Fünf Schwergewichte packen anRangierwagenheber im Test - wer hebt sich von der Konkurrenz ab?
Von Nikolai Henn.webp)
Beim Reifenwechsel kann ein hydraulischer Wagenheber Kraft und Nerven sparen. Im ntv Produkt-Check testen wir fünf beliebte Modelle. Der Testsieger bietet besonders viel Komfort.
Hydraulische Rangierwagenheber sind ziemlich groß und schwer, für viele Hobby-Schrauber aber erste Wahl, wenn ein Radwechsel oder Arbeiten unter dem Auto anstehen. Anders als einfache Scherenwagenheber, bei denen das Auto per Kurbel angehoben wird, lassen sie sich auf Rollen unter das Fahrzeug bewegen. Mit einem langen Hebel kann man das Auto mit vergleichsweise wenig Kraft hochpumpen. Dass das so leicht geht, liegt an der Hydraulik: Beim Pumpen wird Öl im Inneren unter Druck gesetzt. Dieser Druck bewegt einen Kolben und hebt das Fahrzeug.
Hydraulische Wagenheber im Test - das Fazit
Der Wagenheber VERDA SN8013* ist Testsieger. Er bringt das Auto mit fünf Pumpbewegungen am höchsten, rollt geschmeidig unters Fahrzeug und bietet als einziges Modell im Test ein Fußpedal sowie einen Zieh- und Schiebegriff.
So läuft der Rangierwagenheber-Test ab
Alle fünf Modelle treten am selben Mini-SUV auf demselben ebenen und festen Untergrund an, jeweils am selben Aufnahmepunkt.
Funktion und Leistung: Wie weit hebt der Wagenheber das Auto mit fünf Pumpbewegungen an? Wir messen dreimal pro Modell den Abstand zwischen Boden und Karosserie am Aufnahmepunkt
Benutzerfreundlichkeit und Handling: Erstaufbau, Rangieren vorwärts, rückwärts und seitlich, Griffkomfort sowie Zugang zum Hydrauliköl zum Kontrollieren oder Nachfüllen
Ausstattung und Features: Fußpedal zum schnellen Hochpumpen, separater Zieh- und Schiebegriff, Gummiauflagen
Preis: Wie viel Hubtempo, Beweglichkeit und Komfort bekommt man für sein Geld?
Diese Wagenheber von VERDA, CargoVA und Co. testen wir
Testsieger: VERDA SN8013 Rangierwagenheber, circa 119 Euro*
Hinweis: Die Verkaufspreise können sich jederzeit ändern, Händler passen ihre Preise oft unabhängig von der unverbindlichen Empfehlung des Herstellers an.
Testsieger: VERDA SN8013 Rangierwagenheber
Kurz und knapp: Der VERDA hebt das Auto mit wenigen Pumpbewegungen besonders weit an, lässt sich angenehm bedienen und bietet mit Abstand die umfangreichste Ausstattung im Test. Nur der erste Aufbau könnte einfacher sein.
Beim Heben liegt der VERDA vorne. Sobald der Aufnahmeteller am Auto anliegt, pumpen wir in drei Durchgängen jeweils fünfmal vollständig. Danach messen wir zwischen Boden und Karosserie am Aufnahmepunkt durchschnittlich 39,5 Zentimeter - der beste Wert im Test.
Auch bei der Bedienung gefällt uns VERDA am besten. Als einziges Modell verfügt er über ein Zieh- und Schiebegriff und ein Fußpedal. Beim Rangieren rollt der VERDA leicht vor und zurück. Nur seitlich ist der CargoVA noch etwas wendiger.
Beim ersten Aufbau gibt es dagegen etwas mehr zu tun. Der Griff und zwei Räder müssen noch montiert werden. Praktisch ist dafür der Zugang zum Hydrauliköl: Die Abdeckung lässt sich einfach abnehmen und muss nicht erst mit mehreren Schrauben gelöst werden. Etwas schade ist, dass sich das Auto nicht über den Griff des VERDA* absenken lässt. Dafür muss die lange Hebelstange gedreht werden. Das Absenken selbst lässt sich damit aber sehr fein dosieren - wie bei allen fünf Modellen im Test.
