Klopfen, wärmen, kühlenMassagepistolen im Test - welche lockert die Muskeln am besten?
Von Nikolai Henn.webp)
Ob schwere Beine nach dem Sport oder ein verspannter Nacken nach langem Sitzen - Massagepistolen sollen für Entspannung sorgen. Was sie wirklich bringen? Für den ntv Produkt-Check testen wir fünf Modelle.
Massagepistolen werden in der Physiotherapie und bei der Betreuung von Sportlern eingesetzt, um verspannte Muskeln zu lockern oder Beschwerden nach starker Belastung zu lindern. Viele Menschen nutzen die Geräte aber auch zu Hause, weil sich damit zum Beispiel Wade, Oberschenkel oder Schulter selbst bearbeiten lassen. Die getesteten Modelle bringen mehrere Geschwindigkeitsstufen, verschiedene Aufsätze sowie zum Teil Wärme- oder Kältefunktionen mit.
Massagepistolen im Test - das Fazit
Die Beurer MG 195 HOT & COLD* ist unser Testsieger. Sie bietet die größte Auswahl an Intensitätsstufen und massiert besonders angenehm von sanft bis kräftig. Dazu kommen sieben Aufsätze sowie eine Wärme- und Kältefunktion.
Unser Preis-Leistungs-Sieger ist die RENPHO Active ThermaCool*. Sie gehört bei kräftigen Massagen zu den besten Geräten im Test, die Schlagbewegung bleibt selbst unter hohem Druck stabil. Auch die RENPHO bringt eine Wärme- und Kältefunktion mit.
So läuft der Massagepistolen-Test ab
Wir testen fünf Massagepistolen auf ihre Praxistauglichkeit in verschiedenen Alltagssituationen.
Funktion und Leistung: Massagegefühl von sanft bis kräftig, Verhalten unter Anpressdruck, Gleichmäßigkeit und Hautgefühl
Benutzerfreundlichkeit: Gewicht, Griffgefühl, Vibrationen im Griff, Bedienung, Aufsatzwechsel, Anzeigen, Lautstärke
Ausstattung und Features: Anzahl und Nutzen der Massageköpfe, Lieferumfang, Wärme- und Kältefunktionen sowie weitere Extras
Preis: Wie viel Leistung und Ausstattung gibt es fürs Geld?
Die Massagepistolen von Beurer, Renpho und Co. im Test
Testsieger: Beurer MG 195 HOT & COLD Massagepistole, circa 136 Euro*
Preis-Leistungs-Sieger: RENPHO Active ThermaCool Massagepistole, circa 90 Euro*
Hinweis: Die Verkaufspreise können sich jederzeit ändern, Händler passen ihre Preise oft unabhängig von der unverbindlichen Empfehlung des Herstellers an.
Testsieger: Beurer MG 195 HOT & COLD Massagepistole
Kurz und knapp: Die Beurer MG 195 HOT & COLD ist der beste Allrounder im Test und punktet mit einfacher Handhabung und einer starken Wärme-Kälte-Funktion. Bei der reinen Kraft unter Druck mischt das Gadget jedoch nicht ganz vorne mit.
Der gummierte Griff liegt sicher in der Hand, was sich besonders bei einer sanften Massage positiv bemerkbar macht - mit dem Luftpolsterkopf lässt sich selbst der empfindliche Nackenbereich angenehm behandeln. Die Stöße fühlen sich weich und gleichmäßig an. Hinzu kommt die niedrigste Intensitätsstufe, die weniger kräftig ausfällt als bei den meisten Konkurrenten.
Bei einer kräftigen Massage fühlt sich der Massagekopf auch auf höchster Stufe angenehm auf der Haut an, im direkten Vergleich liegt die Beurer beim Massagegefühl gleichauf mit der RENPHO, wobei sie bei wiederholt-starkem Anpressen gegen die Handinnenfläche oder den Oberschenkel nicht ganz so gut mitmacht.
Besonders gelungen ist die Bedienfreundlichkeit, die neun Intensitätsstufen lassen sich über eine Taste auswählen. Wärme und Kälte werden über ein Drehrad geregelt und fühlen sich auf der Haut sehr angenehm an. Praktisch: Die Temperatur kann sogar während der laufenden Massage verändert werden. Die LEDs zeigen die gewählte Temperaturintensität an. Auch der Akkustand ist ablesbar.
Mit sieben Aufsätzen bietet die Beurer* die größte Auswahl im Test. Der Kugelkopf etwa eignet sich laut Hersteller für größere Muskelgruppen wie Wade oder Oberarm, mit dem dünnen Spiralkopf lassen sich einzelne Stellen gezielter bearbeiten.
