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Baden-WürttembergWo Männer bei psychischer Belastung Hilfe finden können

26.10.2026, 04:13 Uhr
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Immer häufiger leiden auch Männer unter psychischen Problemen. Wohin sich Betroffene wenden können. Und welche Möglichkeiten Freunde und Familie haben, wenn sich jemand etwa auffallend zurückzieht.

Oberderdingen (dpa/lsw) - Angesichts langer Wartezeiten für einen Therapieplatz können Männer mit psychischen Problemen laut Psychologin Katharina Piekorz in der Zwischenzeit andere Hilfsangebote nutzen. Es gebe Beratungsstellen, darunter auch welche speziell für Männer, oder niedrigschwellige Angebote wie Telefonseelsorge, kirchliche Männerkreise oder - auch zur Zeitersparnis - Online-Angebote, sagte die Expertin aus Oberderdingen im Landkreis Karlsruhe, die "Die Onlinepraxis" betreibt.

Hilfe anonym möglich

"Es geht generell darum, eine Form der Unterstützung zu finden, die zum eigenen Leben passt", sagte Piekorz. Dazu zähle, eine Fachkraft zu finden, "mit der es zwischenmenschlich passt und wo man sich dann auch auf Augenhöhe gut begleitet fühlt". Wichtig sei, aus eigenem Antrieb Probleme angehen zu wollen.

"Neben der Vertraulichkeit, die ja immer gilt, brauchen manche ein besonderes Maß an Diskretion", hat Piekorz festgestellt. Daher könne man auch fragen, ob ein Online-Gespräch anonym möglich sei - also mit ausgeschalteter Kamera oder zum Beispiel auch nur per Mail und nur mit dem Vornamen.

Anschubsen zum Hilfe-Suchen

Angehörige und Freunde sollten ruhig und konkret ansprechen, wenn sie Veränderungen beobachten, riet die Fachfrau. Ein Beispiel: "Ich merke, dass du dich verändert hast. Du ziehst dich immer weiter zurück, du schweigst oder stürzt dich in die Arbeit. Ich mache mir Gedanken, wie es dir geht." Dabei sollte man Wertschätzung und Verbundenheit ausdrücken - etwa: "Du bist uns wichtig, wir brauchen dich, wir möchten, dass es dir gut geht."

Darüber hinaus könne man konkrete Informationen und Anlaufstellen weitergeben. "Zum Hilfe-Annehmen kann man niemand zwingen, aber ein kleines Anschubsen darf aus meiner Sicht durchaus sein - manchmal hilft es, einen konkreten Flyer vor die Nase zu halten oder einen Link zu einem passenden Angebot zu schicken", sagte sie. "Wenn man dann ein niedrigschwelliges, männerfreundliches Angebot hat, kann das vielleicht die Chance erhöhen, dass es angenommen wird."

Quelle: dpa

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