Ganz ohne WasserkocherElektrische Wärmflaschen im Test - welche bringt uns durch kalte Tage?
Von Isabella Campanelli
Kalte Füße, verspannter Nacken? Wärmflaschen sorgen schnell für Entspannung und wohlige Wärme. Elektrische Modelle kommen dabei ganz ohne heißes Wasser aus - vier Modelle im ntv Produkt-Check.
Elektrische Wärmflaschen sind die moderne Alternative zum klassischen Modell aus Gummi: Statt heißes Wasser einzufüllen, wird hier einfach in die Steckdose gesteckt, ein integriertes Heizelement erwärmt die enthaltene Flüssigkeit innerhalb weniger Minuten. Anschließend kann die Wärmflasche kabellos mehrere Stunden genutzt werden. Das ist nicht nur bequemer, sondern auch sicherer, da keine Verbrühungsgefahr beim Einfüllen oder durch undichte Verschlüsse besteht. Wie schnell sich elektrische Wärmflaschen in der Praxis aufheizen und wie lange die Wärme gehalten wird - wir machen den Test.
Elektrische Wärmflaschen im Test - das Fazit
Der Testsieger von CityComfort* überzeugt mit einer angenehmen Wärmeentwicklung und hochwertigen Verarbeitung. Das Modell heizt sich schnell auf und kommt mit einem sehr weichen Bezug inklusive Handwärmer.
So testen wir die elektrischen Wärmflaschen
Wir heizen alle Wärmflaschen nach Herstellerangabe auf und messen die Oberflächentemperatur mit einem Laser-Infrarot-Thermometer während des Aufheizens sowie nach 10, 20 und 30 Minuten und nach einer und nach zwei Stunden. Die umgebende Raumtemperatur beträgt durchgängig 24 Grad. Folgende Testkriterien fließen in die Bewertung mit ein:
Funktion und Leistung: Aufheizzeit und Wärmespeicherung über die Zeit
Verarbeitung und Qualität: Materialeindruck, Geruch, Gewicht und Größe
Benutzerfreundlichkeit und Pflege: Bezug, Kabel, Handhabung, Verständlichkeit der Anleitung
Sicherheit und Zuverlässigkeit: Überhitzungsschutz, Prüfzeichen und Dichtigkeit der Nähte
Ausstattung und Features: Zubehör, zum Beispiel ein integriertes Handfach oder ein separater Bezug
Design und Haptik
Diese Wärmflaschen testen wir
Testsieger: CityComfort Wiederaufladbare Wärmflasche Elektrisch 450W, circa 23 Euro*
TM Electron Vulcano wiederaufladbare Wärmflasche, circa 22 Euro*
ELETTROCASA Teporino Elektrische Wärmflasche, circa 17 Euro*
Hinweis: Die Verkaufspreise können sich jederzeit ändern, Händler passen ihre Preise oft unabhängig von der unverbindlichen Empfehlung des Herstellers an.
Testsieger: Wiederaufladbare elektrische Wärmflasche von CityComfort
Kurz und knapp: Eine hochwertig verarbeitete Wärmflasche, die sich schnell aufheizt - perfekt für kuschelige Abende auf dem Sofa.
Bereits beim Auspacken macht das Modell von CityComfort einen hochwertigen Eindruck. Es ist als einziges Produkt im Test zusätzlich in Plastik verpackt, riecht nicht unangenehm und fühlt sich dank des Fleece-Bezugs sehr weich an. Positiv fällt auch der hochwertige Verschluss über der Ladebuchse auf. Ein kleines Manko gibt es beim Ladekabel: Es hat einen britischen Stecker, für den zwar ein EU-Adapter beiliegt, dessen Montage sich aber als etwas mühselig erweist. Die Leistung liegt laut Hersteller bei 450 Watt. Sowohl das Ladekabel als auch die Wärmflasche sind mit einem CE-Zeichen versehen.
