Pollen, Schlieren, Abdrücke Fensterputzroboter im Test - welches Gerät hat den Durchblick?
Von Nikolai Henn
Keine Lust auf lästiges Fensterputzen? Fensterputzroboter sollen diesen Job per Knopfdruck übernehmen und damit für klaren Durchblick sorgen. Ob dieser Plan wirklich aufgeht - für den ntv Produkt-Check testen wir drei beliebte Modelle.
Ein Fensterputzroboter saugt sich an der Scheibe fest, verteilt Reinigungsflüssigkeit und fährt die Fläche selbstständig ab. Das eigentliche Wischen übernimmt dabei ein Mikrofasertuch oder ein rotierendes Pad. Wir testen ausschließlich Modelle ohne Basisstation - eine solche Station versorgt den Roboter über einen eingebauten Akku mit Strom, treibt den Preis aber auch deutlich in die Höhe. Spoiler: Komplett saubere Ergebnisse liefern die Geräte im Test nicht, sodass wir mehr oder weniger oft per Hand nacharbeiten müssen.
Fensterputzroboter im Test - das Fazit
Zum Testsieg wischt sich der HUTT 10 Premium* - sein Sprühsystem und das Zwei-Pad-Prinzip mit getrenntem Nass- und Trockenwischen liefern in unseren Praxistests das beste Ergebnis. Preislich liegt das Modell in etwa auf dem Niveau der beiden anderen Fensterputzroboter.
So läuft der Fensterputzroboter-Test ab
Wir reinigen mit jedem Roboter die Fenster einer Wohnung von innen wie von außen. Der Roboter wird dafür entsprechend der Herstelleranleitung mit dem Sicherungsseil an einem stabilen Punkt befestigt und beaufsichtigt.
Funktion und Leistung: Navigation, Reinigung von Ecken und Rändern, Reinigungsleistung bei normaler Verschmutzung, festgesetztem Blütenstaub sowie bei gezielt aufgetragenen Kaffeeflecken und Fingerabdrücken
Ausstattung und Features: Eckbürsten, Sprühsysteme, Reinigungsmodi, Sensorik, App oder Fernbedienung, Lieferumfang
Benutzerfreundlichkeit: Ansetzen und Starten, Griffgefühl, Kabel- und Sicherheitsseil-Handling, App oder Fernbedienung, Lautstärke
Preis: Wie viel Reinigungsleistung und Ausstattung bekommt man für sein Geld?
Diese Fensterputzroboter von HUTT, DREAME und ECOVACS testen wir
Hinweis: Die Verkaufspreise können sich jederzeit ändern, Händler passen ihre Preise oft unabhängig von der unverbindlichen Empfehlung des Herstellers an.
Testsieger: HUTT 10 Premium Fensterputzroboter
Kurz und knapp: Der HUTT 10 Premium ist die richtige Wahl für alle, die den Fokus auf die reine Reinigungsleistung legen und dafür eine etwas langsamere Navigation und eine simple Bedienung in Kauf nehmen.
Der HUTT 10 verfolgt ein anderes Konzept als die Konkurrenz: Statt eines einzigen großen Wischpads nutzt er zwei unterschiedliche Aufsätze - ein rundes Rotationspad für die Nassreinigung und ein quadratisches Pad zum anschließenden Trockenwischen und Polieren.
Bei normaler Verschmutzung liefert der HUTT die beste Leistung im Test. Rund drei Viertel der Fläche werden deutlich sauberer, nur etwa ein Viertel zeigt nach dem Einsatz noch Schmutz. Auch bei festgesetztem Blütenstaub überzeugt das Gerät: Es beseitigt den Staub größtenteils und hinterlässt weniger Schlieren als die beiden Konkurrenten. Im Härtetest mit Fingerabdrücken, Kaffee und Wasser wischt der Fensterputzroboter die Wasserspritzer nahezu komplett weg und entfernt Fingerabdrücke vollständig, reinigt die Kaffeeflecken aber nicht so gründlich wie DREAME und ECOVACS.
Der Raupenantrieb schiebt den Roboter zwar sicher über die Scheibe, hinterlässt dabei aber immer wieder Abdrücke auf dem Glas. An den Rändern arbeitet er sehr dicht und gründlich. Der HUTT fährt die Fläche Stück für Stück ab, verliert beim finalen Durchgang jedoch etwas die Orientierung und ist deutlich langsamer als der DREAME.
Die Bedienung des HUTT erfolgt nicht per App, sondern über die mitgelieferte Fernbedienung. So spart man sich die Registrierung, hat dafür aber gleichzeitig weniger Überblick über die aktuellen Einstellungen. Generell bietet das Gerät weniger Funktionen als die Apps von DREAME und ECOVACS. Statt einer Griffschlaufe greift man den HUTT 10 über eine Mulde am Gerät und hat ihn so sicher im Griff. Das Sicherungsseil ist wie beim ECOVACS sehr dünn, ebenso das Kabel - im Test verheddert sich die Konstruktion dadurch besonders leicht. Mit rund 80 dB ist der HUTT* mit geringem Abstand das lauteste Gerät im Test.
Reinigungsmodi: Standard- und Intensivreinigung sowie Punktreinigung, zwischen den Modi wird per Fernbedienung gewechselt
Ausstattung: Sprühfunktion mit zwei Düsen, 80-Milliliter-Wassertank
Lieferumfang: drei runde und drei eckige Reinigungspads, Fernbedienung, Sicherheitsseil, Netzteil und Stromkabel, leere 100-ml-Nachfüllflasche, Aufbewahrungskoffer
Gewicht: 1,36 Kilogramm
Maße: 287 × 140 × 75 Millimeter
Saugleistung: bis zu 6.500 Pascal laut Hersteller. Ein hoher Wert steht aber nicht automatisch für ein besseres Reinigungsergebnis
Notfallakku: 500-mAh-Akku, der das Gerät bei Stromausfall nach Angaben des Herstellers bis zu 30 Minuten an der Scheibe hält
DREAME C1 Fensterputzroboter - App-Komfort mit Schlieren-Problem
Kurz und knapp: Der DREAME C1 überzeugt mit deutschen Sprachansagen in der übersichtlichen App, bringt aber bei der wichtigsten Disziplin, der Reinigung, insgesamt das schwächste Ergebnis.
