Sport

Kampf gegen Doping Anne-Kathrin Elbe geehrt

Die Leichtathletin Anne-Kathrin Elbe erhält die Heidi-Krieger-Medaille, den europaweit einzigen Preis für engagiertes Wirken gegen Doping im Spitzensport. Laut Deutschlandfunk fiel die Entscheidung des Vereins Dopingopferhilfe (DOH) einstimmig zugunsten der 20 Jahre alten Sprinterin von Bayer Leverkusen.

In der Begründung heißt es, Elbe werde "für die bewiesene Charakterstärke und ihren Mut" geehrt. Sie habe "als mündige Athletin ein Zeichen gesetzt - und das zu einer Zeit, als Aufklärung noch nicht medial vermarktet wurde und "Nestbeschmutzer erheblichen Anfeindungen ausgesetzt waren".

Die Aussagen von Anne-Kathrin Elbe führten im vergangenen Jahr zur Verurteilung des Magdeburger Sprinttrainers Thomas Springstein wegen Minderjährigendopings. Der Trainer, der bereits Anfang der 90er Jahre mit den Sprinterinnen Katrin Krabbe und Grit Breuer in Affären wegen Medikamentenmissbrauchs verwickelt war, hatte 2003 der damals 16-jährigen Anne-Kathrin Elbe das Doping-Anabolikum Andriol zur Einnahme gegeben. Springstein hatte behauptet, es handele sich um Vitamine.

Selbstverständlicher Mut?

Elbe sagte dem Deutschlandfunk, sie freue sich über den Preis, der am 21. September in Berlin übergeben wird. Ihre Nominierung sei allerdings auch eine Überraschung, "weil es für mich selbstverständlich war, was ich getan habe".

Die aus Dessau stammende Anne-Kathrin Elbe ist die fünfte Preisträgerin. Zuvor erhielten der Hormonforscher Christian Straßburger, die Buchautorin Brigitte Berendonk, der Sporthistoriker Giselher Spitzer und die Biathlon-Olympiasiegerin Antje Misersky die Ehrung.

Benannt ist der Preis nach der Europameisterin von 1986 im Kugelstoßen, Heidi Krieger. Ihr wurden in der DDR männliche Hormone in hohen Dosen verabreicht. Krieger unterzog sich einer Geschlechtsumwandlung und hat ihre EM-Medaille für den Kampf gegen Dopingmissbrauch gestiftet.

Quelle: n-tv.de