Sport
Dienstag, 22. Januar 2002

"Skisprung-Professor": Ewald Roscher ist tot

Der frühere deutsche Skisprung-Bundestrainer Ewald Roscher ist tot. Er starb am Montag nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 74 Jahren in Karlsruhe. Das gab der Deutsche Skiverband (DSV) am Dienstag bekannt. Roscher hinterlässt seine Frau und drei Kinder.

"Ich habe Ewald Roscher wegen seiner tiefgründigen und sachlichen Art hoch geachtet und persönlich sehr von ihm profitiert. Er war ein großer Mann für den Skisprungsport", sagte Bundestrainer Reinhard Heß über den gelernten Malermeister aus dem Erzgebirge, der selbst von 1940 bis 1959 aktiv war.

Seinen einzigen Springer-Titel in dieser Zeit gewann Roscher 1959 in Warmensteinach, als er gleichzeitig schon Trainer der Kombinierer war. Als das schönste Erlebnis seiner Karriere bezeichnete der "Skisprung-Professor" stets den überraschenden Olympiasieg von Georg Thoma in der Nordischen Kombination. Acht Jahre später gab es Gold für Franz Keller.

Nach achtjähriger Amtszeit schied Roscher Ende 1968 wegen Querelen mit der Verbandsleitung auf eigenem Wunsch zum Jahreswechsel 1969 beim DSV aus. Er wechselte in die Schweiz, wo er den damals 21 Jahre alten Walter Steiner 1972 zu Olympia-Silber und später zum ersten Titel bei der Skiflug-WM führte.

1979 kehrte er zum DSV zurück. Seinen "Roscher-Buben" erlebten nur zwei Jahre später einen Höhenflug bei der Vierschanzen-Tournee, anschließende Rückschläge nahm man ihm nicht mehr krumm. Ab 1988 war der Coach dann im Nachwuchsbereich der D/C-Kader tätig. Auch im Pensionsalter von 70 Jahren mischte Roscher noch bei der Betreuung der Nachwuchskader mit.

Quelle: n-tv.de