Fünf Geräte im Test Welcher Barttrimmer bringt den Bart am besten in Form?

Ob Schnauzer, 3-Tage- oder Vollbart - mit Barttrimmern lässt sich Gesichtsbehaarung schneiden, stutzen und stylen. Für den ntv Produkt-Check testen wir fünf beliebte Modelle. Welches ertrimmt sich den Sieg?
Rund die Hälfte der Männer in Deutschland trägt Bart - und der kann genauso gepflegt aussehen wie eine Glattrasur. An dieser Stelle kommen Barttrimmer ins Spiel: Sie kürzen Gesichtshaare auf die gewünschte Länge und sorgen für klare Linien an Hals, Wange und Oberlippe. Häufig liegt den Geräten zusätzlich ein Präzisionstrimmer bei, der bei der Feinarbeit zum Einsatz kommt.
So läuft der Barttrimmer-Test ab
Beim Blick auf den Lieferumfang zählt, was im Karton dabei ist, also beispielsweise Aufsätze, Bürste, Öl, Tasche oder Station sowie Ladekabel und Netzteil. Danach checken wir die Verarbeitung und prüfen, wie wertig und robust die Geräte wirken und ob alles sauber sitzt.
Bei der Bedienung schauen wir auf Anzeigen und Sperrfunktionen und darauf, ob sich Aufsätze zügig wechseln lassen. Wichtig ist auch, ob ein Präzisionstrimmer schon integriert ist oder ob dafür ein separater Aufsatz montiert werden muss. Außerdem testen wir, wie treffsicher sich die gewünschte Länge einstellen lässt und ob das Einstellrad sauber einrastet.
Im Trimmtest schneiden wir am Hals ohne Aufsatz direkt mit der Klinge und achten darauf, wie kurz das Ergebnis wird und ob es dabei unangenehm ziept. Dann ziehen wir die Linien an Hals und Wangen nach und bearbeiten den Bereich um Oberlippe und Mundwinkel. Den Restbart kürzen wir mit Aufsatz auf 5 Millimeter: Wie gleichmäßig und gründlich fällt das Ergebnis aus? Damit die Unterschiede klar werden, bearbeiten wir jeweils eine Gesichtshälfte mit dem Testgerät, die andere mit einem Referenztrimmer, der nicht zum Testfeld gehört. Auch Extras wie eine Feststelltaste der Längeneinstellung fließen in die Bewertung mit ein.
Diese Barttrimmer von Philips, Braun und Co. testen wir
Testsieger: Philips BT5 Mid, circa 46 Euro*
Preis-Leistungs-Sieger: Remington MB320C, circa 30 Euro*
Hinweis: Die Preise sind volatil, Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, wurden sie nach Veröffentlichung des Artikels durch den Händler geändert.
Barttrimmer im Test - das Fazit
Als Testsieger setzt sich der Philips BT5 Mid* durch. Sowohl mit als auch ohne Aufsatz arbeitet der Trimmer angenehm und gründlich, die Länge lässt sich sehr fein einstellen. Praktisch ist außerdem der Haarauffang-Aufsatz, der das Waschbecken sauberer hält. Der Preis-Leistungs-Sieger Remington MB320C* lohnt sich für all jene, die für kleines Geld einen soliden Trimmer für typische Bartlängen suchen. Die Schneideleistung überzeugt, und der ausklappbare Präzisionstrimmer verrichtet zuverlässig seinen Dienst.
Testsieger: Philips BT5 Mid Barttrimmer
Kurz und knapp: Für Männer, die ihren Bart zu Hause präzise auf Länge halten und dabei möglichst wenig Stoppeln im Waschbecken wollen, punktet der Philips mit Haarauffang-Aufsatz und sehr feinen 0,2-Millimeter-Stufen. Größter Haken ist der fehlende Netzadapter.
