Politik

Per Zug aus PolenWitkoff und Kushner treffen zu erstem Besuch in Kiew ein

06.09.2026, 13:11 Uhr
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Der ukrainische Präsident Selenskyj (l.) empfängt Trumps Unterhändler Witkoff (M) und Kushner (r.) in Kiew. (Foto: REUTERS/Valentyn Ogirenko)

Nach Moskau sind Witkoff und Kushner bereits mehrfach gereist. Jetzt besuchen die US-Unterhändler die ukrainische Hauptstadt Kiew - zum ersten Mal seit Kriegsbeginn. US-Präsident Trump zeigt sich optimistisch, dass sie dort etwas erreichen.

Im Ringen um ein Ende des Ukraine-Kriegs sind die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner erstmals in Kiew eingetroffen. Sie wurden am Bahnhof der Stadt vom Stabschef des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Kyrylo Budanow, begrüßt, wie ein Video der Nachrichtenagentur Unian zeigte.

Am Vortag hatten Witkoff und Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, in Moskau Gespräche über ein mögliches Ende des seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskriegs geführt. Dort sprachen sie fast drei Stunden mit Kremlchef Wladimir Putin.

In Kiew ist ein Treffen mit Selenskyj geplant. "Wir sind bereit für das Gespräch. Die Ukraine war und wird immer konstruktiv sein", schrieb der Präsident in den sozialen Netzwerken. "Wir sind daran interessiert, ein Ende des Krieges näherzubringen." Die Ukraine brauche Sicherheitsgarantien und eine würdige Nachkriegsordnung. Insgesamt aber sind die Erwartungen in Kiew wie in Moskau an die neuen Vermittlungsbemühungen der USA gering.

Witkoff und Kushner haben seit 2025 mehrmals Moskau besucht, waren für ihre Vermittlungsbemühungen aber noch nie in Kiew. Das sorgte bei Selenskyj für Unmut. Im April kritisierte er, es sei respektlos, nach Moskau zu reisen und nicht nach Kiew zu kommen.

Die jüngsten Aufnahmen aus Moskau vom Samstag dürften in Kiew nicht gut angekommen sein. Putin erklärte, dass Witkoff und Kushner inzwischen das Vertrauen der russischen Seite hätten. "Für uns ist die Zusammenarbeit mit ihnen komfortabel", sagte der Präsident. Witkoff sagte, die Treffen mit Putin gehörten für ihn zu den erinnerungswürdigsten überhaupt.

Die "New York Times" hatte im Vorfeld unter Berufung auf mit den diplomatischen Bemühungen vertraute Beamte berichtet, dass sich die Verhandlungen über die Reise wochenlang zogen. Die USA hätten darauf bestanden, dass die Ukrainer ihre Drohnenangriffe auf Moskau und die russische Energieinfrastruktur vorübergehend einstellen, solange sich Witkoff und Kushner in Russland aufhalten. Die russischen Streitkräfte müssten ihre Raketenangriffe auf Kiew stoppen, schrieb die Zeitung. Putin ordnete eine dreitägige Waffenruhe für die ukrainische Hauptstadt an. Auch Selenskyj sagte zu, dass auf Angriffe auf Moskau bis einschließlich Montag verzichtet werde.

Anreise mit der Bahn

Nach dem Treffen in Moskau flogen die US-Unterhändler zurück auf EU-Gebiet und landeten in Rzeszow, einem Nato-Flughafen in Ostpolen. Von dort nahmen sie wie andere ausländische Politiker den Zug für den Besuch in Kiew. Witkoff und Kushner sind in der Trump-Regierung zuständig für die Bemühungen um ein Ende des russischen Angriffskriegs. "Wir haben sie dorthin geschickt, um zu prüfen, ob wir etwas erreichen können", hatte US-Präsident Donald Trump im Vorfeld gesagt. Er zeigte sich erneut optimistisch, dass dies gelingen könne.

Bisherige Bemühungen der USA um ein Ende des Ukraine-Kriegs haben allerdings noch keinen Durchbruch gebracht. Als Vermittler saß Washington bei direkten Gesprächen Moskaus und Kiews in den Vereinigten Arabischen Emiraten und im Februar in Genf mit am Tisch. Zuletzt lagen die Verhandlungen auf Eis - auch weil die USA durch ihren eigenen Krieg im Iran abgelenkt waren.

In dem seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine stehen die Zeichen derzeit auf Eskalation. An der Front gibt es kaum Bewegung, gleichzeitig haben beide Seiten ihren Luft- und Seekrieg intensiviert.

Moskau setzt vermehrt auf Angriffe mit den besonders schwer abzuwehrenden ballistischen Raketen - auch in dem Wissen, dass es Kiew an Abwehrraketen mangelt. Die Ukraine hat ihre Angriffe vor allem mit Drohnen ins russische Hinterland stark ausgeweitet. Regelmäßig nimmt sie Raffinerien und Logistikzentren von Online-Versandhändlern ins Visier. Im Juli sind Beobachtern der Vereinten Nationen zufolge so viele Zivilisten ums Leben gekommen wie seit Jahren nicht mehr in einem Monat.

Quelle: ntv.de, nbr/dpa

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