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Sie wird nur 30 Jahre alt Eishockeyspielerin Sophie Kratzer ist tot

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"Der DEB sowie die gesamte deutsche Eishockeyfamilie sind in Gedanken bei ihrer Familie": Sophie Kratzer.

(Foto: imago/Nordphoto)

Sie ist eine der erfolgreichsten deutschen Eishockeyspielerinnen, fast 150 Mal läuft sie für das Nationalteam auf, nimmt an den Olympischen Winterspielen in Sotschi teil, gewinnt sieben nationale Meistertitel. Nun ist Sophie Kratzer im Alter von 30 Jahren nach einem Krebsleiden gestorben.

Verbandschef Franz Reindl verschlug es die Sprache. "Wir sind schockiert über den Verlust unserer außerordentlich verdienten Nationalspielerin und sympathischen Mitarbeiterin Sophie, den man nicht in Worte fassen kann", sagte Reindl. Früh, viel zu früh wurde die ehemalige deutsche Eishockey-Nationalspielerin Sophie Kratzer aus dem Leben gerissen. Eine Frau, die offenkundig viel mehr war als nur eine Sportlerin unter vielen. Mit gerade einmal 30 Jahren erlag die Olympia-Teilnehmerin von 2014 Anfang der vergangenen Woche einer Krebserkrankung und "hinterlässt eine unfassbare Lücke", wie der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes "tief bestürzt" unterstrich.

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Sophie Kratzer 2014 in Sotschi.

(Foto: picture alliance / dpa)

Genau 149 Länderspiele absolvierte Kratzer, erlebte nicht nur die Spiele in Sotschi, sondern war auch Teil der DEB-Auswahl, die 2017 in den USA mit Rang vier den größten deutschen Erfolg bei einer WM feierte. Zudem gewann die gebürtige Landshuterin mit dem ESC Planegg nahe München sieben deutsche Meistertitel und war Teil des Organisationskomitees bei der Heim-WM der Männer 2017.

Eishockey eben nicht nur Männersache

Kratzer setzte sich beständig für eine größere Akzeptanz des Frauen-Eishockeys ein, das nach wie vor ein Nischendasein fristet. "Ich denke, das fängt bei einem ganz elementaren Gefühl an. Nämlich den Sport, den Frauen betreiben, ernst zu nehmen", sagte sie dem Deutschlandfunk. Profis gebe es nicht, Training und Beruf müssten immer miteinander einhergehen, das Image sei wandlungsbedürftig. Eishockey sei eben nicht nur Männersache.

Kratzer bereiste die Welt, beobachtete, reflektierte und berichtete. Noch vor einem Jahr, ihre Karriere hatte sie wegen ihres Leidens längst beenden müssen, recherchierte die angehende Journalistin in Nordostindien. Für eine ihrer Arbeiten wurde sie prämiert, wie der "Münchner Merkur" schrieb.

Auch Olympia war für Kratzer nicht nur die rein sportliche Faszination, die problematischen Hintergründe beschäftigten sie genauso. Die letzten Wochen ihres Lebens verbrachte sie im Krankenhaus. Ihre Eltern, die drei Geschwister und ihre Lebensgefährtin blieben an ihrer Seite. Über ihr Schicksal habe Kratzer laut "Merkur" gesagt: "Ich bin in Behandlung, die Ärzte nennen das lebensverlängernde Maßnahmen. Aber das sehe ich ein bisschen anders. Ich nehme das sportlich." Eine Chance ließ der Krebs ihr trotz aller Zuversicht nicht.

Quelle: ntv.de, Ruben Stark, sid