russischen Truppen abgeschossen. Nach der Vereinbarung sollen nun Minen geräumt werden, um einen sicheren Hilfskorridor zu schaffen. Unklar ist, ob die rund 2000 verbliebenen Bewohner die Ortschaft verlassen dürfen. Die humanitäre Feuerpause geht auf eine Initiative des Weißen Hauses zurück, wie es in Washington heißt. Nach Darstellung der Regierung von US-Präsident Donald Trump vermittelte First Lady Melania Trump die lokale Waffenruhe zwischen Moskau und Kiew. 

Der Generalstab in Kiew betonte, dass die vorübergehende Feuerpause ausschließlich für die humanitäre Operation gelte. "Wir rufen alle dazu auf, in diesem Zeitraum besonders umsichtig mit den Informationen umzugehen, die Sie erhalten und weitergeben", teilte die Generalität auf Telegram mit. "Vertrauen Sie keinen unbestätigten Meldungen und verbreiten Sie keine Gerüchte über Routen, Zeiten und Orte, an denen sich Menschen und humanitäre Konvois bewegen." 

Raketen treffen Kiew

In anderen Landesteilen gingen die russischen Angriffe weiter. Bei einem Raketenangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew wurde am Abend mindestens ein Mensch getötet. Zahlreiche Menschen wurden verletzt, wie Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram mitteilte. Neben mehreren Gebäuden wurde nach seinen Angaben auch ein Krankenwagen getroffen. Zwei Rettungssanitäter seien dabei verletzt worden. In einem der getroffenen Wohnhäuser könnten Menschen eingeschlossen sein. 

Die russischen Militärs hatten nach Angaben der ukrainischen Flugabwehr für diesen Angriff ballistische Raketen eingesetzt. Diese Waffen können nur schwer abgewehrt werden, zumal die Flugabwehr über einen Mangel entsprechender Munition klagt. Das russische Militär nutzt diese Schwäche der Ukrainer zu häufigen Raketenangriffen gegen Ballungszentren in der Ukraine aus.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

Melania TrumpAngriff auf die UkraineWaffenruheUkraine