ThüringenHitze-Aktionsplan - Wie das Land auf heißere Sommer reagiert

In Thüringen gibt es immer mehr Hitzetage mit Temperaturen über der 30-Grad-Marke. Das hat Folgen. Warum die Gesundheitsministerin auch an die Menschen appelliert, ihr eigenes Verhalten zu überdenken.
Erfurt (dpa/th) - Mit einem Hitzeaktionsplan will die Thüringer Landesregierung die Menschen im Land, aber auch Kommunen besser auf die steigende Anzahl heißer Tage vorbereiten. "Es wird wärmer und das müssen alle verstehen und akzeptieren", sagte Thüringens Gesundheitsministerin Katharina Schenk (SPD). Prävention im eigenen Verhalten sei fundamental. Viele unterschätzten die Wärmeentwicklung beispielsweise in einem Auto oder wie viel ein Mensch im Laufe eines Tages trinken sollte. "Es gibt nicht umsonst ein Trinkprotokoll", sagte Schenk. Ältere Menschen hätten nachweislich ein geringeres Durstempfinden.
Thüringens Umweltminister Tilo Kummer (BSW) wies darauf hin, dass sich die Zahl der heißen Tage mit mehr als 30 Grad pro Jahr in Thüringen im Flächenmittel verdoppelt habe. Im Zeitraum 1961-1990 habe es im Schnitt vier solche heißen Tage pro Jahr gegeben, zwischen 1995 und 2024 seien es bereits neun gewesen, so Kummer.
Jena verzeichnet 27 Hitzetage
An der Sternwarte in Jena, die als besonders heißer Ort im Freistaat gilt, seien es allein im laufenden Jahr bereits 27 solche heißen Tage gewesen. "Die Prognosen, wo das Ganze hingeht, sind so, dass wir nach Südfrankreich gucken müssen, wo sich Thüringen wettermäßig perspektivisch wiederfinden sollte", so der Minister.