Politik

Trotz siegessicherer Russen Wladimir Klitschko: Mariupol wehrt sich weiter

Die Russen hätten erfolglos versucht, Mariupol einzunehmen, sagte Wladimir Klitschko.

Die Russen hätten erfolglos versucht, Mariupol einzunehmen, sagte Wladimir Klitschko.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach dem Abzug Russlands aus Kiew kehre das Leben langsam wieder in die Hauptstadt zurück, beschreibt der Bruder des Bürgermeisters, Wladimir Klitschko, die Lage. Trotzdem sei man sehr vorsichtig, schließlich bleibe Kiew eine Zielscheibe. Die Verteidigung von Mariupol würde derweil weiter halten.

Nach dem Rückzug der russischen Truppen aus der Region um Kiew beschreibt Wladimir Klitschko, der Bruder des Bürgermeisters von Kiew, Vitali Klitschko, die Lage vor Ort gegenüber der Deutschen Welle (DW). "Kiew ist wieder zum Leben erwacht", erklärt er, trotzdem seien sie sehr vorsichtig und würden prüfen, wie viele Menschen wieder zurück nach Kiew kämen. Schließlich seien sie davon überzeugt, dass die russischen Streitkräfte nirgendwo hingehen werden, die Hauptstadt bleibe eine Zielscheibe. In den nächsten Tagen sind ihm zufolge zudem große Kämpfe im Osten und im Süden des Landes zu erwarten, darum würde man sich auf die Verteidigung dieser Regionen vorbereiten.

Der frühere Boxweltmeister Wladimir Klitschko äußerte sich auch zu der schwer umkämpften Hafenstadt Mariupol. Trotz der weit vorgerückten russischen Truppen werde die Stadt weiter verteidigt, sagte der 46-Jährige. Die Situation vor Ort sei sehr kritisch, "ich weiß nicht wie viele Tausende Zivilisten getötet worden sind und wie viele sich noch in der Stadt aufhalten. Aufgrund der Situation ist es sehr schwer, genaue Zahlen zu ermitteln. Aber die Stadt wehrt sich immer noch." Die Russen hätten erfolglos versucht, die ganze Stadt einzunehmen.

Auf die DW-Frage, ob das Land auf eine sehr wahrscheinliche Großoffensive in der Ostukraine vorbereitet sei, sagte der 46-Jährige: "Heute ist der 50. Tag des Angriffskriegs der Russen. Wir sind auf alles vorbereitet, so wie schon in der Vergangenheit." Zumindest mental seien sie vorbereitet, fügte er hinzu. Sollte es zu Attacken mit chemischen Waffen kommen, sei die Ukraine allerdings auf die Unterstützung des Westens angewiesen. Ebenso was Waffenlieferungen und die Sanktionen gegen Russland anginge.

Klitschko bedauert Absage an Steinmeier

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Klitschko erneuerte sein Bedauern über die Absage der Kiew-Reise des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, und er hoffe, dass dieser Besuch nur aufgeschoben sei und nachgeholt werde. "Präsident Steinmeier hat einen großen Fehler gemacht, indem er geholfen hat, Russland zu dem zu machen, was es heute ist." Er habe aber seinen Fehler eingesehen und sich klar gegen den Angriffskrieg und Putin gestellt, führte er weiter aus.

Während hierzulande gestritten wird, warum Deutschland anders als die USA oder Großbritannien sich nicht auf die Lieferung schwerer Waffen einigen kann, hat Wladimir Klitschko die deutsche Unterstützung als immens hoch bezeichnet. Das hätte er bei seinem zweitägigen Besuch bei Spitzenpolitikern gespürt. Klitschko nannte etwa die Aufnahme von ukrainischen Flüchtlingen in der Bundesrepublik sowie die Anstrengungen bei den Sanktionen. "Der Prozess ist langsam, aber wir stellen uns gemeinsam gegen die russische Aggression, da ist Deutschland keine Ausnahme und steht der Ukraine an der Seite", sagte Klitschko.

Quelle: ntv.de, ysc

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