Politik

"Das ist sehr störend"Wilder Trump-Wunsch könnte für Kostenexplosion bei Flugzeugträgern sorgen

16.08.2026, 11:21 Uhr
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Der Kontrollturm auf der "USS Gerald R. Ford" ist aus Sicht des Präsidenten falsch platziert. (Foto: picture alliance / PIXSELL)

Donald Trump mischt sich mit Feuereifer in den Bau neuer Flugzeugträger ein. Ein rein aus ästhetischen Gründen eingebrachter Änderungsvorschlag könnte für die US-Navy jedoch teuer werden.

Die US-Marine erwägt offenbar eine weitreichende Umgestaltung der neuesten Generation an Flugzeugträgern. Diese könnten an die ästhetischen Vorstellungen von US-Präsident Donald Trump angepasst werden, berichtet die "Washington Post" unter Berufung auf mehrere namentlich nicht genannte US-Offizielle.

Das Kommandozentrum der Schiffe, welches sich in einem Turm auf dem Oberdeck befindet, könnte umgesetzt werden. Bisher befindet sich dies bei den neuen Flugzeugträgern der Ford-Klasse im hinteren Bereich des Decks. Trump würde jedoch vorziehen, wenn die neuen Flugzeugträger eher so aussehen würden wie jene, die während des Zweiten Weltkriegs im Einsatz waren. Bei diesen war der Turm, der auch als "Insel" des Schiffs bezeichnet wird, eher mittig entlang der Längsseite des Schiffs platziert.

Aus Sicht der anonymen Beamten würde eine Umplanung bei den im Bau befindlichen Schiffen zu einer massiven Verzögerung und einem heftigen Kostenanstieg führen. Derzeit befinden sich drei Flugzeugträger der Ford-Klasse in verschiedenen Stadien der Entwicklung. Die "USS John F. Kennedy" durchläuft derzeit Probefahrten und könnte zeitnah ihren Dienst aufnehmen. Dagegen befinden sich die "USS Enterprise" und die "USS Doris Miller" noch in verschiedenen Stadien des Baus.

Der erste Flugzeugträger dieser Klasse, die "USS Gerald R. Ford", ist nach einer 17-jährigen Bauzeit bereits im Einsatz und war schon am US-Angriffskrieg gegen den Iran in diesem Jahr beteiligt. Die Premiere des Schiffs endete jedoch wenig erfolgreich. Ein Feuer an Bord machte weite Teile der Unterkünfte für die Mannschaft unbewohnbar. Hinzu kamen massive Probleme mit den Sanitäreinrichtungen.

Teure Anpassung an Trumps Geschmack

Insgesamt sehen die Pläne der US-Marine vor, dass insgesamt zehn Flugzeugträger der Ford-Klasse über die nächsten 40 Jahre gebaut werden. Die geplanten Kosten liegen dabei bei 22 Milliarden Dollar - je Flugzeugträger. Die sollen ihre Pendants der Nimitz-Klasse ersetzen, die noch aus den 1960er Jahren stammen.

Eine Verlegung der Insel wäre "eine umfassende Neugestaltung", sagte Bryan Clark, Forscher am Washingtoner Hudson-Institut, der "Washington Post". Man könne eine solche Änderung vornehmen, so der ehemalige Navy-Offizier. "Aber das ist sehr störend." Eine solche Änderung der Bauweise des Flugzeugträgers würde sich seinen Angaben nach auf den Auftrieb und das Gewicht des Schiffs auswirken und mit erheblichen Kosten verbunden sein.

Für die Verlegung des Kontrollturms in den hinteren Bereich des Schiffs gab es gleich mehrere Gründe. Dies schafft mehr Raum, um Kampfjets auf dem Oberdeck zu parken und ermöglicht schnelle Starts. Darüber hinaus mache es Landungen auf dem Flugzeugträger sicherer, weil es die Gefahr von Turbulenzen verringere, werden die namentlich nicht genannten Offiziellen in dem Bericht zitiert.

Neben dem ästhetischen Missfallen Trumps an der Bauweise des Schiffs will er auch Änderungen an der technischen Ausstattung. Trump hatte am Donnerstag ein Memorandum unterzeichnet, welches eine Abkehr vom modernen - und bereits auf der "USS Gerald R. Ford" eingesetzten - elektromagnetischen Startsystem für die Kampfjets vorsieht. Stattdessen sollen die Flugzeuge von den Trägerschiffen weiterhin mit Dampfkatapulten in die Luft gebracht werden. "Sie haben Milliarden Dollar mehr für elektrische Katapulte ausgegeben, und sie sind nicht gut", hatte Trump kürzlich erklärt. Auch diese Änderung könnte Experten zufolge zu Hunderten Millionen Dollar an Mehrkosten beim Bau führen.

Quelle: ntv.de, lme

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