THC kollabiertBundesligist wirft im Europacup-Finale 9-Tore-Vorsprung weg

Handball-Bundesligist Thüringer HC sieht im Finale der European League schnell wie der sichere Sieger aus, das Team führt zur Halbzeit mit neun Toren gegen Gastgeber Dijon. Doch dann kommt es zum Kollaps und der historische Triumph ist dahin.
Keine Krönung: Der Traum des Thüringer HC von der erfolgreichen Titelverteidigung in der European League ist geplatzt. Die Mannschaft von Trainer Herbert Müller verlor im Endspiel gegen den französischen Gastgeber JDA Dijon 25:29 (15:6), ein Jahr nach dem Triumph von Graz landete der Handball-Bundesligist im zweitwichtigsten europäischen Klubwettbewerb nach der Champions League diesmal auf dem zweiten Platz.
Das deutsche Team legte einen Blitzstart hin, nach 16 Minuten stand es 11:2. Zur Halbzeit führten die Thüringerinnen mit einem gewaltigen Vorsprung, gaben dann aber das Spiel aus den Händen. Während der Bundesligist förmlich kollabierte und keinerlei Lösungen mehr fand, kamen die Französinnen - angetrieben von 3000 Fans - mächtig ins Rollen.
Beim 22:21 gingen sie nach einem 5:0-Lauf erstmals in Führung, als Super-Torjägerin Johanna Reichert dann einen Siebenmeter zum Ausgleich vergab, steuerte das Spiel unaufhaltsam seinem aus THC-Sicht bitteren Ende entgegen.
Damit bleibt es dabei: Eine Wiederholung des Triumphs ist bislang keinem Team gelungen. Beste THC-Werferinnen im Finale war Johanna Reichert mit acht Toren. Torhüterin Laura Kuske zeigte starke elf Paraden.
Im Halbfinale hatte das Müller-Team tags zuvor den dreimaligen Champions-League-Sieger Viborg HK aus Dänemark ausgeschaltet (26:24). Dieser sicherte sich im kleinen Finale durch einen 35:30-Erfolg gegen Esztergomi Vitezek den dritten Platz. Für Dijon war es der erste Triumph in der European League.