Schon beim ersten Griff wirkt der Philips stabil und gut ausbalanciert. Das Rad zur Längeneinstellung lässt sich auch einhändig leicht bedienen und rastet zuverlässig ein. Die Aufsätze sitzen ordentlich, auch wenn sie sich nicht ganz so geschmeidig einsetzen lassen wie beim Braun. Als einziges Modell im Test lässt sich beim Philips eine Haarauffangvorrichtung anbringen, durch die deutlich weniger Stoppeln im Waschbecken landen. Nach Angaben des Herstellers werden dadurch bis zu 80 Prozent der getrimmten Haare aufgefangen.
Beim Kürzen am Hals ohne Aufsatz fährt der Rasierer angenehm und ohne Ziepen über die Haut, das Ergebnis ist ziemlich schnell ziemlich glatt. Rund um den Mund punktet der Präzisionstrimmer-Aufsatz mit großer Genauigkeit, auch wenn sich das separate Aufsetzen als etwas unpraktisch erweist. Um den Rest-Bart auf fünf Millimeter zu trimmen, sind ein paar Züge nötig, das Ergebnis ist gleichmäßig. Laut Hersteller wird die Bartdichte 125-mal pro Sekunde gescannt, um die Leistung in dichteren Partien zu steigern. Der Trimmer von Philips* kann unter fließendem Wasser gereinigt werden. Eine angenehm große Tasche liegt bei, in die Trimmer und komplettes Zubehör locker hineinpassen.
Lieferumfang: Trimmer, Haarauffang-Aufsatz, Detail-Trimmer-Aufsatz, kurzer Kammaufsatz 0,4-10 mm, langer Kammaufsatz 10,4-20 mm, großer Reisebeutel, USB-A-Ladekabel, Netzadapter nicht enthalten
Längeneinstellungen: 0,4 bis 20 Millimeter mit 40 Stufen - teilweise in 0,2-, 0,5- und 1-Millimeter-Intervallen
Akkulaufzeit: 100 Minuten
Preis-Leistungs-Sieger: Remington MB320C Barttrimmer
Kurz und knapp: Der Remington ist ein günstiger Trimmer ohne Schnickschnack, schneidet zuverlässig und hat einen ausklappbaren Detailtrimmer für die Bartkante. Feinstufen und Reisebeutel fehlen, das Gerät darf nicht unter fließendem Wasser gereinigt werden.
Der Remington ist ähnlich groß wie der Philips, wirkt aber durch seine stark gebogene Form in der Hand etwas kopflastiger. Material und Verarbeitung machen insgesamt einen eher einfachen Eindruck. Das Längenrad lässt sich leicht drehen, die Stufen sind etwas gröber als bei den Modellen von Philips, Panasonic und Braun.
Am Hals überzeugt der Remington mit angenehmem Schnitt ohne Rupfen. Es braucht zwar mehrere Durchgänge, bis alles gleichmäßig ist, am Ende steht aber ein glattes Ergebnis. Sehr praktisch ist der integrierte Pop-up-Trimmer: Er lässt sich mit einer Hand ausklappen und eignet sich gut, um die Bartkante nachzuziehen oder im Mundbereich präzise zu arbeiten. Der Hersteller wirbt damit, dass die Klingen nie geölt werden müssen.
Laut Anleitung darf der MB320C-Trimmer* nicht unter fließendem Wasser gereinigt werden, hier kommen nur Bürste und Ausklopfen zum Einsatz. Ein Aufbewahrungsbeutel ist nicht vorhanden.
Lieferumfang: Trimmer, verstellbarer Trimmerkammaufsatz, Ladeadapter, Reinigungsbürste, Kamm
Längeneinstellungen: 1,5 bis 18 Millimeter mit 9 Stufen in unterschiedlichen Intervallen
Akkulaufzeit: bis zu 40 Minuten
Panasonic ER-GB80 - präziser Detailtrimmer, großer Schneidkopf
Kurz und knapp: Der Panasonic bietet viele präzise Längenstufen und einen integrierten Detailtrimmer für saubere Konturen. Am Hals stört gelegentliches Ziepen, der breite Scherkopf fühlt sich dort weniger angenehm an.
