HessenDLRG-Zwischenbilanz: Weniger Badetote in Hessen

Laut DLRG starben im Bundesland in diesem Jahr bisher zwölf Menschen beim Baden. Die Retter fordern mehr Aufklärung.
Frankfurt/Bad Nenndorf (dpa/lhe) - Trotz der hohen Temperaturen sind in Hessen in den ersten sieben Monaten dieses Jahres weniger Menschen ertrunken als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Nach einer Zählung der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mit Sitz in Bad Nenndorf starben im Bundesland beim Schwimmen oder Baden bis inklusive Juli zwölf Menschen. In den ersten sieben Monaten des Vorjahres waren es 16 gewesen.
Die meisten Menschen in Hessen ertranken im Juni (sechs). Sieben Menschen starben in einem Fluss, drei in einem See, je einer in einem Bach und einem Schwimmbad. Zehn Opfer waren männlich, zwei weiblich. Die meisten waren zwischen 21 und 40 Jahre alt.
Das steckt hinter den Zahlen
Bundesweit sind laut DLRG bis einschließlich Juli mindestens 261 Menschen in den Gewässern ums Leben gekommen. Das sind nach aktuellem Stand bereits 15 mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. "Insbesondere im Juni kam es zu einem dramatischen Anstieg an Unfällen. Über 100 Opfer gab es im Monat Juni zuletzt im Jahr 2003", berichtete DLRG-Präsidentin Ute Vogt.
Rund 90 Prozent der Todesfälle in Deutschland ereigneten sich in frei zugänglichen Gewässern im Binnenland. "Die Zahlen zeigen wieder einmal, dass es besonders dort lebensbedrohlich wird, wo zumeist keine Rettungskräfte vor Ort sind, die im Notfall schnell Hilfe leisten können", so Ute Vogt.
Die allermeisten jüngeren Opfer sind männlich. DLRG-Präsidentin Vogt sieht darin eine Folge "von leichtsinnigem Verhalten - oft in Verbindung mit Alkohol und anderen Drogen". Bei Älteren kämen gesundheitliche Probleme dazu, bei Kindern mangelnde Schwimmkompetenz. "Wir gehen davon aus, dass weiterhin die Mehrheit der Kinder die Grundschule verlässt, ohne ein Schwimmabzeichen abgelegt zu haben, beziehungsweise das zu können."
Das fordert die DLRG
Um die Zahl der Toten zu verringern, braucht es aus Sicht der DLRG mehr Aufklärung über die Gefahren beim Baden und Schwimmen. Ute Vogt: "Der Schlüssel zu weniger Ertrinkungsunfällen ist wie in so vielen Bereichen des Lebens das nötige Wissen. Wer sich der Gefahren bewusst ist, geht seltener ins Risiko."