Sport
Sonntag, 08. Juni 2008

54:1-Skandalspiel: Drakonische Strafe in Kreisliga

Der 54:1-Erfolg einer Fußball-Mannschaft in der Kölner Kreisliga hat weitreichende Konsequenzen: Die elf beteiligten Spieler der unterlegenen Mannschaft DJK Löwen II werden für ein Jahr gesperrt. Das entschied die Spruchkammer des Fußballkreises Köln. Das Resultat bleibt bestehen. Die Löwen-Spieler sollen absichtlich hoch verloren und das Aufstiegsrennen so entschieden haben. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Der bestrafte Verein will Berufung gegen das Urteil einlegen.

Neben der Sperre kommen 500 Euro Geldstrafe, zwölf Punkte Abzug für die kommende Saison und die Empfehlung der Spruchkammer an den Kreisvorstand hinzu, dass die erste Mannschaft von DJK Löwen in die Kreisliga D absteigen muss. Den freien Platz in der Kreisliga C soll dafür Germania Nippes II zugesprochen werden.

"Grob unsportliches" Verhalten

Der Spruchkammer-Vorsitzende Karl-Heinz Grimm sprach von einem "grob unsportlichen" Verhalten. Die Spieler von DJK Löwe hatten bei der Anhörung argumentiert, sie hätten nach einer Party am Vorabend bei dem Spiel "betrunken und stehend k.o." auf dem Platz gestanden.

Die Löwe-Kicker hätten vor allem in Halbzeit zwei totale Passivität an den Tag gelegt, so dass die Gegentore fast im Minutentakt fielen. Für die Spruchkammer war eine gravierende persönliche Schuld der Spieler aufgrund ihrer offensichtlichen Zurückhaltung gegeben, deshalb sperrte sie sie.

Pleite "seelenruhig zugeschaut"

Germania Nippes hatte in der vergangenen Woche trotz 37 Toren Vorsprung am letzten Spieltag das Rennen um den Aufstieg gegen das punktgleiche Team von Rheinkassel-Langel II noch verloren. Gegen den 54:1-Sieg der Konkurrenz gegen DJK Löwen II hatten sie keine Chancen.

"Rheinkassel-Langel II konnte keine Manipulation nachgewiesen werden", sagte der Kreisvorsitzende Hans-Christian Olpen, weshalb der hohe Sieg und der Aufstieg von Rheinkassel-Langel weiterhin Bestand hätten. Anders sei die Situation bei DJK Löwen. "Der Gesamtverein wird bestraft, weil bei der Niederlage alle seelenruhig zugeschaut haben und keiner was dagegen unternommen hat", sagte Olpen.

Quelle: n-tv.de