Nordrhein-Westfalen"AfD-Mitglieder haben mein Zuhause fotografiert"

Wuppertals Oberbürgermeisterin berichtet, dass AfD-Mitglieder ihr Privathaus aufgesucht und fotografiert hätten. Sie wertet dies als Versuch, sie im privaten Umfeld unter Druck zu setzen.
Wuppertal (dpa/lnw) - Das Privathaus von Wuppertals Oberbürgermeisterin Miriam Scherff (SPD) ist nach Angaben der Politikerin von AfD-Mitgliedern aufgesucht und fotografiert worden. "Zwei AfD-Mitglieder haben mein Zuhause fotografiert", sagte die 37-Jährige in einem Video auf ihrem Instagram-Account. Sie habe einen Hinweis auf den Vorgang erhalten, sei umhergefahren und habe die beiden "sofort erkannt", sagte Scherff.
Die Oberbürgermeisterin wertete den Vorfall als "Versuch, Menschen in ihrem privaten Umfeld unter Druck zu setzen". Es handele sich um eine "perfide Methode". Die AfD lebe davon, Angst zu schüren. "Ich lasse mich nicht einschüchtern und werde nicht schweigen", sagte Scherff.
"Die Polizei ist informiert", sagte eine Rathaussprecherin auf Anfrage. Scherff hatte bereits im Juli von Hass und sexualisierten Beleidigungen im Netz berichtet und Screenshots der Posts gezeigt. Die Politikerin hatte dabei berichtet, dass jemand ihrer kleinen Tochter eine Vergewaltigung gewünscht habe.
Die AfD Wuppertal schreibt dazu auf ihrer Webseite, die Bedrohungsdebatte um die Oberbürgermeisterin sei "scheinheilig" und von Doppelmoral geprägt. Ihre AfD-Co-Vorsitzende Claudia Bötte und deren Tochter seien 2014 auch schon bedroht worden. Eine Anfrage zu Scherffs neuen Vorwürfen ließ die AfD Wuppertal zunächst unbeantwortet.