Im Praxistest punktet die Wärmflasche mit einer schnellen und ausgewogenen Erwärmung. Die rote Kontrollleuchte am Stecker erlischt nach achteinhalb Minuten bei einer erreichten Oberflächentemperatur von 64 Grad Celsius - eine angenehme Gradzahl, die nicht zu Verbrennungen führt. Nach 30 Minuten messen wir noch 47 Grad, nach einer Stunde sind es 42 Grad, nach zwei Stunden 34 Grad - insgesamt bleibt die Wärmflasche auch noch nach drei Stunden angenehm lauwarm. Ein weiterer Pluspunkt ist der flauschige Bezug mit integriertem Handwärmerfach, der den Komfort zusätzlich erhöht. Nettes Extra: Die Wärmflasche von CityComfort* ist in drei verschiedenen Farben erhältlich (Grau, Pink und Marineblau). Bei einem Gewicht von 1,52 Kilogramm ist die Flasche auch für den Transport geeignet.
TM Electron Vulcano Wärmflasche - heizt langsam, hält dafür lange warm
Kurz und knapp: Die Vulcano Wärmflasche liefert langanhaltende, moderate Wärme und einen besonders kuscheligen Bezug. Leichte Abzüge gibt es für die vergleichsweise langsame Aufheizzeit.
Die Wärmflasche von TM Electron kommt mit einem flauschigen Mikrofaser-Bezug und einem praktischen Fach für die Hände. Sie riecht nicht unangenehm, ist mit 1,64 Kilogramm aber das schwerste Modell im Test. Es fehlt eine Anleitung in deutscher Sprache, entsprechende Hinweise gibt es u.a. auf Englisch und Spanisch. Laut Hersteller liegt die Leistung bei 360 Watt, auf dem Ladekabel können wir Warnsymbole sowie ein CE-Zeichen feststellen, außerdem ist die Flasche laut Hersteller auslaufsicher.
Im Vergleich zum Testsieger heizt die Vulcano deutlich langsamer auf und erreicht eine niedrigere Endtemperatur. Nach 15 Minuten am Stromnetz messen wir eine Oberflächentemperatur von 53 Grad Celsius, wärmer wird dieses Modell im Test nicht. Dafür überzeugt es bei der Wärmespeicherung auf ganzer Linie: Das Modell von TM Electron* hält die Wärme in unserem Vergleich am längsten. Nach zwanzig Minuten sind es 50 Grad, nach einer Stunde messen wir noch 48 Grad und nach zwei Stunden beträgt die Temperatur immer noch angenehme 39 Grad. Für das Tragen über einem dicken Pullover ist die Wärme insgesamt etwas zu dezent, für den direkten Kontakt aber sehr angenehm.
Die ELETTROCASA Teporino Elektrische Wärmflasche wird schnell heiß
Kurz und knapp: Dieses Modell heizt extrem schnell auf, wird für unseren Geschmack aber zu heiß und riecht zudem unangenehm.
Im Lieferumfang der Wärmflasche ist ein separater Kuschelbeutel enthalten, der allerdings ohne Handfach kommt. Auf uns wirkt er nicht besonders hochwertig und lässt sich nicht richtig zuziehen. Die Verarbeitung der Flasche selbst ist in Ordnung und das Kabel der Ladestation vergleichsweise lang, was die Platzierung beim Aufladen erleichtert. Allerdings nehmen wir hier einen muffigen Geruch wahr, der sich bei der Nutzung als störend erweist.
Beim Aufheizen zeigt diese E-Flasche das stärkste Tempo im Feld: von 21,5 Grad vor dem Start auf 55 Grad nach nur fünf Minuten und 66 Grad nach zehn Minuten. Dann ist das Modell tatsächlich schon so heiß, dass es sich nicht mehr anfassen lässt - für den direkten Hautkontakt ist das also nicht ideal. Beim Abkühlen hält sie sich dafür lange: Nach zehn Minuten messen wir noch 61 Grad, nach 30 Minuten 55 Grad, nach einer Stunde 44 Grad und nach zwei Stunden sind es schließlich noch 36 Grad. Was uns stört: Die Anleitung ist sehr kurz gehalten, außerdem finden wir kein CE-Zeichen oder weitere Sicherheitshinweise. Laut Hersteller beträgt die Leistung 450 Watt, als Innenflüssigkeit wird Wasser verwendet. Mit 1,1 Kilogramm und einem Umfang von 27 × 20 Zentimetern eignet sich die Teporino-Wärmflasche von ELETTROCASA* gut für unterwegs.