Aufsätze: 7 Massageköpfe
Funktionen: 9 Intensitätsstufen, 3 Wärme- und 3 Kältestufen
Lautstärke: 60,4 dB (niedrigste Stufe), 75,0 dB (höchste Stufe), selbst gemessen
Gewicht: 515 Gramm
Maße: 12,6 x 4,8 x 15,5 cm
Akkulaufzeit: bis zu 4,5 Stunden (laut Hersteller)
Preis-Leistungs-Sieger: RENPHO Active ThermaCool Massagepistole
Kurz und knapp: Die RENPHO Active ThermaCool ist ein Kraftpaket für preisbewusste Nutzer, das mit enormer Stabilität unter Druck und wohltuender Wärme-Kälte-Funktion überzeugt, für eine sanfte Massage aber weniger geeignet ist.
Wer eine Massagepistole für eine kräftige und intensive Behandlung sucht, liegt mit der Renpho richtig. Im Test zeigt sie zusammen mit dem Modell von Bob and Brad dann die beste Leistung, wenn der Anpressdruck erhöht wird - der Motor arbeitet weiter stabil und kräftig, ohne an Leistung zu verlieren, das Massagegefühl auf der Haut bleibt dabei angenehm geschmeidig. Der gummierte Griff liegt gut in der Hand und dämpft Vibrationen effektiv.
Auch die RENPHO bietet eine kombinierte Wärme- und Kältefunktion, wobei Wärme wie Kälte gerade auf höchster Stufe deutlich spürbar sind. Die Funktion lässt sich einfach über eine Taste am Gerät aktivieren. Mit fünf Massageköpfen ist die Ausstattung für den vergleichsweise niedrigen Preis sehr umfangreich.
Die größte Schwäche des Geräts zeigt sich bei der sanften Massage: Schon auf niedrigster Stufe ist die Intensität vergleichsweise hoch. Der mitgelieferte flache Kopf der RENPHO* ist zudem recht hart und klein, was diesen Eindruck verstärkt. Wer eher empfindlich ist oder eine entspannende, sanfte Massage sucht, ist mit dem Testsieger von Beurer besser bedient.
Aufsätze: 5 Massageköpfe
Funktionen: 5 Intensitätsstufen, Wärme- und Kältefunktion
Lautstärke: 48,4 dB (niedrigste Stufe), 82,3 dB (höchste Stufe), selbst gemessen
Gewicht: 680 Gramm
Maße: 18,6 x 14,7 x 6,0 cm
Akkulaufzeit: Massagepistole rund 2 bis 3 Stunden, Wärme- und Kälteaufsatz rund 1 Stunde (laut Hersteller)
Bob and Brad Q2 Ultra Massagepistole - stark, leicht, aber mit Vibrationen in der Hand
Kurz und knapp: Die Bob and Brad Q2 Ultra eignet sich dank ihres geringen Gewichts und ihrer starken Leistung gut für unterwegs, überträgt bei hoher Intensität aber unangenehme Vibrationen auf die Hand.
Die Bob and Brad Q2 Ultra ist das leichteste Gerät im Test und unterscheidet sich durch ihre kompakte Bauweise deutlich von den klassischen Massagepistolen mit langem Griff. Sie lässt sich dank der Gummierung sicher greifen und bei Anwendungen am Rücken vergleichsweise mühelos halten. Trotz ihrer geringen Größe hat die Q2 Ultra ordentlich Kraft, beim Anpresstest liegt sie gemeinsam mit der RENPHO vorne. Auch bei hohem Druck bleibt die Schlagbewegung stabil und fühlt sich dabei angenehm gleichmäßig an. Für eine sanfte Massage lässt sich zwar der Luftkissenkopf nutzen, die Intensität des Geräts - auch auf niedrigster Stufe - ist dennoch vergleichsweise hoch.
Die Kehrseite der kompakten Bauweise ohne separaten Griff sind die Vibrationen: Während diese bei niedriger Intensität nicht so sehr ins Gewicht fallen, werden sie bei hoher Stufe und starkem Druck deutlich im Handballen spürbar.
Die Bedienung ist einfach, die fünf Intensitätsstufen werden über eine leicht erreichbare Taste eingestellt, LEDs zeigen die gewählte Stufe an. Die entsprechenden Aufsätze werden verschraubt und nicht - wie bei den anderen Modellen - aufgesteckt. Eine Besonderheit ist der Wärmeaufsatz, der zwei Heizstufen mit rotem und nahinfrarotem LED-Licht kombiniert - das Licht soll laut Hersteller die Regeneration zusätzlich unterstützen. Die Wärmefunktion der Bob and Brad Q2* fühlt sich zwar angenehm an, könnte nach unserem Ermessen aber etwas intensiver ausfallen.
Aufsätze: 5 Massageköpfe
Funktionen: 5 Intensitätsstufen, Rotlicht- und Wärmefunktion
Lautstärke: 63,4 dB (niedrigste Stufe), 77,2 dB (höchste Stufe), selbst gemessen
Gewicht: 431 Gramm
Maße: 14,6 x 8,6 x 4,8 cm
Akkulaufzeit: Bis zu 180 Minuten (laut Hersteller)
Xiaomi Massage Gun 2 - wuchtig und leicht zu bedienen
Kurz und knapp: Die Xiaomi Massage Gun 2 bietet viel Kraft unter Druck, ist aber schwer und laut. Auf höchster Stufe fühlt sich die Massage auf nackter Haut teilweise unangenehm an.
