SachsenWasserwacht-Bilanz: Fast doppelt so viele Lebensrettungen

Kinder in Not, schwere Unfälle und Vermisstensuchen: Die aktuelle Bilanz der DRK-Wasserwacht Sachsen zeigt, wie herausfordernd dieses Jahr für die Retter war.
Dresden (dpa/sn) - Kinder unter Wasser, Vermisstensuchen und Reanimationen – die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hat in dieser Badesaison in Sachsen fast doppelt so viele lebensrettende Einsätze verzeichnet wie im Vorjahr. Das geht aus einer ersten Bilanz der Wasserwacht für die ersten acht Monate des Jahres hervor. Von Januar bis August rettete die Organisation demnach in insgesamt 32 Einsätzen Menschen aus lebensgefährlichen Situationen – während es 2025 insgesamt nur 18 lebensrettende Einsätze gegeben habe.
Das waren die schwersten Einsätze
Zu den schwersten Einsätzen 2026 zählten laut einer Umfrage bei den Wasserwacht-Ortsgruppen mehrere Fälle, in denen Kinder beinahe ertrunken wären. "In mehreren Fällen konnten Wasserretter durch ihr schnelles Eingreifen Schlimmeres verhindern", hieß es dazu. Außerdem sei es zu einer Reanimation nach einem Sturz aus etwa 15 Metern Höhe ins Wasser und einem schwereren Sprungunfall mit Genickverletzung gekommen. Weiter habe es eine Vermisstensuche mit anschließender Totenbergung sowie einen Blitzschlag auf einem Zeltplatz mit fünf Betroffenen gegeben. Insgesamt verzeichneten die DRK-Wasserwachten dieses Jahr bisher 725 Einsätze.
Zahlen zu den diesjährigen Badetoten hatte vergangene Woche die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) veröffentlicht. Die DLRG zählte bis zum 15. September dieses Jahres 19 Menschen, die im Freistaat Sachsen ertrunken waren - insgesamt zehn mehr als im Vorjahreszeitraum.
Hitze sorgte für mehr Einsätze
"Besonders die heißen Tage des Sommers machten sich bei den Einsatzzahlen bemerkbar", sagte Kai Kranich, Sprecher der DRK Wasserwacht in Sachsen. Häufig hätten die Einsatzkräfte bei Kreislaufproblemen, kurzen Ohnmachten und Dehydrierungen helfen müssen. Ob die Hitze auch generell zu mehr Wasserrettungseinsätzen geführt habe, sagte die Wasserwacht nicht.
Die Wasserwacht ist die Wasserrettungsorganisation des Deutschen Roten Kreuzes. Sie sorgt mit Rettungsschwimmern in Schwimmbädern und an Gewässern für die Sicherheit von Badenden. Insgesamt engagieren sich laut eigenen Angaben in der Wasserwacht in Sachsen knapp 6.000 Mitglieder.