Politik

Mehr Freiheiten für Immune? Zuspruch und Kritik nach Spahns Impf-Vorstoß

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Der Gang ins Impfzentrum - bald der Gang in die Freiheit?

(Foto: dpa)

Während der Impffortschritt weiter verhalten bleibt, bringt Gesundheitsminister Spahn mehr Freiheiten für Geimpfte ins Spiel. Unterstützung erhält er von politischen Partnern und Gegnern -aus der AfD kommt hingegen Kritik. Auf offene Fragen weist zudem Patientenschützer Brysch hin.

Die Ankündigung von Gesundheitsminister Jens Spahn, Geimpften mehr Freiheiten etwa beim Einkaufen zurückzugeben, hat geteilte Reaktionen ausgelöst. "Natürlich müssen, wenn die wissenschaftlichen Daten die Unbedenklichkeit bestätigen, Geimpfte alle Rechte wieder in Anspruch nehmen können", sagte Linke-Fraktionschef Dietmar Bartsch den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach unterstützt Spahns Vorschlag, "weil es sich gezeigt hat, dass Geimpfte sich nur noch selten anstecken und sie wahrscheinlich bei Ansteckung nicht mehr ansteckend für andere sind." Allerdings sollte das jeweils nur nach der zweiten Impfung gelten, sagte Lauterbach dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Marco Buschmann, schrieb auf Twitter: "Wenn feststeht, dass von einem Menschen weder für sich noch für andere eine Gefahr ausgeht, dann hat der Staat kein Recht, seine Freiheit einzuschränken." Wenn Spahn und Lauterbach das jetzt auch so sähen, dann sei das "doch eine schöne Osteroffenbarung".

AfD fürchtet Stigmatisierung von Impfgegnern

AfD-Fraktionschefin Alice Weidel kritisierte dagegen, was als "mehr Freiheiten für Geimpfte" verkauft werde, sei nichts anderes als eine Stigmatisierung derer, die noch nicht geimpft seien oder sich nicht impfen lassen wollen. Es dürfe keine Impfpflicht durch die Hintertür geben. Die AfD fordere, alle Grundrechtseinschränkungen unverzüglich für alle Bürger aufzuheben.

Spahn hatte Freiheiten für vollständig Geimpfte nach der dritten Corona-Welle in Aussicht gestellt. "Wer geimpft ist, kann ohne weiteren Test ins Geschäft oder zum Friseur. Zudem müssen nach Einschätzung des RKI vollständig Geimpfte auch nicht mehr in Quarantäne", sagte der Minister der "Bild am Sonntag".

Der Vorsitzende der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, bemängelte, Spahn sage nicht, bei welchem Inzidenzwert die dritte Welle vorbei sei. Unklar sei zudem, wie sich Geimpfte künftig ausweisen sollen. "Die österliche Botschaft des Bundesgesundheitsministers von mehr Freiheiten löst sich bei genauem Hinschauen schnell in Rauch auf", sagte Brysch.

Quelle: ntv.de, kst/dpa

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