Politik

Projekt nimmt Arbeit auf Witwe plant Klage gegen Kohl-Stiftung

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Die staatliche Stiftung soll an den ehemaligen Bundeskanzler erinnern.

(Foto: picture alliance / dpa)

Vor fast einem halben Jahr vom Bundestag beschlossen, nimmt die Helmut-Kohl-Stiftung offiziell ihre Arbeit auf. Es gibt nur ein Problem: Sie ist nicht die einzige. Witwe Kohl-Richter hat selbst auch eine Stiftung gegründet. Der Konflikt wird wohl die Justiz beschäftigen.

Der Streit um eine staatliche Helmut-Kohl-Stiftung geht wohl vor Gericht. Die Witwe des Altkanzlers, Maike Kohl-Richter, kündigte eine Klage gegen das Projekt an. Über ihre Anwälte ließ sie mitteilen, dass sie juristisch gegen die Stiftung vorgehen werde, um "eine der Wahrhaftigkeit verpflichteten Geschichtsschreibung" sicherzustellen.

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Witwe Maike Kohl-Richter ist von Beginn an gegen das Projekt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Zuvor hatte die vom Bundestag beschlossene Bundeskanzler-Helmut-Kohl-Stiftung offiziell ihre Arbeit aufgenommen. Trotz des anhaltenden Widerstands von Maike Kohl-Richter kam das Stiftungskuratorium in Berlin zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Zu dem Gremium, das im Kanzleramt von Hausherrin Angela Merkel empfangen wurde, gehören unter anderen der frühere Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Bernhard Vogel, die ehemalige Bundesgesundheitsministerin Gerda Hasselfeldt sowie der einstige Unions-Fraktionschef Volker Kauder, der zum Vorsitzenden des Kuratoriums gewählt wurde. Die Witwe des Altkanzlers, die von Beginn an gegen das Projekt war, hat eine eigene Helmut-Kohl-Stiftung gegründet.

Der vor vier Jahren verstorbene Kohl bekleidete von 1982 bis 1998 das Amt des Bundeskanzlers. Er gilt als "Kanzler der Einheit". Sein Name steht allerdings auch für die 1999 aufgedeckte CDU-Spendenaffäre. Genau an diesem Punkt setzt die Kritik von Kohl-Richter an. Sie bemängelt, dass die damalige Affäre nicht öffentlich aufgearbeitet, sondern als "Causa Kohl" auf die Stiftung abgewälzt werde.

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Ihre private Stiftung, die ihren Sitz in Kohls einstigem Wohnort Ludwigshafen-Oggersheim hat, soll dessen Arbeit laut Satzung hingegen "quellengestützt und vorurteilsfrei" aufarbeiten. "So widersteht die Stiftung jeder (zeitgeistigen) Versuchung, ihn zu vereinnahmen und in seinem Namen Aussagen zu treffen, wie Dr. Helmut Kohl etwa in dieser oder jener Situation gehandelt hätte."

Anfang Mai hatte der Bundestag eine staatliche Bundeskanzler-Helmut-Kohl-Stiftung beschlossen. Ihr Zweck soll es laut Gesetz sein, die Erinnerung an Kohls politisches Wirken zu wahren und so einen Beitrag zum Verständnis der Zeitgeschichte zu leisten. Sie ist auch dafür verantwortlich, eine öffentlich zugängliche Erinnerungsstätte in Berlin zu errichten.

Quelle: ntv.de, ses/dpa

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