Verbandsboss ist ihr PartnerClaudia Pechstein ist neue Bundestrainerin

Claudia Pechstein soll den deutschen Eisschnelllauf wieder in die Spur bringen. Bis zum Jahresende wird die fünfmalige Olympiasiegerin als Bundestrainerin tätig sein. Sie folgt auf einen Trainer, der bei den Olympischen Spielen in die Kritik geraten war.
Neue Aufgabe für Claudia Pechstein: Die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin übernimmt bis zum Jahresende das Amt der Bundestrainerin in der Disziplin Allround. Das gab die Deutsche Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft bekannt. Der Präsident des Verbands ist Pechsteins Lebensgefährte Matthias Große.
Pechstein wird den Posten neben ihrer Hauptfunktion als Bundesstützpunkt-Trainerin in Inzell ausführen. Zudem ist Andreas Kraus ab sofort neben seiner Hauptfunktion als Nachwuchscoach kommissarisch auch als Bundestrainer Sprint tätig. "Beide Trainer genießen unser volles Vertrauen. Die Entscheidung gibt dem Verband und dem deutschen Eisschnelllauf Planungssicherheit bis zum Jahresende. Bis dahin haben wir ausreichend Zeit, um einen geordneten Bewerbungsprozess durchzuführen und uns für die Trainer zu entscheiden, die unsere Sportlerinnen und Sportler zu Olympia 2030 führen werden", erläuterte Große.
Die 54-jährige Pechstein folgt auf Alexis Contin, der in seiner Heimat die Entwicklung der Nationalmannschaft mit Blick auf die Winterspiele 2030 in Frankreich fördern soll. Contin hatte bei den Winterspielen in Mailand unfreiwillig im Mittelpunkt gestanden, nachdem Eisschnellläufer Fridtjof Petzold ein gestörtes Verhältnis angeprangert hatte. DESG-Sportdirektorin Nadine Seidenglanz, Ehefrau von Contin, wies die Vorwürfe zurück. Die DESG war erneut ohne Olympia-Medaille geblieben - bereits zum vierten Mal in Folge. Pechstein hatte ihre erfolgreiche Karriere im Vorjahr beendet.
Seit Olympia hatte es viel Wirbel um die DESG gegeben. Zu Beginn der Winterspiele in Italien hatte ein "Sportschau"-Bericht über angebliche Unregelmäßigkeiten bei der DESG und ein belastetes Verhältnis zwischen einigen Athleten und der Verbandsspitze Aufsehen erregt. Bei einem Medientermin nach Olympia belegte die Verbandsführung zwei ARD-Journalisten mit einem Hausverbot und löste damit heftige Kritik aus. Die DESG-Spitze weist die Vorwürfe zurück.