Politik

Staatschef in HandschellenWeißes Haus führt Maduro in New York vor

04.01.2026, 07:17 Uhr
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Video poster

Die USA entmachten am Samstag gewaltsam den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro. In New York sollen ihm und seiner Frau der Prozess gemacht werden. Nach seiner Ankunft führten ihn Einsatzkräfte in Handschellen vor. Indes ist es ungewiss, wie es nun in Venezuela weitergeht.

Nach seiner Festnahme bei einem US-Militäreinsatz ist der venezolanische Präsident Nicolás Maduro in einer Haftanstalt in New York angekommen. Ein vom Weißen Haus auf X verbreitetes Video zeigt, wie Maduro in Handschellen und umrahmt von Beamten der US-Drogenpolizei DEA in einem Gang des Gebäudes abgeführt wird. Als Maduro an der Kamera vorbeigeführt wird, sagt er "Gute Nacht, frohes neues Jahr".

Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores waren am Samstag bei einem US-Militäreinsatz von Spezialeinheiten festgenommen und in die USA gebracht worden. Sie sitzen in einer Haftanstalt in New York. Ihm und seiner Frau werden unter anderem "Verschwörung zum Drogenterrorismus" sowie "Verschwörung zum Kokainimport" vorgeworfen. Laut US-Medien soll Maduro in Kürze vor Gericht erscheinen. US-Medienberichten zufolge soll er für die Zeit seiner Untersuchungshaft im Stadtteil Brooklyn im Metropolitan Detention Center untergebracht werden, einer Haftanstalt der Bundesbehörden. Einsatzkräfte hatten Maduro per Helikopter nach New York gebracht.

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump hat ein Bild des gefangengenommenen Maduro veröffentlicht. Auf der Plattform Truth Social postete der 79-Jährige eine Abbildung, auf der Maduro gefesselt stehend in einem Jogginganzug mit verbundenen Augen und Kopfhörern zu sehen ist. "Nicolás Maduro an Bord der USS Iwo Jima", schrieb Trump dazu.

Trump hatte Venezuela in den vergangenen Monaten mehrfach vorgeworfen, den Drogenschmuggel in die Vereinigten Staaten aktiv zu fördern und damit die Sicherheit der USA und ihrer Bürger zu gefährden. Die venezolanische Regierung warf den USA dagegen vor, es auf die Ölreserven des Landes abgesehen zu haben.

Bei einer Pressekonferenz in seiner Wochenendresidenz Mar-a-Lago kündigte Trump an, dass die USA die Führung von Venezuela vorübergehend selbst übernehmen werden: "Wir werden das Land so lange regieren, bis wir einen sicheren, ordentlichen und vernünftigen Übergang gewährleisten können."

Wie es nun in Venezuela weitergeht, ist ungewiss. "Wir haben keine Angst vor Bodentruppen. Und wir müssen welche haben, wir hatten vergangene Nacht Bodentruppen vor Ort. Wir werden sicherstellen, dass dieses Land ordnungsgemäß regiert wird", sagte Trump. Es ist unklar, wie er das machen will.

Indes hat Vizepräsidentin Delcy Rodríguez laut örtlichen Medienberichten die Führung des Landes übernommen. Das habe Venezuelas Oberster Gerichtshof angeordnet.

Quelle: ntv.de, gut/dpa

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