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Kranz rennt zu deutschem Rekord Auch Kinder stoppen die Serienmeister nicht

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Christina Schwanitz ist nicht zufrieden mit ihrem Wettkampf. Über ihren nächsten deutschen Meistertitel kann sie sich aber freuen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bei den deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften gibt es einen deutschen Rekord zu bestaunen - und zwei Seriensieger, die auf nationaler Ebene einfach nicht zu schlagen sind. Kugelstoßerin Schwanitz kommentiert ihren nächsten Titel launig - und selbstkritisch.

Souverän haben sich die früheren Kugelstoß-Weltmeister Christina Schwanitz und David Storl bei den deutschen Hallen-Titelkämpfen der Leichtathleten durchgesetzt. Die 35-Jährige vom LV 90 Erzgebirge und der 30 Jahre alte Leipziger gewannen in Dortmund zum bereits sechsten beziehungsweise achten Mal. Bei der Veranstaltung mit einem strengen Hygienekonzept und ohne Zuschauer stellte 60-Meter-Meister Kevin Kranz mit 6,52 Sekunden den deutschen Rekord von Julian Reus ein.

Schwanitz konnte sich in einem schwierigen Wettkampf-Winter immerhin als Medaillenkandidatin für die Hallen-EM in zwei Wochen im polnischen Torun in Position bringen. Die Weltmeisterin von 2015 blieb in der Rudolf-Körnig-Halle mit 18,87 Meter allerdings hinter ihrer Saisonbestleistung von 19,11 zurück. Mit dieser Weite ist sie die derzeit zweitbeste Kugelstoßerin in der Welt hinter der Portugiesin Auriol Dongmo (19,65).

"Muss mich zu Hause noch kümmern"

"Fehlt halt was - hätte ich gerne gezeigt. Ging halt noch nicht, da kann man nicht zufrieden sein", sagte Schwanitz zu ihrem Wettkampf. Die Zwillingsmutter meinte aber auch: "Es ist schön, mit zarten 35 und zwei Kindern zu Hause immer noch die Nummer eins zu sein." Für Storl hingegen ist die Weltspitze weit weg, zumal Olympiasieger Ryan Crouser aus den USA Ende Januar den Hallen-Weltrekord auf 22,83 Meter schraubte. Aber er stellte mit 20,83 Metern eine persönlich Jahresbestleistung auf und siegte vor Christian Zimmermann aus dem bayrischen Kirchheim (20,09). Der WM-Goldmedaillengewinner von 2011 und 2013 wird allerdings auf einen EM-Start verzichten, da er kürzlich zum zweiten Mal Vater wurde: "Ich muss mich zu Hause noch ein bisschen kümmern."

Zum Abschluss des ersten Tages glänzte Sprinter Kranz, der so schnell wie Julian Reus bei seinem Rekord 2016 in Leipzig rannte. Dabei ließ der U23-Europameister Julian Wagner aus Erfurt (6,59) und seinen Klubkollegen Michael Pohl (6,60) hinter sicher. Der Erfurter Reus fehlte wegen Formschwäche. Bei den Frauen überraschte die Münchnerin Amelie-Sophie Lederer mit ihrem ersten Sieg bei Meisterschaften in 7,12 Sekunden vor Jennifer Montag aus Leverkusen (7,19) und Yasmin Kwadwo aus Paderborn (7,19). Seinen fünften Titel eroberte Dreispringer Max Heß mit Leichtigkeit - im letzten Versuch segelte der Ex-Europameister aus Chemnitz auf exakt 17 Meter hinaus.

Wie schon im vergangenen August in Braunschweig hat der Deutsche Leichtathletik-Verband mit viel Aufwand Geister-Meisterschaften in Corona-Zeiten organisiert. Dazu gehören auch Tests für alle Beteiligten vor der Rudolf-Körnig-Halle. Insgesamt sind am Wochenende 250 Teilnehmer am Start.

Quelle: ntv.de, ter/dpa