Der Panasonic ist das größte Gerät im Test, wirkt robust und liegt gut in der Hand. Das Einstellrad für die Länge lässt sich präzise auch einhändig drehen. Der integrierte Detailtrimmer lässt sich per Daumenbewegung ausfahren. Die Kammaufsätze sitzen grundsätzlich stabil, das Aufschieben geht aber nicht so leicht von der Hand wie beim Modell von Braun.
Die Hauptklinge liefert solide Ergebnisse am Hals. Gegen den Strich zeigt sich ab und an ein leichtes Zupfen, dazu fühlt sich die breite Klinge weniger angenehm an als schmalere Köpfe. Der Detailtrimmer überzeugt auf ganzer Linie: Rund um die Oberlippe und für saubere Kanten arbeitet er präzise. Den restlichen Bart trimmt der Panasonic mit Aufsatz ohne Probleme auf fünf Millimeter.
Der Hersteller bewirbt den Trimmer als 3-in-1-Lösung: Mit den drei Aufsätzen lassen sich Haare, Bart und Körper bearbeiten. Das Gerät kann nach der Nutzung mit Wasser abgespült werden. Die Transporttasche des Panasonic-Trimmers* ist eher klein, für Reisen wird damit schnell ein Extra-Beutel nötig, sobald mehrere Aufsätze mit sollen.
Lieferumfang: Trimmer, Kammaufsatz für Bart, Kammaufsatz für Haare, Kammaufsatz für Körperhaar, Netzadapter, Reinigungsbürste, Öl, kleiner Aufbewahrungsbeutel
Längeneinstellungen: 1 bis 20 Millimeter mit 39 Stufen in 0,5 Milimter-Intervallen
Akkulaufzeit: rund 50 Minuten
Braun Series 5 BT5520 - klein, leicht und mit Feststelltaste
Kurz und knapp: Der kompakte Braun überzeugt mit der besten Akkulaufzeit im Test, Feststelltaste für die Länge und den leichtgängigsten Aufsätzen. Für Details fehlt ein eigener Präzisionstrimmer, außerdem gibt es keine Aufbewahrungstasche.
Der Braun ist gemeinsam mit dem Ufree der kompakteste Trimmer im Test, wirkt solide verarbeitet und liegt gut in der Hand. Das Einstellrad lässt sich leicht verstellen, eine Feststelltaste verhindert, dass sich die Länge aus Versehen verstellt. Die Aufsätze gleiten beim Wechsel so leicht auf die Klinge wie bei keinem anderen Modell.
Beim Trimmen auf fünf Millimeter zeigt der Braun eine ordentliche Leistung. Am Hals schneidet er ebenfalls solide, ohne zu zupfen, auch gegen den Strich. Es braucht ein paar Durchgänge, bis alles sauber ist, das Ergebnis wirkt danach aber gleichmäßig. Positiv fällt die etwas schmalere Klinge im Vergleich zum Panasonic auf, die sich im Halsbereich angenehm anfühlt. Beim Detailtrimmen arbeitet der Braun mit einem Aufsatz, der nur einen Teil der Klinge freigibt. Das hilft etwas, ist aber deutlich weniger präzise als ein eigener Detailtrimmer.
Der Braun-Trimmer* lässt sich mit Wasser reinigen. Eine Aufbewahrungstasche gehört nicht zum Set.
Lieferumfang: Trimmer, Präzisions-Kammaufsatz (0,5–10 mm), Präzisions-Haarkammaufsatz (10,5–20 mm), Detail-Kammaufsatz, Reinigungsbürste, Netzteil
Längeneinstellungen: 0,5 bis 20 Millimeter mit 40 Stufen in 0,5-Millimeter-Intervallen
Akkulaufzeit: 120 Minuten
Ufree All-in-One - viele Aufsätze, wenig Feinstufen
Kurz und knapp: Für alle, die viele Aufsätze wollen, um neben dem Bart auch Ohren-, Nasen- und weitere Körperhaare zu trimmen. Bei der Trimmleistung und der Längeneinstellung kann der Ufree allerdings nicht mit den anderen Test-Modellen mithalten.