In Sachen Handhabung und Bedienkomfort macht dem DREAME C1 im Test keiner etwas vor. Er besitzt einen großen Haltegriff, lässt sich sicher an der Scheibe ansetzen und gibt klare Sprachanweisungen. Die dicken, robusten Kabel und das massive Sicherheitsseil verheddern sich kaum. Die zugehörige App bietet viele Funktionen, ist übersichtlich und bietet nützliche Video-Tutorials. Mit rund 79 Dezibel liegt der DREAME in Sachen Lautstärke im Mittelfeld.
Bei der Reinigung schwächelt das Gerät allerdings: Sowohl im Normaltest als auch beim Entfernen von Blütenstaub hinterlässt der DREAME die meisten und stärksten Schlieren im Testfeld. Hinzu kommt ein sehr deutlicher Abdruck an der Endposition, an der wir den Roboter abnehmen. Im Härtetest dreht sich das Bild: Hier entfernt der DREAME die Kaffeeflecken fast komplett, dazu Fingerabdrücke und Wasserspritzer - das bringt ihm trotz Schlieren und Abdruck den ersten Platz in diesem Bereich ein. An den Rändern fällt auf, dass oft nur eine der Außenbürsten komplett am Rahmen anliegt, während die andere etwas Abstand hält.
Bei der Navigation ist der DREAME* sehr flott und fährt große Flächen effizient ab, verliert zum Ende hin aber wie der HUTT etwas den Überblick.
Reinigungsmodi: Ganzfensterreinigung, Randreinigung, Flächenreinigung, Punktreinigung und manuelle Fernsteuerung über die App
Ausstattung: Sprühfunktion mit zwei Düsen, 80-Milliliter-Wassertank
Lieferumfang: zwei Reinigungstücher, acht Eckbürsten, 230 Milliliter Scheibenreiniger, Sicherheitsseil, Netzteil und Stromkabel
Gewicht: 1,6 Kilogramm
Maße: 270 × 270 × 80,5 Millimeter
Saugleistung: bis zu 5.500 Pascal laut Hersteller
Notfallakku: nicht ausgewiesen. Wir haben beim Hersteller nachgefragt, bislang aber keine Antwort erhalten (Stand 16.9.2026, 11 Uhr).
ECOVACS WINBOT Mini 2 Fensterputzroboter - navigiert stark, putzt aber nur ordentlich
Kurz und knapp: Der ECOVACS navigiert am besten, hinterlässt aber bei der Reinigung sichtbare Schlieren.
Der ECOVACS WINBOT Mini 2 findet sich schnell auf der Scheibe zurecht, fährt die Fläche zuverlässig Stück für Stück ab und verliert auch nach längerer Zeit nicht den Überblick. An den Rändern reinigt das Gerät sehr dicht.
Im Normaltest schneidet der ECOVACS besser ab als der DREAME, bleibt aber trotzdem ziemlich schlierig. Auch er hinterlässt einen Abdruck an der Stelle, an der wir ihn abgenommen haben. Im Intensivtest beseitigt er den meisten Staub ordentlich, arbeitet in Teilen aber unsauber - die Schlieren fallen insgesamt jedoch weniger stark aus als beim DREAME. Besser schlägt er sich im Härtetest, wo er Kaffeeflecken und Fingerabdrücke zuverlässig beseitigt, allerdings bleiben auch hier Schlieren und der Roboter-Abdruck zurück.
Bei der Bedienung lässt sich der ECOVACS sicher am Griff halten und ansetzen, die App ist übersichtlich. Ein Erklärvideo ist vorhanden, allerdings nur eines - beim DREAME sind es mehrere. Das dünne Sicherungsseil sorgt schnell für Kabelsalat, der sich nur schwer entwirren lässt. Die Sprachanweisungen lassen sich im Test nicht auf Deutsch einstellen, sodass wir mit Englisch Vorlieb nehmen müssen. Mit rund 78 dB ist der ECOVACS* das leiseste Gerät im Test.
Reinigungsmodi: Schnellreinigung, Tiefenreinigung, Intensivreinigung, Randreinigung und Punktreinigung sowie manuelle Steuerung über die App
Ausstattung: Sprühfunktion mit vier Düsen, 50-Milliliter-Wassertank
Lieferumfang: vier Eckbürsten, zwei Reinigungstücher, Netzteil, Stromkabel, Sicherheitsseil, 230 Milliliter Reinigungslösung
Gewicht: rund 1,3 Kilogramm
Maße: 215 × 215 × 55 Millimeter
Saugleistung: bis zu 8.000 Pascal im Standard-Reinigungsmodus laut Hersteller
Notfallakku: Integrierter 3.000-mAh-Sicherheitsakku, der das Gerät bei Stromausfall laut Hersteller bis zu 30 Minuten an der Scheibe halten soll
*Die Testredaktion rund um den ntv Produkt-Check ist unabhängig, erwirbt alle Produkte für ihre Tests auf eigene Kosten und bewertet bei Tests wie bei Vergleichen nach objektiven Kriterien. Wenn Sie ein Produkt über einen Link kaufen sollten, erhalten wir eine Provision. Der Preis ändert sich dadurch nicht.