BEPER Elektrische Wärmflasche - Schwächen bei Material und Geruch
Kurz und knapp: Die Wärmflasche von BEPER heizt zwar schnell auf, fällt im Test aber durch einen stark modrigen Geruch und eine billige Materialanmutung auf.
Beim Modell von BEPER stellen wir bereits beim Auspacken fest: Die Flasche riecht stark modrig und schimmelig, was auch nach längerem Auslüften nicht vollständig verfliegt, stellenweise erkennen wir Verschmutzungen. Die Haptik des Materials erinnert eher an eine dicke Plastiktüte und fühlt sich nicht gemütlich an, optisch ähnelt das Modell der ELETTROCASA-Wärmflasche. Leider gibt es hier keinen Überzug, was für gemütliche Stunden auf dem Sofa wünschenswert wäre.
Das Anschließen mit dem Ladekabel klappt im Test gut, die Wärmflasche heizt schnell auf. Sie blubbert und zischt hörbar und erreicht schon nach wenigen Minuten hohe Temperaturen. Nach zehn Minuten messen wir über 80 Grad Celsius an der Oberfläche, was wir als zu heiß für eine sichere Anwendung empfinden - ohne einen dicken Schutz, etwa ein Handtuch, ist an eine Nutzung nicht zu denken. Die Wärme geht allerdings schnell wieder verloren: Nach 20 Minuten zeigt die Wärmflasche nur noch 57 Grad Oberflächentemperatur an, nach einer Stunde sind es 41 Grad, nach zwei Stunden 34 Grad. Das sehr kurze Ladekabel ist mit einem CE-Zeichen versehen. Die Anleitung ist verständlich auf Deutsch geschrieben, dennoch kann uns die Qualität bei BEPER* insgesamt nicht überzeugen.
Elektrisch oder klassisch mit Wasser - was ist besser?
Beide Varianten haben Vor- und Nachteile. Elektrische Modelle sind bequemer, da das Hantieren mit heißem Wasser entfällt. Das minimiert das Risiko von Verbrühungen. Klassische Wärmflaschen sind dagegen günstiger, leichter und benötigen keinen Strom.
Wie sicher sind elektrische Wärmflaschen?
Moderne elektrische Wärmflaschen gelten bei korrekter Anwendung als sehr sicher. Sie verfügen in der Regel über eine automatische Abschaltung, die eine Überhitzung verhindert. Im Inneren befindet sich eine fest eingeschlossene, meist wasserbasierte Flüssigkeit, die beim Aufladen elektrisch erwärmt wird. Ein CE-Zeichen zeigt an, dass das Produkt laut Hersteller den geltenden europäischen Sicherheitsanforderungen entspricht. Wichtig: Man sollte die Flasche niemals während des Ladevorgangs benutzen, nicht knicken oder sich darauf legen. Bei Beschädigungen am Kabel oder an der Hülle sollten die Teile umgehend entsorgt werden.
*Die Testredaktion rund um den ntv Produkt-Check ist unabhängig und erwirbt alle Produkte auf eigene Kosten. In seltenen Fällen werden Test-Geräte auch leihweise von Herstellern zur Verfügung gestellt. Bei Tests wie bei Vergleichen bewerten wir nach objektiven, nachvollziehbaren Kriterien. Wird ein Produkt über einen Affiliate-Link gekauft, erhält n-tv eine Provision. Für den Käufer entstehen dabei keine Mehrkosten.


