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HessenKlinikradio rührt Patienten zu Tränen

24.09.2026, 04:04 Uhr
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"Gute Laune für gute Besserung": Mit Musikwünschen, Comedy und Gesprächen bringen Ehrenamtliche ein Stück Nähe ins Krankenhaus der Helios HSK Wiesbaden.

Wiesbaden (dpa/lhe) - Mit dem Aufzug geht es hinunter in den Keller, einen langen Gang entlang, vorbei an leerstehenden Krankenhausbetten. Dann sind erste Stimmen zu hören, dazwischen Lachen und leise Country-Musik. Am Ende des Flurs liegt ein Raum, aus dem gute Laune strömt. Es ist das Studio von Radio Klinikfunk. Von hier aus senden Ehrenamtliche für die Patientinnen und Patienten des Krankenhauses Helios HSK Wiesbaden.

Während oben Menschen versorgt werden, krank sind oder auf ihre Entlassung warten, geht es im Radio vor allem um Spaß und gute Stimmung: "Wir können ihnen den Schmerz nicht nehmen, wir können ihnen die Krankheit nicht nehmen. Aber ein paar Minuten oder ein paar Momente der Ablenkung können, glaube ich, auch schon eine große Hilfe sein", erklärt Christian Spangenberg vom Radio Klinikfunk.

"Gute Laune für gute Besserung"

Seit 1981 gibt es den Radiosender im Krankenhaus. Inzwischen engagieren sich mehr als 100 Menschen. Sie kommen aus unterschiedlichen Generationen: Das jüngste Mitglied ist zehn Jahre alt, das älteste Anfang 70. Gemeinsam stehen sie am Mikrofon, bereiten Beiträge vor oder moderieren Live-Sendungen. Was sie verbindet, ist die Idee hinter dem Motto "Gute Laune für gute Besserung": den Patientinnen und Patienten für einige Minuten Ablenkung und gute Stimmung zu schenken.

Keinen Platz für schlechte Nachrichten

Boris Klein ist seit 2019 beim Radio Klinikfunk dabei. "Unser Auftrag ist ganz einfach, den Menschen irgendwie auch ein bisschen Ablenkung zu verschaffen. Das machen wir mit Musik, die sie vielleicht an eine schöne Zeit erinnert, und mit Geschichten, die irgendwie ein schönes Gefühl vermitteln", erklärt er.

Neben Comedy, Gute-Laune-Musik und Spielen on air sind auch die Themen bei Radio Klinikfunk durchweg positiv. Inhalte wie Krisen und Kriege finden im Programm keinen Platz. Dafür aber Musikwünsche: "Wir haben auch schon von außen Musikwünsche für einen Patienten bekommen, der hier in der Klinik liegt. Nach dem Motto: Meine Mutter liegt hier, könntet ihr für die den und den Song spielen?", sagt Spangenberg. Dadurch entstehe eine Art Gemeinschaft in der Klinik. Die Patientinnen und Patienten merkten, dass sie nicht alleine sind.

Wenn aus Zuhörern Begegnungen werden

Auch wenn die Macherinnen und Macher des Radios oft gar nicht wissen, wer ihnen gerade zuhört, gibt es doch einzelne Momente, in denen ihre Hörerschaft ein Gesicht bekommt. Klein erinnert sich an einen Anruf, den er während der Corona-Pandemie im Studio bekommen habe: "Da hat sich jemand wirklich sehr, sehr warmherzig und, es fühlte sich fast den Tränen nah an, bei mir bedankt, dass einfach noch mal eine Stimme da ist, die was Nettes erzählt."

Auch Spangenberg erinnert sich an eine Begegnung mit einem Patienten. Ein älterer Herr sei mit einem Infusionsständer ins Studio gekommen und habe erzählt, dass er die Musik gehört und sich dann in der Klinik auf die Suche nach dem Studio gemacht habe. Schließlich sei er vorbeigekommen, habe währenddessen seine Infusion durchlaufen lassen und sich das Radio angeschaut.

"Es war einfach ein positiver Moment, weil du gemerkt hast: Okay, für genau die Menschen machen wir letztendlich auch dieses Radio hier", erzählt Spangenberg. Diese Begegnung hat ihn geprägt. Noch heute stellt er sich vor: "Wenn ich weiß, okay, ich mache hier ehrenamtlich Sendung für die Patienten der Klinik, dann könnte das der Mann mit dem Infusionsständer sein."

Und genau solche Begegnungen bleiben im Kopf. Sie geben Klein und Spangenberg Wertschätzung und Bestätigung für ihr Ehrenamt, wie die beiden Radiomacher berichten.

Ehrenamt als Rückgrat von Zusammenhalt

"45 Jahre Radio Klinikfunk hier in den HSK-Kliniken, das ist echt eine Superleistung, muss man wirklich sagen", würdigte Wiesbadens Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) die Arbeit der Ehrenamtlichen bei einem Besuch im Studio. Ehrenamt sei einfach das Rückgrat des Zusammenhalts und ein essenzieller Bestandteil einer Stadtgesellschaft, sagte er.

Quelle: dpa

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