Tragkraft: 3 Tonnen
Hubbereich: 75 bis 515 Millimeter
Gewicht: rund 29,4 Kilogramm
Ausstattung: Fußpedal zum schnellen Vorpumpen bis an den Aufnahmepunkt, Zieh- und Schiebegriff, dicke Gummiauflage, magnetische Werkzeugablage, Kniematte, Arbeitshandschuhe und Reifenprofiltiefenmesser
CargoVA 3T PRO Rangierwagenheber - wendig, aber wenig Komfort
Kurz und knapp: Der CargoVA lässt sich von allen Modellen am leichtesten bewegen und ausrichten. Beim Heben und beim Griffkomfort gehört er dagegen zu den schwächeren Testkandidaten.
Beim Rangieren ist der CargoVA das stärkste Modell im Test. Er rollt leicht vor und zurück und lässt sich auch seitlich gut bewegen. Gerade kleine Korrekturen unter dem Auto gelingen damit einfacher als bei den anderen Modellen.
Beim Heben liegt er dagegen gemeinsam mit dem Modell von Güde auf dem letzten Platz. Nach fünf Pumpbewegungen messen wir 35 Zentimeter.
Praktisch: Der Aufbau ist schnell erledigt, weil der Wagenheber größtenteils fertig montiert geliefert wird. Nur die Hebelstange muss noch zusammengesteckt und verschraubt werden. Beim Pumpen liegt mindestens eine Hand auf blankem Metall, ein gepolsterter Griff fehlt. Auch der Zugang zum Hydrauliköl ist beim CargoVA* etwas umständlich, weil zunächst vier Schrauben gelöst werden müssen.
Tragkraft: 3 Tonnen
Hubbereich: 75 bis 505 Millimeter
Gewicht: rund 29,5 Kilogramm
Ausstattung: Gummiauflage
Güde GRH 2,5/510 L Rangierwagenheber - schnell startklar und laut
Kurz und knapp: Der Güde ist ohne große Schrauberei schnell einsatzbereit. Beim Rangieren stören allerdings die lauten Rollen und das Schleifen beim vollständigen Absenken.
Der Güde ist der leichteste Wagenheber im Test und am schnellsten einsatzbereit. Die Hebelstange wird nur zusammengesteckt, der Rest ist bereits vorbereitet. Der Kunststoffgriff ist zwar schlicht, fühlt sich beim Pumpen aber angenehmer an als blankes Metall.
Nach fünf Pumpbewegungen messen wir 35 Zentimeter. Damit liegt der Güde gemeinsam mit dem CargoVA am Ende des Feldes. Bewegen lässt sich der Güde zwar ordentlich, allerdings rollen die Räder laut über den Boden.
Noch störender ist das Verhalten beim Absenken. Wird der Güde* komplett heruntergelassen, schleift er am Boden, wenn man ihn in Bewegung setzt. Das passiert bei den anderen Modellen nicht. Für den Zugang zum Hydrauliköl müssen außerdem vier Schrauben entfernt werden.
Tragkraft: 2,5 Tonnen
Hubbereich: 80 bis 508 Millimeter
Gewicht: 28,7 Kilogramm
Ausstattung: Kunststoffgriff
AREBOS AR-HE-HRW3 Rangierwagenheber - starker Hub, mühsamer Aufbau
Kurz und knapp: Der AREBOS hebt mit fünf Pumpbewegungen fast so weit wie der Testsieger und hat einen angenehmen Griff. Der unnötig komplizierte Aufbau kostet aber deutlich Punkte.
Beim Heben gehört der AREBOS zu den besten Modellen. Nach fünf Pumpbewegungen messen wir 39 Zentimeter. Nur der VERDA liegt mit 39,5 Zentimetern knapp davor. Auch der gummierte Griff ist angenehm zu greifen.
Der erste Aufbau ist dagegen der mit Abstand aufwendigste im Test. Vorder- und Hinterrollen müssen noch montiert werden. Für einen der Sicherungsringe ist eine Sprengringzange nötig. Wer dieses Spezialwerkzeug nicht zu Hause hat, muss improvisieren und in der Regel lange tüfteln, bis der Ring richtig sitzt.
