Produkt-Check Technik

Filme, Sport, GamingOLED-Fernseher im Vergleich - welches 65-Zoll-Modell kann was?

07.10.2026, 10:11 Uhr Screenshot 2026-01-15 125444Von Nikolai Henn
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Kino fürs Wohnzimmer: Für den ntv Produkt-Chec vergleichen wir fünf OLED-Fernseher (Symbolbild, KI-generiert) (Foto: AdobeStock)

Tiefes Schwarz, satte Farben, flüssige Bilder - so lauten die Hersteller-Versprechen für OLED-Fernseher. Was dahintersteckt, wie die Umsetzung gelingt? Für den ntv Produkt-Check vergleichen wir fünf 65-Zoll-Modelle.

Wer schon einmal einen Science-Fiction-Film auf einem OLED-Fernseher gesehen hat, weiß, warum die Technik so beliebt ist: Bei einem LED-Fernseher ohne lokale Dimmung bleibt die Hintergrundbeleuchtung auch in dunklen Bildbereichen an, Schwarz wirkt dann oft dunkelgrau. Bei OLED ist jeder Bildpunkt eine eigene winzige Lampe - soll eine Stelle schwarz sein, geht die Beleuchtung aus aus, und ein heller Stern kann im tiefschwarzem Weltall eindrucksvoll leuchten.

Alle fünf Modelle in unserem Vergleich haben ein 4K-Display mit rund 65 Zoll, unterscheiden sich aber in den Details. Manche punkten mit starker Entspiegelung, andere mit kräftigem Sound oder Ambilight. Auch bei der Bildrate und der Zahl der HDMI-2.1-Anschlüsse gibt es Unterschiede - das ist wichtig, wenn man mehrere Konsolen oder einen Gaming-PC anschließen will.

Die OLED-Fernseher im Vergleich

Hinweis: Die Verkaufspreise können sich jederzeit ändern, Händler passen ihre Preise oft unabhängig von der unverbindlichen Empfehlung des Herstellers an.

Die wichtigsten technischen Daten im Überblick

  • LG OLED65G67LW TV (2026): Auflösung 3840 × 2160 Pixel (4K), 165 Hertz, Dolby Vision, vier HDMI-2.1-Eingänge, vier HDMI-2.1-Eingänge

  • Samsung OLED S90H TV (2026): Auflösung 3840 × 2160 Pixel (4K), 165 Hertz, HDR10+ vorhanden (Dolby Vision wird nicht unterstützt), vier HDMI-2.1-Eingänge, Tizen

  • Sony K-65XR8M25B BRAVIA 8 II OLED TV (2025): Auflösung 3840 × 2160 Pixel (4K), 120 Hertz, Dolby Vision, vier HDMI-Eingänge, davon zwei mit HDMI 2.1, Google TV

  • Philips 65OLED910 OLED TV (2025): 3840 × 2160 Pixel (4K), 144 Hertz, Dolby Vision und HDR10+, vier HDMI-Eingänge, davon zwei mit HDMI 2.1, Google TV

  • Panasonic TV-65Z95BEGA OLED TV (2025): 3840 × 2160 Pixel (4K), 144 Hertz, Dolby Vision und HDR10+, vier HDMI-Eingänge, davon zwei mit HDMI 2.1, Fire TV

LG OLED65G67LW TV - flach an der Wand

Kurz und knapp: Der LG G6 soll ohne Lücke an der Wand hängen und auch bei viel Tageslicht wenig spiegeln. Einen Standfuß gibt es in dieser Variante allerdings nicht.

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LG OLED65G67LW TV
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Der G6 ist eine gute Wahl für alle, die ihren Fernseher möglichst unauffällig an die Wand bringen wollen. Bei vielen Fernsehern bleibt zwischen Gerät und Wand eine sichtbare Lücke, das "Gallery Design" soll genau das vermeiden: Mit der mitgelieferten Halterung hängt der G6 laut LG flach an der Wand, vergleichbar mit einem gerahmten Bild. Das Gerät selbst ist nur 24 Millimeter dick. Ein Standfuß wird bei der Variante OLED65G67LW nicht mitgeliefert - wer das Gerät aufs Sideboard stellen will, muss das entsprechende Detail dazukaufen.