Der Ufree ist in etwa so klein wie der Braun-Trimmer und liegt angenehm in der Hand. Auffällig ist das digitale Display mit Sperrfunktion, was auf Reisen hilfreich ist, weil sich das Gerät nicht so einfach ungewollt einschaltet. Auf dem Bildschirm wird angezeigt, wie lange man rasiert hat, auch wenn nicht ganz klar wird, welchen Zweck diese Funktion erfüllt. Außerdem lässt sich die Leistung regulieren. Über die Power-Taste lassen sich zwei Geschwindigkeitsstufen einstellen. Die Basisstation ist als Aufsteller im Bad praktisch, wenn ausreichend Platz vorhanden ist. Neben dem Trimmer lassen sich dort auch die verschiedenen Köpfe und Aufsätze unterbringen, für Reisen ist das aber deutlich unpraktischer als ein platzsparender Beutel.
Verschiedene Bartlängen lassen sich hier nicht fein einstellen. Statt eines Längenrads müssen die Kämme gewechselt werden, die Auswahl ist mit 3, 6, 9 und 12 Millimeter deutlich kleiner als bei Philips, Braun oder Panasonic. Für grobe Längen reicht das, für weiche Übergänge eher nicht.
Beim Schnitt am Hals arbeitet der Trimmer ordentlich und ohne Ziepen. Danach wird der Folienrasierer-Aufsatz aufgesteckt - damit wird das Ergebnis noch glatter, auch wenn einzelne Stellen mehrfach nachgezogen werden müssen. Beim Restbart auf 6 Millimeter zeigt der Trimmer in Sachen Gründlichkeit die schwächste Leistung im Test. Bis ein zufriedenstellendes Ergebnis steht, sind viele Züge nötig.
Bei der Schneideleistung kann der Ufree* nicht ganz mit den anderen Modellen mithalten, dafür bringt das Set deutlich mehr Aufsätze mit, etwa für Nasen- und Körperhaar. Nach Angaben des Herstellers lässt sich der Trimmer nach der Nutzung einfach unter fließendem Wasser abspülen.
Lieferumfang: Ladestation, USB-C-Kabel, Bürste, Öl und mehrere Köpfe inklusive Folienrasierer, Nasen- und Körperaufsatz plus Kammaufsätze
Längeneinstellungen: feste Kammaufsätze mit 3, 6, 9 und 12 Millimeter
Akkulaufzeit: mindestens 80 Minuten
Barttrimmer, Rasierer, Haarschneidemaschine - was sind die Unterschiede?
Ein Barttrimmer kürzt und formt den Bart auf eine gewünschte Länge. Mit Kammaufsätzen oder Längeneinstellung lassen sich Stoppeln, Übergänge und Konturen gut kontrollieren, ganz glatt wird es meist nicht.
Ein Rasierer zielt auf ein möglichst glattes Ergebnis. Ob nass oder elektrisch - er schneidet sehr nah an der Haut, kommt aber mit längerem Haar schlechter klar.
Eine Haarschneidemaschine arbeitet eher großflächig. Sie hat meist breitere Klingen und längere Aufsätze für Kopfhaar, wirkt am Bart dafür oft zu grob, besonders an Kieferlinie und Oberlippe.
*Die Testredaktion rund um den ntv Produkt-Check ist unabhängig, erwirbt alle Produkte für ihre Tests auf eigene Kosten und bewertet bei Tests wie bei Vergleichen nach objektiven Kriterien. Wenn Sie ein Produkt über einen Link kaufen sollten, erhalten wir eine Provision. Der Preis ändert sich dadurch nicht.