Ist der AREBOS* erst einmal zusammengebaut, wird die Bedienung deutlich einfacher. Die Hebelstange lässt sich unkompliziert einklicken und auch das Hydrauliköl ist gut erreichbar. Beim Rangieren wirkt der schwere Wagenheber allerdings träger als VERDA und CargoVA.
Tragkraft: 3 Tonnen
Hubbereich: 75 bis 505 Millimeter
Gewicht: rund 33 Kilogramm
Ausstattung: zwei Gummiauflagen, gummierter Griff
NTG WGH.BLACK-3001 Rangierwagenheber - solide beim Pumpen, aber schwerfällig
Kurz und knapp: Der NTG hebt ordentlich und ist schnell einsatzbereit, lässt sich von allen fünf Wagenhebern aber am schwersten unter dem Auto bewegen und ausrichten.
Beim Heben landet der NTG im Mittelfeld. Nach fünf Pumpbewegungen messen wir 37 Zentimeter.
Seine größte Schwäche zeigt sich beim Rangieren. Vor allem bei Richtungswechseln stellen sich die Rollen häufig quer. Kleine Korrekturen unter dem Auto brauchen dadurch mehr Kraft und Geduld als bei den anderen Modellen. Mit über 35 Kilogramm ist der NTG außerdem das schwerste Gerät im Test. Außerdem bietet er keinerlei Ausstattung.
Der Aufbau des NTG* geht relativ schnell, weil vieles bereits montiert ist. Die Teile der Hebelstange müssen aber noch zusammengeschraubt werden. Beim Pumpen fehlt ein angenehmer Griff, eine Hand liegt auf blankem Metall. Für den Zugang zum Hydrauliköl müssen außerdem vier Schrauben gelöst werden.
Tragkraft: 3 Tonnen
Hubbereich: 75 bis 505 Millimeter
Gewicht: 35,2 Kilogramm
Ausstattung: keine zusätzlichen Extras
Für welche Autos eignet sich ein hydraulischer Rangierwagenheber?
Hydraulische Rangierwagenheber eignen sich grundsätzlich für viele Autos, vom Kleinwagen bis zum SUV. Entscheidend sind Tragkraft, minimale Unterfahrhöhe und maximale Hubhöhe. Bei stark tiefergelegten Fahrzeugen kann es passieren, dass der Wagenheber nicht unter den vorgesehenen Aufnahmepunkt passt. Bei hohen SUVs muss er dagegen weit genug nach oben reichen. Vor dem Kauf lohnt sich deshalb ein Blick auf die Herstellerangaben.
Was ist beim Arbeiten unter dem Auto zu beachten?
Ein Rangierwagenheber dient nur zum Anheben des Fahrzeugs. Wer unter dem Auto arbeitet, muss es auf festem, ebenem Untergrund zusätzlich mit geeigneten Unterstellböcken gegen Absinken und Abrutschen sichern. Man sollte sich niemals unter ein Fahrzeug legen, das allein vom Wagenheber gehalten wird.
Welches Öl kommt in einen hydraulischen Rangierwagenheber?
In einen hydraulischen Rangierwagenheber gehört spezielles Hydrauliköl. Welche Sorte genau benötigt wird, steht in der Bedienungsanleitung. Motoröl oder Bremsflüssigkeit sind dafür nicht geeignet. Sinnvoll ist eine Öl-Kontrolle, wenn der Wagenheber nicht mehr seine volle Höhe erreicht oder nicht mehr sauber arbeitet.
*Die Testredaktion rund um den ntv Produkt-Check ist unabhängig und erwirbt alle Produkte auf eigene Kosten. In seltenen Fällen werden Test-Geräte auch leihweise von Herstellern zur Verfügung gestellt. Bei Tests wie bei Vergleichen bewerten wir nach objektiven, nachvollziehbaren Kriterien. Wird ein Produkt über einen Affiliate-Link gekauft, erhält ntv eine Provision. Für den Käufer entstehen dabei keine Mehrkosten.