Fürs Wohnzimmer mit großen Fensterfronten ist vor allem das Display interessant. LG wirbt mit einer besonders starken Entspiegelung namens "Reflection Free Premium", on top kommt eine hohe Helligkeit. Farben und dunkle Bildbereiche sollen dadurch auch tagsüber gut erkennbar bleiben - ein Punkt, bei dem andere OLED-Fernseher in hellen Räumen schon mal schwächeln.

Für Gamer ist die Bildrate das Highlight: Die Hertz-Zahl gibt an, wie oft der Fernseher das Bild pro Sekunde neu aufbaut - je höher, desto flüssiger wirken schnelle Bewegungen. Der G6 schafft bis zu 165 Hertz, wenn das angeschlossene Gerät so viele Bilder liefert. Eine Playstation oder Xbox kommt höchstens auf 120, mehr schaffen nur starke Gaming-PCs. Wer den G6 als großen Monitor für den PC nutzt, kann die volle Leistung also ausreizen.

Beim Ton setzt der G6* auf ein 4.2-Soundsystem, also vier Lautsprecherkanäle plus zwei Tieftöner für den Bass. Dazu kommt Dolby Atmos. Das Format soll Geräusche nicht nur von vorn, sondern auch von der Seite und von oben im Raum verteilen, etwa Regen oder einen Hubschrauber über dem Sofa. Wer den vollen Raumklang oder wuchtigen Bass will, rüstet trotzdem mit einer Soundbar nach.

Samsung OLED S90H TV - der Spiegelungs-Schlucker

Kurz und knapp: Der Samsung S90H besitzt eine matte Oberfläche gegen Spiegelungen und schafft bis zu 165 Hertz. Dafür fehlt das Filmformat Dolby Vision.

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Samsung OLED S90H TV
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Die auffälligste Eigenschaft des Samsung ist seine matte Bildschirmoberfläche, Samsung nennt sie "Glare Free". Sie glänzt nicht wie eine Glasscheibe, deshalb spiegeln sich Fenster und Lampen weniger darin - in hellen Wohnzimmern kann das sogar wichtiger sein als ein etwas helleres Bild, denn nichts stört bei einer dunklen Filmszene mehr als das eigene Fenster im Bild.

Auch beim Zocken hat der S90H einiges zu bieten. Die Bildrate liegt wie beim LG bei bis zu 165 Hertz, wichtiger ist dabei aber die Variabilität: Konsole und PC liefern nicht ständig gleich viele Bilder, je nach Spielszene mal mehr, mal weniger. Kommt der Fernseher da nicht mit, entstehen Ruckler oder Bildrisse, bei denen die obere und untere Bildhälfte leicht versetzt aussehen können. Dank variabler Bildrate richtet sich der Fernseher nach dem Takt des Zuspielers. Die Verfahren dafür heißen Nvidia G-Sync und AMD FreeSync, benannt nach den beiden großen Grafikkartenherstellern. Der S90H unterstützt beide.

Gute Fernseher legen Helligkeit und Farben nicht einmal für den ganzen Film fest, sondern passen sie Szene für Szene an. Eine dunkle Kellerszene wird dann anders ausgesteuert als eine helle Strandaufnahme, so bleiben mehr Details sichtbar. Dafür gibt es zwei Verfahren: Dolby Vision und HDR10+. Der Samsung* kann nur HDR10+. Dolby Vision ist weiter verbreitet und wird beispielsweise von Netflix und Amazon Prime Video unterstützt. HDR10+ gibt es ebenfalls bei Netflix und Amazon, bei Disney+ sind Dolby Vision und HDR10+ in Deutschland derzeit nicht verfügbar. Dolby Vision und HDR10+ liefern zusätzliche Bildinformationen, mit denen der Fernseher Helligkeit und Farben Szene für Szene anpassen kann. Der eingebaute Sound unterstützt Dolby Atmos. Die Leistung liegt laut Hersteller bei 40 Watt.

