"Es tut weh!"Draisaitls Oilers machen herbe Playoff-Enttäuschung perfekt

2026 wird bei Leon Draisaitl als Jahr der sportlichen Enttäuschungen in böser Erinnerung bleiben: Nach dem Desaster bei den Olympischen Spielen muss der deutsche Eishockey-Superstar auch seinen Traum vom Stanley-Cup-Triumph früh begraben.
Der Gewinn des Stanley Cups bleibt für Leon Draisaitl ein unerfüllter Traum. Nach zwei bitteren Final-Niederlagen in den vergangenen beiden Spielzeiten scheiterte Deutschlands bester Eishockey-Profi mit den Edmonton Oilers diesmal bereits in der ersten Runde der NHL-Playoffs an den Anaheim Ducks. Vier Niederlagen in sechs Spielen - die entscheidende beim 2:5 im Honda Center südlich von Los Angeles - brockten dem Kölner einen weiteren Sommer ein, in dem er eine große Enttäuschung verarbeiten muss.
Zweimal verloren die Oilers erst nach Verlängerung, die vierte Niederlage gegen die Ducks aber war deutlich. Schon nach dem ersten Drittel stand es 1:3, vor den eigenen Fans stürmten die Gastgeber wie entfesselt. Oilers-Profi Zach Hyman gelang 92 Sekunden vor Ende des zweiten Drittels dann der vermeintliche Anschlusstreffer - weil er den Puck aber mit dem Schlittschuh über die Linie befördert hatte, zählte das Tor nicht. 46 Sekunden später erhöhten die Ducks auf 4:1 und sorgten für die Vorentscheidung. Draisaitls Vorlage zum 2:4 - seine siebte in den Playoffs - machte keinen Unterschied mehr.
"Es schmerzt immer, tut weh, aber Anaheim hat es einfach verdient. Am Ende des Tages waren sie einfach besser als wir", sagte Draisaitl. "Wir haben nie wirklich das gefunden, was es braucht, den ganzen Weg zu gehen. Es war nicht gut genug. So sehr es auch weh tut - sie waren eben besser."
Oilers-Kapitän Connor McDavid stimmte zu: "Wir haben die ganze Saison nach Konstanz gesucht und sie auch hier in den Playoffs nicht gefunden", sagte er. "Es ist hart. Wir waren die ganze Saison über ein durchschnittliches Team. Ein durchschnittliches Team mit hohen Erwartungen – da wird man enttäuscht sein."
Draisaitl wäre frei für die WM
Theoretisch könnte Draisaitl jetzt im Mai an der WM in der Schweiz teilnehmen und wie bei den Olympischen Spielen für die deutsche Nationalmannschaft auflaufen. Ob Draisaitl nach der bitteren Erfahrung in Italien mit dem Viertelfinal-Aus gegen die Slowakei und einer gerade erst überstandenen Verletzung mit einem Monat Zwangspause aber tatsächlich nach Europa reist, ist offen.
So oder so muss der Stürmer wieder mal damit klarkommen, dass er in der NHL zwar alle relevanten individuellen Auszeichnungen gewonnen hat, der Stanley Cup aber unerreicht bleibt. Art Ross Trophy, Hart Memorial Trophy, Maurice "Rocket" Richard Trophy, Ted Lindsay Award - Draisaitl war in der NHL schon der wertvollste Spieler, der beste Torjäger, der beste Spieler nach Meinung seiner Kollegen und der beste Scorer. Meister war er noch nie.
Topstars vor dem Absprung?
Vor zwei Jahren unterschrieb Draisaitl einen Achtjahresvertrag mit einem Volumen von 112 Millionen US-Dollar. Für einige Zeit war er damit der bestbezahlte Eishockey-Profi der Welt. Sein Kumpel und Teamkollege Connor McDavid unterschrieb einen Zweijahresvertrag, der nach dieser Saison beginnt - und verzichtete auf eine signifikante Gehaltserhöhung.
Die Botschaft, die davon ausgeht: Die Oilers haben noch maximal zwei Jahre Zeit, um mit beiden NHL-Superstars den Stanley Cup zu gewinnen. Gelingt das nicht, ist McDavid weg. US-Medien spekulierten schon vor dem Playoff-Aus, dass McDavid in diesem Fall bereits früher gehen könnte. Auch Draisaitl wird sich überlegen, ob er nicht doch auf einen Wechsel drängen will, um sein großes Ziel mit einem anderen Team zu erreichen.