Sport

Airball, Dunk, StealDas Basketball-ABC

02.10.2013, 15:03 Uhr
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Der Ulmer Trent Plaisted "stopft" gegen John Bryant (Nr. 54) und Malcolm Delaney vom FC Bayern München. (Foto: imago sportfotodienst)

Mit dem stärksten Kader macht der FC Bayern München Jagd auf den Titel in der Basketball-Bundesliga. Falls Sie jetzt auch dabei sein wollen, Basketball aber noch nicht wirklich verstehen - dann bietet unser kleines Glossar einen Einstieg in die Grundlagen.

Mit dem stärksten Kader macht der FC Bayern München Jagd auf den Titel in der Basketball-Bundesliga. Falls Sie jetzt auch dabei sein wollen, Basketball aber noch nicht wirklich verstehen - dann bietet unser kleines Glossar einen Einstieg in die Grundlagen.

Airball: Wurfversuch, der nur die gegnerischen Fans begeistert - weil er nicht einmal den Ring berührt.

Assist: Pass auf einen Mitspieler, der direkt zu einem Korberfolg führt. Fußballfreunden als Vorlage bekannt. Spezialität des deutschen Nationalmannschaftskapitäns Heiko Schaffartzik, der jetzt für die Bayern spielt.

Aufposten: Bewegung, bei der sich ein Spieler mit dem Rücken zum Korb platziert, und den Ball auf diese Weise vor dem Gegner abschirmt.

Backcourt: Umfasst die "kleinen Positionen" im Basketball, also Aufbauspieler (oder auch Point Guard) (1), Shooting Guard (2) und Small Forward (3).

Buzzerbeater: Ein Wurf, der mit dem Ablauf eines Viertels seinen Weg in den Korb findet.

Crossover: Dribbling durch die eigenen Beine. Sieht bei Könnern nicht nur spektakulär aus, sondern hilft auch beim Passieren des Gegenspielers ohne einen -> Turnover oder -> Steal.

Crunchtime: Bricht an, wenn nur noch wenige Minuten zu spielen sind und das Match noch immer offen ist. Zeit des Spiels, in der Superstars wie Nowitzki zu Hochform auflaufen.

Double-Double/Triple-Double: Ein Spieler erreicht zweistellige Werte in mindestens zwei bzw. drei relevanten Statistiken (Punkte, Assists, -> Rebounds, Blocks oder -> Steals). Heiko Schaffartzik legte gegen Frankreich zwölf Punkte bei elf Assists auf.

Dunking: Korberfolg, bei dem der Ball von oben durch den Ring gedrückt wird. Je wuchtiger und spektakulärer das aussieht, desto größer ist das Begeisterungspotential bei Fans und Mitspielern. Die Krönung ist der Monsterdunk. Wird bei einem Dunk ein -> Assist direkt verwertet, spricht der Fachmann von einem Alley-Hoop-Pass. Einer der besten Dunker der Liga ist Bambergs Sharrod Ford.

Fastbreak: Schnellangriff, bei dem der Weg zum gegnerischen Korb rasch überbrückt wird. Häufig nach -> Steals oder -> Turnovers.

Frontcourt: Bezeichnet die Positionen des Power Forwards (4) und des Centers (5) - also jene Spieler, die in Korbnähe agieren.

Foulprobleme: Hat ein Spieler dann, wenn er sich der Foulgrenze (= 5 persönliche Fouls) nähert. Wann Foulprobleme bestehen, ist zeitlich unterschiedlich: zwei Fouls im ersten Viertel sind kritisch, drei Fouls in einer Halbzeit auch. Vier Fouls in der -> Crunchtime sind akzeptabel.

Go-to-Guy: Spieler, über den die meisten Angriffe einer Mannschaft laufen. Vor allem in der -> Crunchtime soll dieser Mann für die entscheidenden Punkte sorgen. Gute Go-to-Guys bekommen den Ball nicht nur wegen ihrer überragenden Scorerqualitäten – sie wollen ihn auch unbedingt haben. Bayern Münchens Robin Benzing zeigte bei der Europameisterschaft in Slowenien seine Qualitäten in der Schlussphase enger Spiele.

Hook Shot: Wurf, bei dem der Arm seitlich vom Körper weggestreckt ist und dann über den eigenen Kopf Richtung Korb geführt wird.

Mismatch: Direktes Duell zwischen zwei unterschiedlich großen Spielern. Wird in der Offensive gezielt gesucht, um Größenvorteile beim -> Aufposten und -> Rebounden auszunutzen. Funktioniert auch bei Größennachteilen: Ein kleiner Aufbauspieler kann dank seiner Schnelligkeit leicht an einem Center vorbeiziehen.

No-Look-Pass: Anspiel, bei dem der Gegner dadurch verwirrt wird, dass der Angespielte vom Passgeber nicht angesehen wird. Ein Stilmittel, das der Bayern-Spielmacher Schaffartzik ebenfalls beherrscht.

Penetration: Eine Spielweise, bei der eine Mannschaft versucht, in den Bereich nahe des gegnerischen Korbes einzudringen. So können einfach Körbe erzielt oder Lücken in die gegnerische Verteidigung gerissen werden.

Pick and Roll: Spielzug, bei dem ein Spieler erst einen Block für seinen Aufbauspieler stellt, um dann anspielbereit in Richtung Korb zu laufen. Perfektioniert wurde dieser Spielzug in der NBA vom Utah-Jazz-Duo John Stockton und Karl Malone.

Rebounds: Ballgewinn nach einem missglückten Wurfversuch, entweder am eigenen (Defensivrebound) oder am gegnerischen Brett (Offensivrebound). Eine Faustregel besagt: Wer "die Bretter dominiert", also die meisten Rebounds holt, gewinnt.

Starting Five/Starter: Die Starting Five bilden die fünf Spieler, die zu Anfang eines Spieles auf dem Parkett stehen.

Shooter: Spieler, der sicher von außen trifft, am besten von jenseits der Dreierlinie. Einer der besten Dreierschützen der Liga ist Nationalspieler Per Günther. Besonders wirkungsvoll sind solche Spieler bei einem dominanten -> Frontcourt, der die Gegenspieler nah am Korb bindet.

Shotclock: Zeigt die verbleibende Zeit für einen Angriff an. Laufen die 24 Sekunden ab, ohne dass die Mannschaft einen Wurf auf den Korb gebracht hat, wechselt der Ballbesitz.

Steal: Ein Ball, der dem Gegner abgeluchst wird - etwa durch einen abgefangenen Pass oder ein fair gestopptes Dribbling.

Turnover: Unnötiger Ballverlust durch Fehlpass, Schrittfehler, Unaufmerksamkeit. Häufig bestraft durch -> Fastbreaks, da er meist im eigenen Aufbauspiel passiert.

Zonenverteidigung / Ball-Raum-Verteidigung: Die Mannschaft sucht sich in der Defensive keine direkten Gegenspieler, sondern verteidigt den Raum.

Quelle: ntv.de, Zusammengestellt von Christoph Wolf und Christian Bartlau