Washington plant "Friedenspaket"Witkoff fordert Moskau und Kiew zu "Kompromissen" auf

Die US-Unterhändler ringen in Moskau und Kiew um eine Friedenslösung im Ukraine-Krieg. Die Gespräche sollen laut Steve Witkoff so lange andauern, "wie es nötig ist". Beide Seiten müssten Zugeständnisse machen, um ihre "Meinungsverschiedenheiten" zu beenden.
Der US-Gesandte Steve Witkoff hat die Gespräche mit der ukrainischen Seite über ein Ende des russischen Angriffskriegs als "substanziell" bezeichnet. Die Verhandlungen sollten "so lange fortgesetzt werden, wie es nötig ist", sagte Witkoff am Sonntag nach einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dessen Team in Kiew. Der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, äußerte die Hoffnung, dass die Gespräche "neue Wege" zum Voranbringen eines Friedens eröffnen würden.
Witkoff forderte Russland und die Ukraine zu "Kompromissen" auf, um einen Ausweg aus dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu finden. "Beide Parteien müssen Kompromisse eingehen und die Meinungsverschiedenheiten abbauen", sagte Witkoff bei einer Pressekonferenz nach Gesprächen in Kiew. "Wir denken, über die notwendigen Elemente zu verfügen, um das zu erreichen", fügte Witkoff hinzu.
"Wir haben eine sehr bedeutsame, substanzielle und wichtige Diskussion geführt, und wir sind sehr ermutigt und freuen uns darauf, dies so lange fortzusetzen, wie es nötig ist", erklärte der US-Unterhändler Witkoff. Die USA strebten eine diplomatische und keine militärische Lösung des Konflikts an, betonte Witkoff. Kushner wolle eine Rückkehr zu einem trilateralen Format mit der Ukraine, Russland und den USA. Die Regierung in Washington arbeite an einem "Friedenspaket".
Die beiden Gesandten Trumps waren am Sonntag zum ersten Mal seit Beginn der zweiten Amtszeit des US-Präsidenten nach Kiew gereist. Zuvor hatten sie in der russischen Hauptstadt Moskau Kreml-Chef Wladimir Putin getroffen. Dort waren die beiden Geschäftsleute bereits mehrfach zu Gesprächen über ein Ende des 2022 von Russland begonnenen Krieges.
Nach den Gesprächen zwischen der US- und der ukrainischen Seite wurden die Beratungen gemeinsam mit den Sicherheitsberatern aus Berlin, Paris und London fortgesetzt. Für Deutschland nahm der Sicherheitsberater von Bundeskanzler Friedrich Merz , Günter Sautter, daran teil.
Temporäre Feuerpause in Moskau und Kiew
Trump hatte im Wahlkampf 2024 ein schnelles Ende des inzwischen seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden Krieges versprochen. Am Freitag hatte der Präsident angedeutet, dass die USA einen neuen Vorschlag erarbeitet hätten - ohne jedoch Details zu nennen. Selenskyj pochte vor dem Treffen auf feste Zusagen für die Zeit nach einem möglichen Abkommen, darunter Sicherheitsgarantien.
Für die Dauer der Vermittlungsmission greifen die Zusagen beider Seiten, die Hauptstädte Moskau und Kiew nicht anzugreifen. An anderen Orten der Ukraine gab es allerdings weiter Luftangriffe: In der frontnahen südukrainischen Großstadt Saporischschja wurden zwei Frauen durch russische Drohnen verletzt. Am Abend vorher hatte es drei Tote in der Stadt Tschuhujiw im Gebiet Charkiw gegeben. Ukrainische Drohnen verursachten einen Brand in der Raffinerie der russischen Stadt Rjasan südöstlich von Moskau. Auch das Gebiet Rostow im Süden wurde angegriffen.