Politik

Von Haubitze bis Gepard Was Deutschland der Ukraine bislang geliefert hat

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Die Panzerhaubitze ist das modernste Artilleriegeschütz der Bundeswehr mit einer Reichweite von 40 Kilometern.

(Foto: IMAGO/Andreas Beil)

Bei der Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine zögerte die Bundesregierung lange. Zwei Monate nach Beginn des russischen Angriffskriegs gab es dann erste Zusagen aus Berlin - doch bis zur ersten Lieferung dauerte es noch viele Wochen. Am Mittwochnachmittag befasst sich der Verteidigungsausschuss des Bundestags mit der Frage. Ein Überblick:

Gepard-Flugabwehrpanzer

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Die ausgemusterten GEPARD-Panzer mussten erst instand gesetzt werden.

(Foto: IMAGO/Sven Eckelkamp)

Ende April sagte die Bundesregierung erstmals ein schweres Waffensystem zu. Sie gab grünes Licht für die Lieferung von 30 ausgemusterten Gepard-Flugabwehrpanzern. Sie kommen vom Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann (KMW), mussten jedoch erst noch instandgesetzt werden. Die ersten acht Gepard-Panzer wurden seit Ende Juli geliefert. Die 22 anderen sollten nach ursprünglichen Plänen bis Ende August folgen.

Ukrainische Soldaten wurden von der Industrie in Deutschland an dem Waffensystem ausgebildet. Problem war die Munition. Zunächst standen nur rund 60.000 Schuss bereit, was wegen der hohen Feuerrate der Flugabwehrkanonen vielfach als zu wenig kritisiert wurde. Ein norwegischer Hersteller soll nun mehr liefern.

Panzerhaubitze 2000

Anfang Mai kündigte Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) auch die Abgabe von sieben Panzerhaubitzen 2000 aus Bundeswehr-Beständen an. Wenige Tage später begann die mehrwöchige Ausbildung ukrainischer Soldaten an den auf einem Panzerfahrgestell montierten Haubitzen.

Die Haubitzen wurden dann in der zweiten Juni-Hälfte geliefert - als erstes schweres Waffensystem aus Deutschland. Es folgten Ende Juli drei weitere Exemplare, womit die Gesamtzahl auf zehn stieg. Die Panzerhaubitze 2000 kann 30 bis 40 Kilometer weit schießen und bis zu zehn Granaten pro Minute abfeuern.

Mehrfachraketenwerfer MARS II

Deutschland kündigte Anfang Juni auch die Abgabe von drei Mehrfachraketenwerfern vom Typ MARS II aus Bundeswehr-Beständen an. Sie wurden Ende Juli geliefert. Dazu gehören auch mehrere hundert Raketen mit einer Reichweite von rund 80 Kilometern. Die USA haben die Ausbildung an dem Waffensystem übernommen, das durch seine hohe Reichweite für die Ukraine einen wichtigen strategischen Vorteil bringt. Washington hat mit HIMARS-Raketenwerfern ein ähnliches System an die Ukraine geliefert.

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Die Abschussbatterien mit einer Kampfbeladung von zwölf Raketen sind dabei auf Kettenfahrzeuge montiert, die eine Geschwindigkeit von bis zu 50 Kilometer pro Stunde entwickeln können.

(Foto: imago images/Chris Emil Janßen)

Luftverteidigungssystem IRIS-T SLM

Am 1. Juni sagte der Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) die Bereitstellung des hochmodernen Luftverteidigungssystems IRIS-T SLM zu. Ihm zufolge kann damit "eine ganze Großstadt vor russischen Luftangriffen" geschützt werden. Die Bundeswehr verfügt nicht über dieses System, Iris-T SLM soll vom deutschen Hersteller Diehl geliefert werden. Es dürfte aber wohl erst in Monaten für die Ukraine zur Verfügung stehen - die Rede ist vom Herbst.

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Ukrainische Soldaten sollen am Flugabwehrraketensystem IRIS-T SLM ausgebildet werden.

(Foto: IMAGO/eventfoto54)

Ortungsradar Cobra

Gleichfalls von Scholz angekündigt wurde am 1. Juni die Abgabe des modernen Ortungsradars Cobra. Es kann zur Aufklärung der Positionen feindlicher Artilleriestellungen in bis zu 100 Kilometer Entfernung genutzt werden. Geliefert werden soll es über die Industrie.

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Laut Bundeswehr soll COBRA bis zu 40 feindlichen Stellungen innerhalb von zwei Minuten aufklären können.

(Foto: imago images / Sven Eckelkamp)

Brückenlegepanzer Biber

Ende Juli kündigte die Bundesregierung auch die Lieferung von 16 Brückenlegepanzern vom Typ Biber an. Mit ihnen könnten die ukrainischen Truppen "im Gefecht Gewässer oder Hindernisse überwinden", erklärte das Bundesverteidigungsministerium. Die ersten sechs Panzer sollen demnach in diesem Jahr geliefert werden, beginnend im Herbst. Zehn weitere Systeme folgen demnach im nächsten Jahr.

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Mit dem Brückenlegepanzer Biber können Geländeeinschnitte, Schluchten oder Gewässer überwunden werden.

(Foto: IMAGO/Sven Eckelkamp)

Panzer-Ringtausch über NATO-Partner

Seit April setzt die Bundesregierung zudem auf indirekte Panzerlieferungen über östliche NATO-Partner. Dabei sollten Länder wie Slowenien, Tschechien, Polen und Griechenland noch aus Sowjet-Zeiten stammende Waffen an die Ukraine liefern und von Deutschland modernen Ersatz bekommen. Angaben zu einem bereits abgeschlossenen Ringtausch gibt es nicht.

(Dieser Artikel wurde am Mittwoch, 03. August 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, mba/AFP

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