Sony K-65XR8M25B BRAVIA 8 II OLED TV - Der Ton sitzt im Bild

Kurz und knapp: Der Sony Bravia 8 II verspricht kräftige Farben und lässt den Bildschirm selbst als Lautsprecher schwingen. Zum Zocken mit 4K und 120 Hertz taugen aber nur zwei der vier HDMI-Eingänge.

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Sony BRAVIA 8 II - QD-OLED
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Sony setzt bei diesem Modell auf ein QD-OLED-Display. Das Grundprinzip ist das gleiche wie bei den anderen OLED-Fernsehern im Check: Jeder Bildpunkt leuchtet selbst und kann sich für sattes Schwarz komplett abschalten. Der Unterschied steckt in einer zusätzlichen Schicht aus sogenannten Quantenpunkten - winzigen Kristallen, die das Licht in besonders reine Farben umwandeln. Sony verspricht damit kräftigere Farben und mehr Kontrast als bei klassischem OLED.

Eine echte Besonderheit ist der Ton. Statt klassischer Lautsprecher versetzen kleine Antriebe die gesamte Bildschirmfläche in Schwingung, der Bildschirm selbst wird quasi zum Lautsprecher. Stimmen und Geräusche sollen dadurch genau von der Stelle kommen, an der die Person oder das Geräusch gerade im Bild zu sehen ist. Einen separaten Subwoofer für kräftigen Bass ersetzt das nicht, Dialoge sollen aber näher am Geschehen wirken.

Für Gamer kommt es auf die Anschlüsse an. Der Fernseher hat zwar vier HDMI-Eingänge, aber nur zwei davon, HDMI 3 und 4, schaffen laut Sony die volle Kombination aus 4K, 120 Hertz und variabler Bildrate. Einer dieser beiden schnellen Anschlüsse wird häufig schon für eine Soundbar oder einen AV-Receiver gebraucht. Unterm Strich ist der Bravia 8 II* eher etwas für Filmfans und Konsolen-Spieler mit überschaubarem Zubehör und nicht so sehr für starke Gaming-PCs.

Philips 65OLED910 OLED TV - Ambilight und kräftiger Bass

Kurz und knapp: Der Philips OLED910 wirft sein Ambilight an die Wand und hat einen eigenen Bass-Lautsprecher im Gerät. Besonders gut kommt der Lichteffekt vor einer freien, hellen Wand zur Geltung.

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Philips 65OLED910 OLED TV
2.999 Euro

Beim Philips fällt als Erstes das vierseitige Ambilight auf: An allen vier Kanten des Fernsehers, also links, rechts, oben und unten, sitzen LEDs, die passend zum Bildinhalt an die Wand dahinter strahlen. Das lässt den Bildbereich optisch größer wirken und sorgt beim Filmabend für eine stimmungsvolle, indirekte Raumbeleuchtung. Am besten funktioniert der Effekt vor einer möglichst freien, hellen Wand.

Dazu kommt ein sogenanntes OLED-META-Panel. Die Technik soll die Helligkeit gegenüber klassischem OLED spürbar steigern. Für Zuschauer heißt das vor allem: Sehr helle Bildstellen, etwa Sonnenlicht oder Explosionen, treten in Filmen, Serien und Spielen deutlicher hervor und wirken nicht so schnell ausgewaschen.

Im Gerät steckt ein eigener Bass-Lautsprecher. Vorn arbeiten mehrere Lautsprecher für Stimmen und Höhen, hinten sitzt ein zusätzlicher Tieftöner für den Bass. Zusammen kommen sie auf 80 Watt. Die Bezeichnung 3.1 heißt: drei Lautsprecherkanäle vorn plus ein Kanal für den Bass. Das soll für mehr Wumms sorgen, wenn im Film etwas explodiert. Wer sich eine Soundbar sparen will, dürfte mit dem Philips gut beraten aufgehoben.

Auch für Gamer ist der Philips* solide aufgestellt. Er schafft bei variabler Bildrate bis zu 144 Hertz und liegt damit vor dem Sony mit 120, aber hinter LG und Samsung mit je 165.

