Politik

US-Präsident auf Weg nach London Zikaden bremsen Tross auf Bidens Europa-Tour

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Und los geht's: Joe Biden ist an Bord der Air Force One unterwegs nach Europa.

(Foto: REUTERS)

Auf seiner ersten internationalen Reise will der US-Präsident lauter große Probleme besprechen: Dazu trifft er Bundeskanzlerin Merkel, den britischen Premier Johnson und den russischen Präsidenten Putin. Zuvor aber blockieren noch kleine Tierchen den Start seines Presseflugzeugs - Tausende Zikaden befallen die Triebwerke.

Ein Zikadenschwarm hat den Abflug des Presseflugzeugs von US-Präsident Joe Biden zu dessen diplomatischer Rundtour durch Europa stundenlang verzögert. Der Flug für dutzende Journalisten, die den US-Präsidenten nach Europa begleiten, sollte ursprünglich am Dienstagabend um 21.00 Uhr Ortszeit (03.00 Uhr MESZ) starten. Da ein Schwarm der daumengroßen Insekten die Triebwerke der Maschine befiel, musste jedoch ein anderes Flugzeug für die zunehmend genervten Medienvertreter bereitgestellt werden. "An diese nicht enden wollende Flugverspätung werde ich mich noch in 17 Jahren erinnern, Zikaden", drohte der CNN-Korrespondent Phil Mattingly den Insekten scherzhaft bei Twitter.

Alle 17 Jahre schlüpfen in den USA Milliarden Zikaden gleichzeitig. Fast zwei Jahrzehnte leben die Larven in der Erde, bevor sie dann in Massen hervorkommen und mit ohrenbetäubendem Lärm die Luft erfüllen - in einem riesigen Gebiet, das von Washington im Osten über Illinois im Mittleren Westen bis nach Georgia im Süden reicht. Als die lärmenden Zikaden das letzte Mal aus der Erde hervorkamen, war George W. Bush US-Präsident, das Online-Netzwerk Facebook war gerade erst gegründet worden und Athen bereitete sich auf die Olympischen Sommerspiele vor.

Gipfelmarathon mit Putin zum Finale

Biden selbst verließ Washington am Mittwochvormittag (Ortszeit). Zusammen mit seiner Frau Jill fliegt ihn die Air Force One nach Großbritannien. Auf seiner Europatour mitsamt Gipfelmarathon wird sich der US-Präsident mit größeren Problemen als den kleinen Insekten herumschlagen müssen. Ziel seiner Reise sei es, Russland und China klar zu machen, dass "Europa und die USA zusammenhalten", sagte Biden kurz vor dem Abflug.

Den 78-Jährigen erwartet innerhalb der nächsten sieben Tage ein vollgepackter Terminkalender mit G7- und Nato-Gipfel sowie einem Treffen mit Russlands Staatschef Wladimir Putin. Den Auftakt macht ein Treffen am Donnerstag mit Großbritanniens Premierminister Boris Johnson, ab Freitag sind beide beim zweitägigen G7-Gipfel in Cornwall.

Bevor Biden weiter nach Brüssel zum Nato-Gipfel am Montag reist, empfängt ihn Queen Elizabeth II. auf Schloss Windsor. Am Dienstag folgt ein EU-USA-Gipfel, bevor das wohl schwierigste Aufeinandertreffen der Reise am Ende wartet, wenn der US-Präsident am Mittwoch in Genf auf Putin trifft.

Quelle: ntv.de, mau/AFP

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