Politik

Koalitionsrechner zu Bremen-Wahl Wer mit wem an der Weser?

Bei den Bürgerschaftswahlen in Bremen zeichnen sich laut ersten Prognosen herbe Verluste für die Sozialdemokraten ab. Zum ersten Mal seit dem Krieg rückt die SPD an der Weser in Rolle der zweistärksten Kraft. Die CDU gewinnt dagegen deutlich. Welche Bündnisse wären möglich?

Mehr als 70 Jahre lang waren Bremen und Bremerhaven fest in den Händen der SPD. Bei den parallel zu den Europawahlen abgehaltenen Bürgerschaftswahlen in dem Stadtstaat im Nordwesten Deutschland haben der einstigen Hochburg der Sozialdemokratie einen historischen Umbruch beschwert. Zum ersten Mal seit Bestehen der Bundesrepublik muss sich die SPD in Bremen mit der Rolle der zweitstärksten Kraft begnügen.

*Datenschutz

Welche Parteien haben in Bremen Aussicht auf ein tragfähiges Bündnis? Ein Blick auf den n-tv.de Koalitionsrechner zeigt - basierend auf den jeweils aktuellen Werten - die rein rechnerisch möglichen Mehrheiten nach den Bremer Bürgerschaftswahlen:

Die Sozialdemokraten fuhren den ersten Prognosen zufolge deutliche Verluste ein und landeten in der Wählergunst hinter der CDU. SPD-Spitzenkandidat und Bürgermeister Carsten Sieling wollte die Hoffnung am Wahlabend zunächst noch nicht aufgeben. Die Prognose sei "noch lange kein Ergebnis", wiederholte er gebetsmühlenartig. Er hoffe im Laufe der Nacht noch auf ein besseres Ergebnis.

120660239.jpg

Tiefrot wie der der Teppichboden in der Bremer Bürgerschaft: Blick in den Plenarsaal eines von der SPD geprägte Landesparlaments.

(Foto: picture alliance/dpa)

Einziges mögliches Zweierbündnis wäre nach dem Stand der Dinge am Wahlabend Schwarz-Rot. Ein Bündnis mit der CDU schloss Sieling jedoch am Abend erneut kategorisch aus. Er stehe klar für ein Bündnis mit Linken und Grünen, betonte der Sieling.

Einem schwarz-grünen Bündnis fehlten zunächst noch mindestens drei Sitze bis zur Mehrheit. Zusammen mit der FDP käme ein Jamaika-Bündnis von CDU und den Grünen auf eine knappe Mehrheit von 45 Sitzen - während SPD, Grüne und Linke gemeinsam auf 49 der 84 Sitze in der Bremer Bürgerschaft kämen.

*Datenschutz

Sieling führt den Bremer Senat seit 2015 an der Spitze einer rot-grünen Koalition. Angesichts der sich abzeichnenden Verluste können sich die Sozialdemokraten wenig Hoffnung auf eine Fortsetzung machen: Rot-Grün müsste bei der Auszählung der Stimmen noch mindestens vier Sitze hinzugewinnen.

Danach sieht es - trotz der neuen Stärke des bisher kleineren Koalitionspartners - nicht aus. Nach der Wahl vor vier Jahren beerbte er den damaligen Bürgermeister und SPD-Landeschef Jens Böhrnsen, der Verantwortung für ein schon damals vergleichsweise schlechtes SPD-Ergebnis übernahm.

In der Bremer Landespolitik war Sieling zu diesem Zeitpunkt weniger präsent. Er wirkte im Bundestag und trat dort unter anderem als Sprecher der parlamentarischen Linken innerhalb der SPD-Fraktion in Erscheinung. Die Bremer Politik blieb aber sein angestammtes Feld. Sieling war lange Bürgerschaftsabgeordneter sowie Landeschef der SPD in Bremen.

*Datenschutz

Quelle: n-tv.de, mmo/AFP

Mehr zum Thema