"Dann geht zum Fußball"Darts-Ikone Bunting schimpft über deutsche Fans

Die stimmungsvollen Hallen gehören eigentlich wie die Pfeile zum Darts. Aber am Samstagabend schlägt ausgerechnet in Göttingen die Stimmung um. Publikumsliebling Stephen Bunting ist verärgert.
Eigentlich ist Stephen Bunting ein Publikumsliebling in der Dartswelt - doch was er am Samstagabend in Göttingen erlebt hat, hinterließ bei ihm Spuren. Der Engländer äußerte sich nach seiner 5:6-Niederlage gegen den Deutschen Niko Springer in der zweiten Runde der European Darts Trophy ausführlich auf Instagram. Und zeigte sich da arg enttäuscht. "Ich fühle mich wirklich verletzt", schrieb der 40-Jährige.
Was war passiert? Der Dartssport lebt unter anderem auch von seiner Stimmung, doch in Göttingen schlug das ins Negative um. Im entscheidenden Leg des Duells, es stand 5:5, wurde Bunting von den deutschen Fans ausgepfiffen. Der Engländer musste teilweise zwischen seinen Würfen absetzen. Schon zu Beginn des Legs schreitet der Caller dazwischen und teilt dem deutschen Publikum, dass es nun reiche.
Die Ansage kommt zu spät, Bunting verliert. Die Pleite ärgere ihn aber gar nicht so sehr, schreibt Bunting, sondern eher das Verhalten in der Halle - auch wenn es nur eine kleine Gruppe gewesen sei. "Ich beschwere oder weine nie über Niederlagen", schrieb er bei Instagram. Aber: "Es ist inakzeptabel, in entscheidenden Momenten eines Spiels zu buhen oder zu pfeifen. Wenn ihr das tun wollt, dann geht doch zum Fußball." Er habe nichts gegen Niko Springer, der Deutsche habe ein "starkes Match" gespielt, "aber das Buhen hat das Spiel ruiniert".
Bunting wurde grundsätzlicher, weshalb ihn die Unsportlichkeit so sehr störte. "Die Hingabe, die wir als Dartsspieler leisten, wird nie gesehen." Er sei nach einer Premier-League-Nacht am Samstagmorgen um 7.30 Uhr im englischen Nottingham aufgebrochen, sei über Frankfurt am Main gereist und habe im Anschluss noch zwei Stunden im Zug gehockt. Bunting bedankte sich bei seiner Familie, von der er konstant getrennt sei, seinen Sponsoren, dem Management und "99 Prozent der Fans".
Der Engländer könne verstehen, weshalb einige Dartsspieler die Reise nach Deutschland scheuen, endet aber mit einer versöhnlichen Note. "Ich liebe meine Fans, vor allem die ehrlichen in Deutschland. Ich hatte viele tolle Nächte in Deutschland, vor allem meine berühmtesten in Berlin." Dort gewann er im vergangenen Jahr den Spieltag der Premier League. Darauf freue er sich auch wieder.