Panasonic TV-65Z95BEGA OLED TV - Aufnehmen und weiterschauen

Kurz und knapp: Der Panasonic passt das Bild an das Licht im Raum an und bringt für klassisches Fernsehen einen Twin-Tuner mit. Gamer können mit bis zu 144 Hertz spielen.

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Panasonic TV-65Z95BEGA OLED TV
2.690 Euro

Panasonic unterstützt sowohl Dolby Vision IQ als auch HDR10+ Adaptive. Beide Verfahren berücksichtigen nicht nur den Film selbst, sondern auch das Licht im Wohnzimmer. Ein Sensor misst dazu laufend die Umgebungshelligkeit. Scheint tagsüber die Sonne ins Zimmer, hellt der Fernseher dunkle Bildbereiche automatisch etwas auf, damit Details nicht in der Dunkelheit verschwinden.

Für klassisches Fernsehen bringt der Panasonic einen Twin-Tuner mit - ein Tuner ist der Empfangsteil im Fernseher, der das Signal von Antenne, Kabel oder Satellit in ein Bild verwandelt. Die meisten Fernseher besitzen nur einen, in diesem Fall funktioniert entsprechend immer nur ein Sender gleichzeitig. Der Panasonic mit seinen zwei Empfangsteilen kann zwei Sender parallel verarbeiten - praktisch, wenn die Lieblingsserie auf einem Sender aufgenommen wird und man nebenbei die Nachrichten auf einem anderen schauen will. Aufnehmen lässt sich auf einen angeschlossenen USB-Speicher, zum Beispiel einer externen Festplatte.

Auch Gamer kommen beim Panasonic* auf ihre Kosten: Er schafft bei variabler Bildrate bis zu 144 Hertz, so viel wie das Gerät von Philips.

FAQ - häufig gestellte Fragen zu OLED-Fernsehern

Zum Zeitpunkt unseres Vergleichs kosten die fünf Modelle grob zwischen 1.850 und 3.000 Euro. Samsung und LG sind am günstigsten, der Philips ist am teuersten. Händler passen ihre Preise oft an, es lohnt sich also, vor dem Kauf zu vergleichen.

Die Herstellung ist knifflig. Die Bauteile, die das Licht erzeugen, sind empfindlich und müssen extrem sauber gefertigt werden. Schon kleine Fehler machen einen Bildschirm unbrauchbar, bei großen Geräten passiert das öfter. Und weil nur wenige Hersteller das überhaupt können, bleibt der Preis hoch.

Der Verbrauch hängt stark vom Bildinhalt ab, denn das EU-Label unterscheidet zwischen normalem Bild (SDR) und HDR. Beim Panasonic Z95B sind es laut Produktinformationsblatt 112 Watt bei SDR und 190 Watt bei HDR, beim LG G6 rund 77 und 262 Watt. Bei vier Stunden täglich und 35 Cent je Kilowattstunde ergibt das grob 40 bis 135 Euro im Jahr, ohne Standby. Im normalen Bild landen LG G6 und Samsung in der Energieklasse E, Sony und Philips in F und Panasonic in G. Bei HDR rutschen alle fünf Modelle in die Energieklasse G.

Um einzuschätzen, wie groß ein 65-Zoll-Fernseher im eigenen Zuhause ausfällt, helfen ein paar Maße: Die Bilddiagonale beträgt rund 165 Zentimeter, das Bild ist etwa 144 Zentimeter breit und 81 Zentimeter hoch. Dazu kommt noch der Rahmen. Auch das Gewicht ist nicht zu unterschätzen: Unsere Modelle wiegen ohne Standfuß zwischen 19,1 und 24,5 Kilogramm. Am leichtesten ist der Samsung S90H, am schwersten der Philips OLED910.

*Die Testredaktion rund um den ntv Produkt-Check ist unabhängig und erwirbt alle Produkte auf eigene Kosten. In seltenen Fällen werden Test-Geräte auch leihweise von Herstellern zur Verfügung gestellt. Bei Tests wie bei Vergleichen bewerten wir nach objektiven, nachvollziehbaren Kriterien. Wird ein Produkt über einen Affiliate-Link gekauft, erhält RTL Deutschland eine Provision. Auf den Preis hat das keinen Einfluss.

Quelle: ntv.de

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