Klares Ost-West-GefälleZahl der Wohngeldempfänger steigt auf Rekordhoch

Im vergangenen Jahr beziehen rund 1,3 Millionen Menschen in Deutschland Wohngeld. Die Zahl steigt im Vergleich zum Vorjahr um über sieben Prozent. Dabei zeigt sich: Speziell zwei Zielgruppen sind auf den Zuschuss angewiesen.
So viele Menschen wie nie sind in Deutschland auf staatliche Hilfe zum Wohnen angewiesen. Zum Jahresende 2025 bezogen rund 1,3 Millionen Haushalte Wohngeld - der höchste Wert seit Beginn der Erfassung vor über 20 Jahren. Das waren 7,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.
Auch die staatlichen Ausgaben für das Wohngeld erreichten mit fast fünf Milliarden Euro einen Rekordwert. Der Anstieg ist vor allem auf die gesetzlich vorgeschriebene Anpassung an die allgemeine Preis- und Mietentwicklung zurückzuführen. Der durchschnittliche monatliche Wohngeldanspruch pro Haushalt stieg dadurch leicht auf 296 Euro.
Vor allem zwei Gruppen sind auf den Zuschuss angewiesen: In gut der Hälfte der Fälle waren Rentner und Pensionäre die Haupteinkommensperson, wobei es sich dabei zumeist um Alleinstehende handelte. Die zweite große Gruppe waren mit 39 Prozent Haushalte mit Personen unter 25 Jahren. Die große Mehrheit der Empfängerinnen und Empfänger (82 Prozent) waren Hauptmieter, weitere rund zehn Prozent lebten in Heimen. Sieben Prozent bezogen den sogenannten Lastenzuschuss für selbstgenutztes Wohneigentum.
Regional zeigen sich deutliche Unterschiede. Gemessen an allen Haushalten war der Anteil der Wohngeldempfänger in Mecklenburg-Vorpommern mit 5,8 Prozent am höchsten. Er lag damit mehr als dreimal so hoch wie in Bayern, wo mit 1,9 Prozent der geringste Anteil verzeichnet wurde. Auch die Höhe des Zuschusses variiert stark und hängt von den örtlichen Mieten ab. So lag der durchschnittliche Anspruch in Hessen bei 339 Euro, in Mecklenburg-Vorpommern hingegen bei 217 Euro.
Zudem gibt es ein klares Ost-West-Gefälle bei der Zusammensetzung der Empfänger. In Ostdeutschland waren Ruheständler mit 63 Prozent die mit Abstand größte Gruppe. In Westdeutschland stellten sie mit 47 Prozent zwar ebenfalls den größten Anteil, jedoch waren hier Haushalte mit Kindern mit 43 Prozent deutlich stärker vertreten als im Osten.