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UFC London mit Paddy Pimblett Briten zählen auf ihren Mini-McGregor

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Der blonde Beatle in der UFC- Paddy Pimblett.

(Foto: IMAGO/PRiME Media Images)

Auf der Insel gibt es einen neuen MMA-Liebling. Paddy Pimblett soll einer der großen Stars der UFC werden. Neben seinen Fähigkeiten im Käfig bringt er das volle Paket mit: Die Fans lieben ihn, er ist selbstbewusst und schreckt auch vor Backstage-Rangeleien nicht zurück.

Erstmals seit Pandemiebeginn kehrt die Ultimate Fighting Championship (UFC) nach Europa zurück. Die UFC will in London in der ausverkauften O2-Arena (Samstag, 21 Uhr auf DAZN) zeigen, dass große Mixed-Martial-Arts-Veranstaltungen (MMA) nicht nur auf heimischem Grund oder in der Vollisolation von Abu Dhabi funktionieren. Gleichzeitig sucht die bekannteste Kampfsport-Organisation einen neuen großen Star. Einen wie den Iren Conor McGregor, der die Massen fasziniert. Mit dem Briten Paddy Pimblett schwingt sich derzeit ein Anwärter auf, diesem Status in nicht allzu ferner Zukunft gerecht zu werden. Sein Kampf in London gegen Rodrigo Vargas wird zum Stimmungstest. Die Frage: Wohin geht Pimbletts Reise in der UFC?

Der 27-jährige Liverpooler bringt das volle Paket mit. Er ist ein extrem starker Boxer, ein guter Ringer und hat einen schwarzen Gürtel in Jiu-Jitsu. Und er strotzt nur so vor Selbstvertrauen. "Was immer ich will. Ich muss niemanden herausfordern, weil jeder über mich spricht", antwortete er auf die Frage, was nach einem möglichen Sieg gegen Kazula folgen würde.

Das Selbstvertrauen kommt schon mal dem von McGregor gleich, die Auswirkungen auf andere Fighter ebenfalls. In London lieferte er sich mit Ilia Topuria im Hotelkomplex eine Auseinandersetzung. Nach einem verbalen Schlagabtausch landete eine Flasche Desinfektionsmittel am Kopf des Georgiers, ehe dessen Teammitglieder das anschließende Gerangel auflösten.

"The Baddy" ist der typische Brite

"The Baddy" ("Der Bösewicht") ist der Spitzname des Engländers - und der ist Programm. Die Fans lieben ihn dafür. Vor allem die Briten. Pimblett, mit einem Haarschnitt versehen, bei dem selbst die Beatles neidisch werden, langt auch gerne mal bei Bier und Fast Food zu. Auch beim Desserts kann er selten nein sagen. Während er in seiner Gewichtsklasse mit einem Kampfgewicht von maximal 70 Kilogramm antreten muss, kommt er bei seinem Alltagsgewicht nach eigenen Aussagen auf bis zu 90 Kilo.

In der UFC hat Pimblett zwar ersten einen Kampf bestritten und diesen auch per K.o. für sich entschieden, in seiner Heimat ist der ehemalige Cage-Warriors-Champion jedoch bereits ein Star. Sein Einmarsch in die Arena wird stets von Techno-Beats untermalt, die zum Mitwippen animieren. Der Engländer versprüht eine enorme Energie und gute Laune.

Boss White mit der Handbremse

Finanziell kommt er zwar noch nicht an McGregor heran, seit einigen Monaten hat der Liverpooler aber seinen ersten Millionendeal mit dem Medienunternehmen Barstool Sports in der Tasche. Um in der UFC erfolgreich zu sein, muss man das Fight Game beherrschen und das Fight Business verstehen. Und auch wenn Pimblett stets betont, immer ganz er selbst zu sein, weiß er genau, welche Knöpfe er drücken muss. Das ist eigentlich ganz im Interesse von UFC-Boss Dana White. Doch der bricht das große Star-Potenzial bei Pimblett immer wieder auf das sportliche herunter. "Jeder redet immer darüber, was für ein großer Star er ist, aber es geht ums Gewinnen", so White gegenüber dem Portal "TheMacLife". Alles, was an dem Jungen Spaß mache, spielt keine Rolle, wenn er verliert.

Dabei ist die Veranstaltung eigentlich um Pimblett aufgebaut. Die UFC geht hier einen Weg, wie sie ihn bereits bei McGregor gegangen sind und versuchen den 27-Jährigen langsam aufzubauen. Deswegen hat er mit Vargas auch einen Gegner vor der Brust, der zwar ein guter Striker ist, aber mit Pimblett im Normalfall nicht mithalten kann. Sportlich stehen eigentlich zwei weitere Engländer stärker im Fokus bei UFC London. Im Hauptkampf misst sich Schwergewicht Tom Aspinall mit dem Russen Alexander Volkov, im Federgewicht trifft Arnold Allen auf den Neuseeländer Dan Hooker. Die beiden Briten gelten als Favoriten und haben beeindruckende Siegesserien aufzuweisen. Sollten sie vor heimischen Publikum erfolgreich sein, besteht für beide wohl demnächst ein Titelkampf an. Davon ist Pimplett, der kommende Star, noch ein Stück entfernt.

Quelle: ntv.de

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