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Babypause für Olympiasiegerin Emotionale Werth schickt Goldstute in Rente

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Werth und Weihegold - diese Symbiose geht zu Ende.

(Foto: IMAGO/Stefan Lafrentz)

Es sind zwei große Abschiede und viele Emotionen: Während Jessica von Bredow-Werndl vor ihrer Babypause fast wie selbstverständlich den Dressur-Weltcup in Leipzig gewinnt, verabschiedet sich Isabell Werth auf Dauer. Ihre Stute Weihegold geht in die sportliche Rente.

Die blauen Augen füllten sich mit Tränen, die Stimme kippte, dann verlor Jessica von Bredow-Werndl komplett die Fassung. "Sie ist so gut, es gibt gar keine Worte, um sie richtig zu beschreiben", schluchzte die neue Weltcupsiegerin nach ihrer traumhaften Dressur-Kür in Leipzig und machte ihrer Goldstute Dalera eine tränenreiche Liebeserklärung: "Dieses Pferd bedeutet die Welt für mich."

Bei einer so perfekten Symbiose zwischen Reiterin und Pferd schmerzt es natürlich, wenn man weiß, dass es der vorerst letzte gemeinsame Auftritt auf der ganz großen Bühne war. "Es ist schon schade, dass wir jetzt nicht weitermachen können", sagte "JBW". Sie erwartet im August ihr zweites Kind, ein Schwesterchen für den dann fünfjährigen Moritz, und Leipzig war ihr letztes großes Championat vor der Babypause.

Auch Werth kämpft mit den Tränen

Aber die Olympiasiegerin wird nach ein paar Monaten auf das Viereck zurückkehren, bei ihr ist es ein Abschied auf Zeit. Ein anderer ist endgültig, und deshalb kämpfte auch Isabell Werth gegen die aufsteigenden Tränen. Nach fast sechs erfolgreichen Jahren bat sie in Leipzig zum letzten Tanz mit der 17-jährigen Rappstute Weihegold. Das Pferd geht in die sportliche Rente, beim Finale einer großen tierischen Karriere blieb kaum ein Auge trocken.

"Es war mir ein großes Anliegen, sie in einem würdigen Rahmen zu verabschieden", sagte Werth. Das tat sie mit dem sicheren Gespür für die ganz großen Momente. Die Schlusslinie der Kür zelebrierten Werth und Weihegold zu den dramatischen Klängen von Sarah Brightmans "A Question of Honour", Werth hielt die Zügel in einer Hand, Weihegold schwebte wie ferngesteuert, die 7000 Zuschauer in der Leipziger Messe erhoben sich und spendeten langanhaltenden Applaus. Der Lohn war Platz drei in der Kür, noch einmal eine Siegerehrung, noch einmal ein Platz auf dem Podium.

"Das ist schon ein kleiner Stich"

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Bei so viel Abschied und Emotionen schien sich die zweitplatzierte Cathrine Dufour fast ein wenig unwohl zu fühlen. Mit ihrem ungestümen Westfalen-Wallach Vamos Amigos schob sich die Dänin zwischen von Bredow-Werndl und Werth auf den zweiten Platz. Die dänische Equipe zeigte in Leipzig eindrucksvoll, dass sie für die Heim-WM im August in Herning bestens vorbereitet ist: Auf den Plätzen vier und fünf saßen Carina Cassö Krüth mit Danciera und Nanna Skodborg Merrald mit Orthilia den Etablierten dicht im Nacken.

Die Dressurwelt wird also vermutlich eine etwas andere sein, wenn Jessica von Bredow-Werndl und Dalera Ende des Jahres zurückkehren, in Herning dürften die Karten ganz neu gemischt werden. Isabell Werth tritt dort mit dem zwölfjährigen Hengst Quantaz an, mit ihm gewann sie 2021 in Aachen bereits den Großen Preis. "Das ist schon so ein kleiner Stich, dass ich in Herning nicht dabeisein kann", sagte von Bredow-Werndl, und jetzt reichte es Cathrine Dufour mit den Emotionen. "Ach", sagte sie und hatte die Lacher auf ihrer Seite, "jetzt bleib halt mal eine Weile weg."

Quelle: ntv.de, ara/sid

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