Politik

Migrationsbericht 2018 Zahl der Asylanträge geht deutlich zurück

Flucht vor Gewalt, Hoffnung auf ein besseres Leben oder ein neuer Job: Menschen kommen aus vielen Gründen nach Deutschland. Dabei suchen inzwischen deutlich weniger Menschen Schutz in Deutschland als noch auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise 2015 und 2016.

In Deutschland sind im vergangenen Jahr weniger Asylanträge gestellt worden. Binnen Jahresfrist sank deren Zahl um 16 Prozent auf 185.800, wie das Bundesinnenministerium in Berlin mitteilte. Demnach waren es fast 162.000 Erstanträge sowie knapp 24.000 Folgeanträge - insgesamt gut 36.800 weniger als 2017. Im Jahr 2016 waren es noch rund 280.000 und 2015 rund 890.000 asylsuchende Menschen.

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Die meisten Asylbewerber kamen laut Innenministerium aus Syrien, dem Irak und dem Iran. Bundesinnenminister Horst Seehofer sagte bei der Vorstellung der Zahlen in Berlin, diese zeigten, dass "die getroffenen Maßnahmen durchaus die gewünschte Wirkung hatten". Nach dem Höhepunkt der Flüchtlingslage im Herbst 2015 sei ein "kontinuierlicher Rückgang" der Asylzahlen zu beobachten.

Zuwanderer kommen vorwiegend aus Rumänien

Ebenfalls abgeflaut ist die generelle Zuwanderung nach Deutschland, die auch die Einreise von Europäern nach Deutschland umfasst. Das geht aus dem jüngsten Migrationsbericht der Bundesregierung hervor. Demnach zogen im Jahr 2017 1,55 Millionen Menschen nach Deutschland. Abzüglich der Ausreisen gab es einen Wanderungsgewinn von lediglich 416.080 im Jahr 2017 und 499.944 im Jahr 2016 gegenüber einem Wanderungsplus von 1,14 Millionen während des Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Jahr 2015. Laut Seehofer wird sich dieser rückläufige Trend auch im Jahr 2019 fortgesetzt haben.

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Bamf-Chef Sommer (l.) und Innenminister Seehofer.

(Foto: REUTERS)

Rund zwei Drittel der Zugewanderten kamen aus Europa und 53,4 Prozent aus der Europäischen Union. Die meisten Zuwanderer stammten aus Rumänien vor Polen und Bulgarien. Die Zuzüge aus Syrien sind deutlich gesunken.

Mit dem Migrationsbericht für die Doppeljahre 2016/2017 wird zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder eine Bestandsaufnahme vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) präsentiert. Aufgrund von technischen Umstellungen hatte es laut Bamf bei der Erstellung von Zu- und Abwanderungszahlen im Rahmen der amtlichen Bevölkerungsstatistiken für das Berichtsjahr 2016 zuvor Verzögerungen gegeben.

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Quelle: n-tv.de, mba/AFP/DJ

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