Politik

Bundesregierung schweigt Weitere deutsche Waffen in Ukraine angekommen

imago0117800758h.jpg

100 Stück des Maschinengewehrs MG3 sind in der Ukraine neu eingetroffen.

(Foto: imago images/Björn Trotzki)

Luftabwehrraketen, Maschinengewehre und Munition: In der Ukraine sind weitere Waffen aus Deutschland eingetroffen. Zudem liefert Berlin Verpflegung und medizinische Ausrüstung. Äußern will sich der Bund dazu aber nicht mehr.

In der Ukraine sind weitere Waffen aus Deutschland für den Kampf gegen die russischen Angreifer eingetroffen. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus ukrainischen Regierungskreisen erfuhr, handelt es sich um 1500 Luftabwehrraketen vom Typ "Strela" und 100 Maschinengewehre MG3. Hinzu kommen acht Millionen Schuss Munition für Handfeuerwaffen.

Außerdem sind den Angaben zufolge jenseits der Waffen weitere Hilfsgüter aus Deutschland für die ukrainischen Streitkräfte im Kriegsgebiet angekommen. Darunter sind 350.000 Esspakete, 50 Fahrzeuge für den medizinischen Transport und Material für die medizinische Versorgung. Das Bundesverteidigungsministerium wollte sich nicht zu den Angaben äußern.

Vize-Regierungssprecherin Christiane Hoffmann hatte zuvor gesagt, dass sich die Bundesregierung inzwischen nicht mehr öffentlich zu den Waffenlieferungen äußere. Bundestagsabgeordnete könnten aber Informationen über die an die Ukraine gelieferten Rüstungsgüter in der Geheimschutzstelle des Parlaments einsehen.

Das nach ukrainischen Angaben gelieferte MG3 ist das Standardmaschinengewehr der Bundeswehr, das von vielen Einheiten der Truppe verwendet wird. Es kann Ziele in 1200 Metern Entfernung treffen und 1300 Schuss pro Minute abgeben. Dafür wurden auch fünf Millionen Schuss Munition vom Kaliber 7,62 in die Ukraine geschickt. Außerdem erhielten die Streitkräfte drei Millionen Schuss des kleineren Kalibers 5,56. Von den "Strela"-Luftabwehrraketen hatte die Ukraine bereits zuvor 500 Exemplare aus Deutschland erhalten. Sie stammen aus den Beständen der Nationalen Volksarmee der DDR. 

Ukrainische Wunschliste mit schweren Waffen

Nach ukrainischen Angaben sind in den ersten Kriegswochen bereits 500 Panzerfäuste plus 1000 Schuss Munition, 500 Luftabwehrraketen vom Typ "Stinger" sowie die "Strela" geliefert worden. Außerdem hat die Ukraine 14 gepanzerte Fahrzeuge, 23.000 Schutzhelme, 1300 kugelsichere Schutzwesten und 2600 Metallplatten für Schutzwesten sowie Nachtsichtgeräte erhalten.

Mehr zum Thema

Am Mittwoch war zudem bekanntgeworden, dass das Verteidigungsministerium 2000 weitere Panzerfäuste an die Ukraine abgeben will. Ein entsprechender Antrag wurde beim Bundessicherheitsrat gestellt.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte die Nato-Staaten am Vortag bei einem Gipfeltreffen des Bündnisses in Brüssel dazu aufgefordert, auch Panzer und Kampfflugzeuge zu liefern. Der Bundesregierung liegen zwei Wunschlisten der ukrainischen Botschaft vor, auf denen alle schweren Waffen zu finden sind, die die Bundeswehr zur Verfügung hat - vom Kampfpanzer bis zum Kriegsschiff. Von der Lieferung schwerer Waffen hat die Bundesregierung bisher aber abgesehen.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen