Sport

Interview mit Gabriel Clemens "Aufgewühlte Nacht" nach Darts-Sensation

Gabriel Clemens schreibt bei der Darts-WM 2021 in London deutsche Sportgeschichte. Zum ersten Mal überhaupt in der 27-Jährigen Geschichte des wichtigsten Darts-Turniers des Jahres steht ein Deutscher im Achtelfinale. Der "German Giant" aus dem Saarland schafft den Einzug in die Runde der letzten 16 ausgerechnet durch einen Sieg über Titelverteidiger Peter Wright. Am Tag nach der Sensation blickt der 37-Jährige im Gespräch mit ntv.de auf den größten Erfolg seiner Karriere, spricht von einer "aufgewühlten Nacht" und dem nächsten "harten Kampf" gegen einen weiteren Spitzenspieler.

ntv.de: Herr Clemens, wie geht's Ihnen am Tag nach dem größten Sieg Ihrer Karriere?

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Der Moment des Sieges: Gabriel Clemens gewinnt bei der Darts-WM gegen Peter Wright.

(Foto: Lawrence Lustig/PDC)

Gabriel Clemens: Mir geht's natürlich gut. Die Nacht war ein bisschen aufgewühlt, gerade am Anfang. Aber dann bin ich doch relativ schnell eingeschlafen. Jetzt hat man alles realisiert, und dann ist auch wieder gut.

Wie viele Glückwunsch-Nachrichten haben Sie bekommen?

Keine Ahnung, unzählige. Aber das ist natürlich schön, wenn man das Handy anmacht und es kommen pausenlos Nachrichten, alles Glückwünsche. Darüber habe ich mich riesig gefreut.

Dass Ihnen bei Twitter sogar der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans zum Sieg gratuliert, dürfte auch nicht alltäglich sein.

Das stimmt. Es ist einfach anders als sonst, nicht zu vergleichen mit einem normalen Turnier, gerade was das Medieninteresse betrifft. Natürlich habe ich schon sehr viele Interview-Anfragen bekommen, mein Telefon steht nicht mehr still.

Was ging Ihnen durch den Kopf, als der entscheidende Dartpfeil in der Doppel 16 gelandet ist?

Im Prinzip gar nichts, da ist man einfach nur leer. Da fällt einem die ganze Last von den Schultern. Von daher habe ich mir in dem Moment gar keine Gedanken gemacht.

Beim Stand von 2:1 in den Sätzen haben Sie die Riesen-Chance zum 3:1 ausgelassen und wurden dafür von Peter Wright bestraft. Der Weltmeister glich aus, doch der Turnaround gelang ihm nicht. War das der Schlüssel zum Sieg?

Das kann durchaus sein. Ich habe auf jeden Fall trotz der verpassten Chancen im vierten Satz weiter an mich geglaubt und weiter mein Bestes gegeben. Am Ende war ich dann vielleicht auch ein bisschen der glückliche Sieger.

Sie sind zum dritten Mal bei der WM dabei, das zurückliegende war auch ihr bestes Jahr. Was hat Ihr Spiel auf dieses Niveau gebracht?

Mit Sicherheit war es nicht verkehrt, dass ich in diesem Jahr zum ersten Mal bei allen großen Major-Turnieren dabei gewesen bin. Die ganze Erfahrung auf der Bühne zu sammeln, hat mir extrem geholfen. Und es war bestimmt auch ganz gut, dass ich in diesem Jahr sehr viel trainieren konnte.

Bereits am Dienstagabend geht es für sie gegen den Polen Krzysztof Ratajski weiter. Wie verbringen Sie die Zeit bis zum Achtelfinale?

Meine Vorbereitung wird abseits der Interviews ganz normal ablaufen. Wenn alle Gespräche geführt sind, geht's wieder ans Trainingsboard. Ich bereite mich auf das Spiel gegen Krzysztof Ratajski genauso vor, wie ich das sonst auch mache. Wir sind ja hier in der sogenannten "Bubble", können eh nicht raus. An Weihnachten habe ich mit Mensur Suljovic trainiert, aber der muss heute Abend selbst ran. Den lasse ich heute in Ruhe, der soll sich auf sein Spiel konzentrieren. Ich werde alleine trainieren. Und dann freue ich mich einfach auf das Achtelfinale.

Wie wollen Sie die Partie angehen?

Ich mein', ich stehe im Achtelfinale der WM, das genieße ich jetzt einfach. Natürlich werde ich versuchen, auch Krzysztof Ratajski einen harten Kampf zu liefern. Er ist genau wie Peter Wright ein Weltklassespieler. Ich muss versuchen, mein Spiel durchzuziehen. Wenn ich das schaffe und meine Möglichkeiten nutze, habe ich mit Sicherheit auch in diesem Match eine Chance.

Mit Gabriel Clemens sprach Kevin Schulte.

Quelle: ntv.de

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