Die Xiaomi ist mit Abstand die schwerste Massagepistole im Test, was sich besonders bei längeren Anwendungen am Rücken bemerkbar macht. Der große Griff eignet sich eher für große Hände und bietet ohne Gummierung weniger sicheren Halt als die Konkurrenz.
Im Anpresstest zeigt die Xiaomi viel Kraft und bleibt auch unter Druck lange stabil. Beim Massagegefühl überzeugt das Gerät dagegen weniger, auf höchster Stufe fühlt sich die Massage auf nackter Haut teilweise unangenehm an. Dazu kommt: Bei voller Power ist die Xiaomi das lauteste Modell im Test, beim lockeren Auflegen fällt zudem ein deutliches Rattern auf.
Positiv ist die Bedienung der Xiaomi*, die Taste lässt sich ohne Probleme mit dem Daumen erreichen. Eine Druckanzeige zeigt mit einem weißen oder orangefarbenen Lichtring an, wie stark das Gerät aufgedrückt wird. Auch die Anleitung ist sehr ausführlich.
Aufsätze: 3 Massageköpfe
Funktionen: 2 Modi mit je 3 Stufen, Druckanzeige
Lautstärke: 74,5 dB (niedrigste Stufe), 87,3 dB (höchste Stufe), selbst gemessen
Gewicht: 815 Gramm
Maße: 14,5 x 6,4 x 20,0 cm
Akkulaufzeit: bis zu 5 Stunden bei 2 kg Belastung (laut Hersteller)
Hyperice Hypervolt Go 3 Massagepistole - sanft top, Anpresstest schwach
Kurz und knapp: Die Hyperice Hypervolt Go 3 massiert auf niedriger Stufe angenehm sanft, zeigt unter stärkerem Druck aber einen deutlichen Leistungseinbruch und bietet für ihren hohen Preis vergleichsweise wenig Ausstattung.
Vom teuersten Gerät im Testfeld erwarten wir eine entsprechend starke Leistung, doch gerade im Anpresstest enttäuscht die Hyperice. Erhöhen wir den Druck am Oberschenkel oder an der Handinnenfläche, lässt die Leistung schnell nach, und das Gerät fährt komplett runter. Für eine kräftige Massage unter Druck ist diese Massagepistole damit weniger geeignet. Auf nackter Haut fühlt sich die Bewegung zudem weniger geschmeidig und teilweise leicht ziehend an.
Der große, gummierte Griff liegt zwar sicher in der Hand, allerdings ist die Hyperice gleichzeitig auch das zweitschwerste Gerät im Test. Die Intensität wird über einen Drehring gewechselt - das funktioniert, ist während der Massage aber umständlicher als eine einfache Taste. Auch bei der Ausstattung fällt die Hyperice zurück: Es liegen nur zwei Aufsätze bei, die Anleitung fällt sehr knapp aus.
Dafür punktet die Hyperice Hypervolt Go 3* bei der sanften Massage auf niedrigster Stufe. Sie fühlt sich angenehm an, die Vibrationen im Griff bleiben gering. Ein spezieller weicher Aufsatz für empfindliche Stellen fehlt jedoch.
Aufsätze: 2 Massageköpfe
Funktionen: 5 Intensitätsstufen
Lautstärke: 63,6 dB (niedrigste Stufe), 72,7 dB (höchste Stufe), selbst gemessen
Gewicht: 730 Gramm
Maße: 17,3 x 19,0 x 6,1 cm
Akkulaufzeit: bis zu 4 Stunden (laut Hersteller)
Was sollte man bei der Anwendung von Massagepistolen beachten?
Generell gilt: Massagepistolen sollten nur auf ausreichend dicken Muskelpartien angewendet werden, Kopf, Knochen, Wirbelsäule und Gelenke bleiben entsprechend tabu. Welche Körperstellen sich eignen, hängt außerdem vom jeweiligen Modell ab - so schließt zum Beispiel Xiaomi bei seiner Massage Gun 2 Hals und Nacken ausdrücklich aus. Auch auf frischen Verletzungen sowie deutlich geschwollenen oder entzündeten Stellen sollte eine Massagepistole nicht eingesetzt werden. Wer sich von einer Verletzung erholt, sollte die Anwendung vorher mit einem Arzt oder Physiotherapeuten abstimmen. Bei Schwangerschaft, einem Herzschrittmacher und bestimmten Vorerkrankungen unterscheiden sich die Vorgaben je nach Hersteller.
*Die Testredaktion rund um den ntv Produkt-Check ist unabhängig und erwirbt alle Produkte auf eigene Kosten. In seltenen Fällen werden Test-Geräte auch leihweise von Herstellern zur Verfügung gestellt. Bei Tests wie bei Vergleichen bewerten wir nach objektiven, nachvollziehbaren Kriterien. Wird ein Produkt über einen Affiliate-Link gekauft, erhält ntv eine Provision. Für den Käufer entstehen dabei keine Mehrkosten.




